Gedichte

      Also dann, auf ein Neues:

      Heinrich Heine: Zur Teleologie

      Beine hat uns zwei gegeben
      Gott der Herr, um fortzustreben,
      Wollte nicht, daß an der Scholle
      Unsre Menschheit kleben solle.
      Um ein Stillstandsknecht zu sein,
      Gnügte uns ein einzges Bein.

      Augen gab uns Gott ein Paar,
      Daß wir schauen rein und klar;
      Um zu glauben was wir lesen,
      Wär ein Auge gnug gewesen.
      Gott gab uns die Augen beide,
      Daß wir schauen und begaffen
      Wie er hübsch die Welt erschaffen
      Zu des Menschen Augenweide;
      Doch beim Gaffen in den Gassen
      Sollen wir die Augen brauchen
      Und uns dort nicht treten lassen
      Auf die armen Hühneraugen,
      Die uns ganz besonders plagen,
      Wenn wir enge Stiefel tragen.

      Gott versah uns mit zwei Händen,
      Daß wir doppelt Gutes spenden;
      Nicht um doppelt zuzugreifen
      Und die Beute aufzuhäufen
      In den großen Eisentruhn,
      Wie gewisse Leute tun -
      (Ihren Namen auszusprechen
      Dürfen wir uns nicht erfrechen -
      Hängen würden wir sie gern.
      Doch sie sind so große Herrn,
      Philanthropen, Ehrenmänner,
      Manche sind auch unsre Gönner,
      Und man macht aus deutschen Eichen
      Keine Galgen für die Reichen.)

      Gott gab uns nur eine Nase,
      Weil wir zwei in einem Glase
      Nicht hineinzubringen wüßten,
      Und den Wein verschlappern müßten.

      Gott gab uns nur einen Mund,
      Weil zwei Mäuler ungesund.
      Mit dem einen Maule schon
      Schwätzt zu viel der Erdensohn.
      Wenn er doppeltmäulig wär,
      Fräß und lög er auch noch mehr.
      Hat er jetzt das Maul voll Brei,
      Muß er schweigen unterdessen,
      Hätt er aber Mäuler zwei,
      Löge er sogar beim Fressen.

      Mit zwei Ohren hat versehn
      Uns der Herr. Vorzüglich schön
      Ist dabei die Symmetne.
      Sind nicht ganz so lang wie die,
      So er unsern grauen braven
      Kameraden anerschaffen.
      Ohren gab uns Gott die beiden,
      Um von Mozart, Gluck und Hayden
      Meisterstücke anzuhören -
      Gäb es nur Tonkunst-Kolik
      Und Hämorrhoidal-Musik
      Von dem großen Meyerbeer,
      Schon ein Ohr hinlänglich wär!-

      Als zur blonden Teutolinde
      Ich in solcher Weise sprach,
      Seufzte sie und sagte: Ach!
      Grübeln über Gottes Gründe,
      Kritisieren unsern Schöpfer,
      Ach! das ist, als ab der Topf
      Klüger sein wollt als der Töpfer!
      Doch der Mensch fragt stets: Warum?
      Wenn er sieht, daß etwas dumm.
      Freund, ich hab dir zugehört,
      Und du hast mir gut erklärt,
      Wie zum weisesten Behuf
      Gott den Menschen zwiefach schuf
      Augen, Ohren, Arm' und Bein',
      Während er ihm gab nur ein
      Exemplar von Nas und Mund -
      Doch nun sage mir den Grund:
      Gott, der Schöpfer der Natur,
      Warum schuf er einfach nur
      Das skabröse Requisit,
      Das der Mann gebraucht, damit
      Er fortpflanze seine Rasse
      Und zugleich sein Wasser lasse?
      Teurer Freund, ein Duplikat
      Wäre wahrlich hier vonnöten,
      Um Funktionen zu vertreten,
      Die so wichtig für den Staat
      Wie fürs Individuum,
      Kurz fürs ganze Publikum.
      Zwei Funktionen, die so greulich
      Und so schimpflich und abscheulich
      Miteinander kontrastieren
      Und die Menschheit sehr blamieren.
      Eine Jungfrau von Gemüt
      Muß sich schämen, wenn sie sieht,
      Wie ihr höchstes Ideal
      Wird entweiht so trivial!
      Wie der Hochaltar der Minne
      Wird zur ganz gemeinen Rinne!
      Psyche schaudert, denn der kleine
      Gott Amur der Finsternis,
      Er verwandelt sich beim Scheine
      Ihrer Lamp - in Mankepiß.

      Also Teutolinde sprach,
      Und ich sagte ihr: Gemach!
      Unklug wie die Weiber sind,
      Du verstehst nicht, liebes Kind,
      Gottes Nützlichkeitssystem,
      Sein Ökonomie-Problem
      Ist, daß wechselnd die Maschinen
      Jeglichem Bedürfnis dienen,
      Den profanen wie den heilgen,
      Den pikanten wie langweilgen, -
      Alles wird simplifiziert;
      Klug ist alles kombiniert:

      Auf demselben Dudelsack
      Spielt dasselbe Lumpenpack.
      Feine Pfote, derbe Patsche,
      Fiddelt auf derselben Bratsche,
      Was dem Menschen dient zum Seichen, damit schafft er seinesgleichen!!



      :D :D
      passend zur Jahreszeit:

      der sommer geht und damit deine blätter.
      wieviele sonnentage hast du dieses jahr gezählt?
      du siehst die zeiten kommen und gehn.
      die blätter färben dich wie der feinen damen kleider so rot!
      dann fällt alles ab.
      es ist nicht dein tod!!
      du fällst in tiefen schlaf
      und denkst nicht nach.
      und wartest still und leise auf den leisen frühling.
      du kündigst nicht mit trommelschlägen an, wenn deine knospen spriessen, noch singst du mir ein klagelied, wenn du verblühst.
      aber du verrätst so viele geheimnisse, und flüsterst mir leise zu, wenn du in meinen armen liegst.
      Also gut, da hab ich auch noch ein paar:

      Kafka


      Wenn du vor mir stehst und mich ansiehst,
      was weißt du von den Schmerzen,
      die in mir sind und was weiß ich von Deinen.

      Und wenn ich mich vor dir niederwerfen würde
      und weinen und erzählen,
      was wüßtest du von mir mehr als von der Hölle,
      wenn dir jemand erzählt sie ist heiß und fürchterlich.

      Schon darum sollten wir Menschen voreinander
      so ehrfürchtig,
      so nachdenklich stehen,
      wie vor dem eingang zur Hölle

      ----------

      Ob das leben einen Sinn ergibt oder so

      Wir stellen uns Fragen
      die nicht zu beantworten sind
      weil Aussichtslosigkeit
      beruhigt

      sich Fragen zu stellen
      auf die es eine antwort gib
      wäre fast so gemein wie
      Handeln zu müssen

      ---------

      Spaziergang Hand in Hand
      Du und das Leben
      da kommt irgend so ein
      dahergelaufenes Unglück
      und haut dich um.
      Ohne Vorwarnung.Einfach so.
      Du gehst zu Boden
      und bleibst liegen.
      und hoffst, dass man auf dich
      wartet.
      Unerhört!
      Das Leben geht weiter
      ---------------

      Und weil das letzte Gedicht stimmt und eh keiner wartet ist es am Besten, man rappelt sich gleich auf und geht mit. Auch wenn man hinkt.
      Greetz Feli
      och nö, rumpelchen...jetzt sind deine ganzen vielen schönen Sprüche und Gedichte wech...wenn dir mal ganz doll langweilig ist, kannst du ja vielleicht nochmal den oder das eine/n oder andere/n einstellen...?...:bussi:...und dann wird auch SOFORT immer rauskopiert, was behalten werden will!
      Bin ich einst tot, mein Liebster,
      Sing keine Trauermessen;
      Pflanz mir zu Haeupten Rosen nich
      Noch schattige Zypressen:
      Lass gruenes Gras mich decken,
      Das Tau und Regen naesst;
      Und wenn ihr wollt, gedenket,
      Und wenn ihr wollt, vergesst.

      Ich sehe nicht die Schatten,
      Spuer nicht des Regens Fall;
      Hoer nicht den schwermutsatten
      Gesangt der Nachtigall;
      Und traeumend lang im Daemmer,
      Der nimmer steigt noch faellt,
      Wer weiss, ob ich gedenke,
      Ob ich vergess der Welt.

      (Christina Georgina Rossetti)
      Tod und Schoenheit sind zwei hohe Dinge, die gleich viel Schatten und Licht enthalten, so dass man sie fuer zwei Schwestern halten koennte, gleich schrecklich und fruchtbar, erfuellt von demselben Raetsel und demselben Geheimnis.
      (irgendwo gefunden)

      Ich ging zu einer Party, Mama,
      ich erinnerte mich, was du sagtest.
      Du ermahntest mich, nicht zu trinken, Mama,
      also trank ich Soda stattdessen.
      Ich fühlte mich richtig stolz, Mama,
      so wie du es mir vorausgesagt hattest.
      Ich habe nicht getrunken, um dann zu fahren, Mama,
      obwohl mir die anderen sagten, es sei nichts dabei.
      Ich weiß, ich tat das Richtige, Mama.
      Nun ist die Party zuende,
      und alle fahren sie fort.
      Als ich in meinen Wagen stieg, Mama,
      wusste ich, ich würde rasch nach Hause fahren.
      Ich fuhr also los, Mama,
      aber als ich auf die Straße auffuhr,
      sah mich der andere Wagen nicht, Mama,
      er fuhr einfach über mich drüber.
      Als ich lag auf dem Asphalt, Mama,
      hörte ich den Polizisten sagen,
      "Der andere Typ war betrunken", Mama.
      Und nun bin ich es, die bezahlen wird.
      Ich liege hier sterbend, Mama...
      Ich wünsche, du wärst bald hier.
      Wie konnte das geschehen, Mama?
      Mein Leben zerplatzte wie ein Ballon.
      Überall um mich ist Blut, Mama,
      das meiste davon ist meins.
      Ich höre den Arzt sagen, Mama,
      bald werde ich sterben.
      Ich wollte dir nur sagen, Mama,
      ich schwöre, ich habe nichts getrunken.
      Es waren die anderen, Mama,
      die anderen haben nicht nachgedacht.
      Er war wohl auf der selben Party wie ich.
      Der einzige Unterschied ist, er hat was getrunken.
      Und ich werde sterben.
      Warum betrinken sich die Leute, Mama?
      Es kann ihr ganzes Leben zerstören.
      Jetzt fühle ich heftige Schmerzen.
      Es sticht wie ein Messer.
      Der Typ, der mich anfuhr, der geht, Mama,
      und ich denke, das ist nicht fair.
      Ich liege hier im Sterben.
      Und alles was er kann, ist, zu starren.
      Sag meinem Bruder, er soll nicht weinen, Mama,
      schreibt "Papas Mädchen" auf meinem Grab.
      Jemand hätte ihm sagen sollen, Mama,
      kein Alkohol hinter dem Steuer.
      Wenn sie es ihm bloß gesagt hätten, Mama,
      wäre ich noch am Leben.
      Mein Atem wird kürzer, Mama,
      ich bekomme solche Angst.
      Bitte weine nicht um mich, Mama.
      Du warst immer da, als ich dich brauchte.
      Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mama,
      bevor ich mich verabschiede.
      Ich bin nicht betrunken gefahren, Mama,
      also warum bin ich diejenige, die stirbt?
      Nimm Dir Zeit zum Denken,
      dies ist die Quelle der Kraft!

      Nimm Dir Zeit für die Arbeit,
      denn dies ist der Preis des Erfolges!

      Nimm Dir Zeit für die Liebe,
      sie ist der wahre Reichtum des Lebens!

      Nimm Dir Zeit, Dich umzuschauen,
      der Tag ist zu kurz, um selbstsüchtig zu sein!

      Nimm Dir Zeit zum Spielen,
      dies ist die Freude der Jugend!

      Nimm Dir Zeit um mit Freunden
      zusammen zu sein und ihnen zu helfen,
      dies ist die Quelle des Glücks!

      Nimm Dir Zeit zu Träumen,
      dies bringt Dich den Sternen näher!

      Nimm Dir Zeit zum Lachen,
      dies ist die Musik der Seele!

      Nimm Dir Zeit zum Gebet,
      sie bringt Dir Gott näher und wäscht
      den Staub der Erde von Deinen Augen!

      Zeit ist das begrenzteste Mittel,
      das Du zur Verfügung hast!
      Deshalb nimm Dir Zeit
      den Duft der Rose zu genießen!
      Elli Michler: Zeit zum Leben

      Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben
      Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
      Ich wünsche dir Zeit, sich zu freuen und zu lachen,
      und wenn du sie nutzt, kannst du etwas draus machen.

      Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
      nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
      Ich wünsche dir Zeit - nicht zum Hasten und Rennen,
      sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

      Ich wünsche dir Zeit - nicht nur zum Vertreiben.
      Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben,
      als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertrauen,
      anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schauen.

      Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
      und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
      Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
      Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

      Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
      jeden Tag , jede Stunde als Glück zu empfinden.
      Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
      Ich wünsche dir : Zeit zu haben zum Leben!

      Die üble Nachrede

      "Ich werde es bestimmt nicht wieder tun", versprach der Nachbar. "Ich nehme alles zurück, was ich über Sie erzählt habe."

      Künzelmann sah den anderen ernst an. "Ich habe keinen Grund,meinen Nachbarn in ein Unglück zu stürzen", erwiderte er."Jedoch verlangt jede böse Tat ihre Sühne"-"Ich bin gern zu allem bereit."
      Künzelmann erhob sich, ging in den Stall und kam mit einem geschlachteten Hahn zurück. "Tragt diesen Hahn in euer Haus, das hundert Schritte von meinem entfernt steht", sagte er. "Dann kommt wieder zurück und rupft den Hahn unterwegs, immer eine Feder nach rechts, eine Feder nach links werfend. Dies ist der Sühne erster Teil.

      Der Nachbar tat, wie ihm geheißen. Als er wieder vor Künzelmann stand und ihm den gerupften Hahn überreichte, fragte er:"Und der zweite Teil meiner Buße?" - "Geh jetzt wieder den Weg in euer Haus zurück uns sammelt alle Federn wieder ein." Der Nachbar stammelte verwirrt:" Ich kann doch die Federn unmöglich wieder einsammeln! Ich streute sie wahllos aus, warf eine hierhin und eine dorthin. Inzwischen hat der Wind sie in alle Himmelsrichtungen getragen. Wie könnte ich sie alle wieder einfangen?"

      Künzelman nickte ernst:"Dies wollte ich nur hören! Genauso ist es mit der üblen Nachrede und den Verleumdungen. Einmal ausgestreut, laufen sie durch alle Winde, wir wissen nicht wohin. Wie kann man sie also einfach wieder zurücknehmen?"
      Your Eyes
      You're the one, who changed my life
      You're the one, who changed my mind
      You're the one, who changed my love

      When I look into your eyes
      There's no time
      There's no life
      And there's no death

      I see people commin'
      People goin'
      I see the stars and the sun
      I see darkness and light
      There's nothing, only you

      You're better than every drug
      When I'm with you
      I'm on the best trip, I ever had
      When I'm alone
      I'm bleeding, I'm deadly injured
      Until you heal my wounds

      This is the strongest force of the universe
      All armys of the world can not kill it
      Because it's forever
      You can not see it
      You can not hear it
      You can not smell it
      There's only one word
      L O V E


      :( :( :(
      Alanis Morissette
      You Owe Me Nothing In Return
      Album: Under Rug Swept, 2002

      I'll give you careless amounts of outright
      Acceptance if you want it. I'll give you
      Encouragement to choose the path you want if you need it.

      You can speak of anger and doubts,
      Your fears and freak-outs and I'll hold it.
      You can share your so-called
      Shamefilled accounts of times in your life and I won't judge it.

      And there are no strings attached,
      You owe me nothing for giving the love that I give.
      You owe me nothing for caring the way that I have.
      I give you thanks for receiving, it's my privilege,
      And you owe me nothing in return.

      You can ask for space for yourself
      And only yourself and I'll grant it.
      You can ask for freedom as well
      Or time to travel and you'll have it.

      You can ask to live by yourself
      Or love someone else and I'll support it.
      You can ask for anything you want
      Anything at all and I'll understand it.

      I bet you're wondering when
      The next payback shoe you'll eventually drop.
      I bet you're wondering when my conditional policies will force you to cough up.
      I bet you're wondering how far you now have danced yourself into debt.

      This is the only kind of love
      As I understand it that there really is.
      You can express your deepest of thruths
      Even if it means I'll lose you and I'll hear it.

      You can fall into the abyss
      On the way to your bliss
      And I'll empathize with.
      You can't say that you'll have to skip town
      To chase your passion and I'll hear it.
      You can leave and hit rock bottom have a mid-life chrisis and I'll hold it.
      Wieder mal Zeit für ein Gedicht:

      Kleines Gedicht für Ent-Liebte:

      Sachliche Romanze


      Als sie einander acht Jahre kannten
      (und man darf sagen: sie kannten sich gut),
      kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
      Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.


      Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
      versuchten Küsse, als ob nichts sei,
      und sahen sich an und wußten nicht weiter.
      Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.


      Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
      Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier
      und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
      Nebenan übte ein Mensch Klavier.


      Sie gingen ins kleinste Café am Ort
      und rührten in ihren Tassen.
      Am Abend saßen sie immer noch dort.
      Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort
      und konnten es einfach nicht fassen.

      Erich Kästner
      und gleich noch eins:

      Mascha Kaleko (1907-1975)

      Weil du nicht da bist

      Weil du nicht da bist, sitze ich und schreibe
      All meine Einsamkeit auf dies Papier.
      Ein Fliederzweig schlägt an die Fensterscheibe.
      Die Maiennacht ruft laut. Doch nicht nach mir.

      Weil du nicht bist, ist der Bäume Blühen,
      Der Rosen Duft vergebliches Bemühen,
      Der Nachtigallen Liebesmelodie
      Nur in Musik gesetzte Ironie.

      Weil du nicht da bist, flücht ich mich ins Dunkel.
      Aus fremden Augen starrt die Stadt mich an
      Mit grellem Licht und lärmendem Gefunkel,
      Dem ich nicht folgen, nicht entgehen kann.

      Hier unterm Dach sitz ich beim Lampenschirm;
      Den Herbst im Herzen, Winter im Gemüt.
      November singt in mir sein graues Lied.
      »Weil du nicht da bist« flüstert es im Zimmer.

      »Weil du nicht da bist« rufen Wand und Schränke,
      Verstaubte Noten über dem Klavier.
      Und wenn ich endlich nicht mehr an dich denke,
      Die Dinge um mich reden nur von dir.

      Weil du nicht da bist, blättre ich in Briefen
      Und weck vergilbte Träume, die schon schliefen.
      Mein Lachen, Liebster, ist dir nachgereist.
      Weil du nicht da bist, ist mein Herz verwaist.

      ~~ Hoffnung ~~

      Die erste Strophe schrieb ich in eine Karte an eine gute Freundin, die an Brustkrebs erkrankt war und der möglicherweise ihre beiden Brüste abgenommen werden mussten (ich habe mich noch nicht bei ihr gemeldet, da ich sie und ihre Familie erst einmal in Ruhe lassen möchte):

      ~~ Hoffnung ~~

      Und dräut der Winter noch so sehr
      mit trotzigen Gebärden,
      und streut er Eis und Schnee umher,
      es muss doch Frühling werden.

      Blast nur, ihr Stürme, blast mit Macht,
      mir soll darob nicht bangen,
      auf leisen Sohlen über Nacht
      kommt doch der Lenz gegangen.

      Drum still! Und wie es frieren mag,
      o Herz, gib dich zufrieden,
      es ist ein großer Maientag
      der ganzen Welt beschieden.

      Und wenn dir oft auch bangt und graut,
      als sei die Höll' auf Erden,
      nur unverzagt auf Gott vertraut!
      Es muss doch Frühling werden.

      (Emanuel Seibel)
      Ich habe ein paar wundervolle Zeilen gefunden, die ich hier mal gleich aufschreiben möchte:

      Nur gespielt

      Schau mir ins Gesicht-
      und Du wirst mich lachen sehen,
      denn ich bin glücklich
      mit meiner neuen Freundin.
      Schau mir ins Gesicht -
      und Du wirst sehen,
      wie gleichgültig Du mir bist,
      denn ich habe Dich nie richtig
      geliebt.
      Aber schau mir nicht in die Augen -
      denn dann würdest Du die Träne
      sehen, die Dir sagt,dass alles nur
      Lüge ist.
      Denn in Wahrheit weine ich,
      bleibe stehen und sage Dir,
      daß ich Dich liebe - noch immer -
      für immer.
      Nicht, weil die Liebe plötzlich starb,
      klagt mein Verstand Dich an.
      (Das Herz tut es. Stumm.
      Verdreht und blutend im Magen liegend.)
      Nicht, weil vom Weinen blind und taub,
      nimmt mein Auge keine Sonne wahr,
      der Körper Wärme nicht auf.
      Aus Trotz; nur Deine ging tief.

      Es ist, weil Du tötend gingst.
      Worte des Sinnes, des Inhalts beraubt.
      Mein Herz kehrt betroffen, taumelnd zurück.
      Es fand weder Antwort noch Dich.

      :traurig:

      Liebe Glaube Leben

      Mein erstes Gedicht: by März/April 1999

      Das Leben sollte einen tieferen Sinn haben!?

      Wir werden geboren, um aufzuwachsen.
      Wir wachsen auf, um etwas vom Leben zu lernen.
      Wir lernen, um zu vergessen.
      Wir vergessen, um uns zu erinnern.
      Wir erinnern uns, um vorauszudenken.
      Wir denken voraus, um Fehler zu vermeiden.
      Wir machen Fehler, um daraus zu lernen.
      Wir lernen aus Fehlern, um alles richtig zu machen.
      Wir machen alles richtig, um zu Leben.

      Wir leben, um zu Lieben?
      Wir leben, um gehasst zu werden.

      Wir suchen, um zu finden.
      Wir finden, um von dem Ergebniss der Suche enttäuscht zu werden.
      Wir werden enttäuscht, um aus Schmerzen zu lernen!?
      Wir lernen aus Schmerzen, um abgehärtet zu werden.
      Wir werden abgehärtet, um als eiskalter Eisblock zu enden.
      Wir wollen den Sinn des Leben's erfahren, um zu?
      Wir wollen, um erst gar nicht zu sollen.
      Wir sollen erst garnicht, um nicht über etwas nachzudenken, was es garnicht gibt.

      Ich habe gelebt, um zu lieben!
      Es ist keine Liebe da.
      Es ist kein Sinn da.
      Keine Liebe,
      kein Sinn.
      Liebe.
      Sinn.

      Ich habe geliebt, weil ich nicht anders konnte.
      Habe gehasst, weil ich nicht anders konnte.
      Liebe.
      Sinn.


      Ei, ging es mir da dreckig, es war nicht schön.
      Aber heute bin ich abgehärtet und habe Erfahrung, wenn man das so nennen kann.

      Und das ist ehrlich gesagt noch schlechter...

      MfG Jan :traurig:

      jawoll--- auf ein Neues

      Gedichte von Bernd Rothkähl

      Von der Lust, zu dichten

      Die Sprache, wenn sie wohl gesetzt,
      wird allerorten sehr geschätzt.
      Nur gibt es viele von solch Lümmeln,
      die diese ignorant verstümmeln.

      Doch unterscheidet uns von Tieren,
      aus Worten Kunst zu zelebrieren,
      und ich muß sagen, mir macht's Spaß,
      wobei ich oft die Zeit vergaß.

      Ideen formen sich verschwommen,
      ich müh' mich, hinterherzukommen,
      kann manchmal gar nicht so schnell schreiben,
      wie mich Ideen dazu treiben.

      Ich greife mir ganz einfach Themen,
      um diese dichterisch zu zähmen.
      Dann schreib' ich los, ganz frisch und frei
      und manchmal kommt was raus dabei.

      Das Feilen, Bateln und Verwerfen
      hilft ungemein, den Geist zu schärfen,
      und nirgends ist der Geist so frei,
      wie bei aktiver Dichterei.

      Wenn Sprache wird zur Kunst geformt,
      ganz zwanglos, völlig ungenormt,
      dann staun' ich an so manchem Tag,
      was schöpfend so ein Mensch vermag.


      Gedichte von Bert Borchert

      einfach so

      einfach so
      schrieb ich Dir diesen Brief
      einfach so
      fanden sich unsere Hände
      einfach so
      trafen wir einander mitten ins Herz
      einfach so
      liebten wir uns leidenschaftlich
      einfach so
      ließen wir uns miteinander fallen
      einfach so
      genossen wir die Zeit zu zweit

      jetzt möchtest Du immer bei mir sein
      aber das geht nicht
      so einfach


      Holländer

      Lange hatten wir es geplant, uns darauf gefreut,
      dann war es endlich so weit. Eine Nacht, nur wir zwei,
      gestohlene Zweisamkeit in einem Hotel. Als wir das
      Zimmer betraten, die Türe in das Schloß fiel, ließen
      wir die Taschen fallen und hielten uns in den Armen.
      Wir küßten uns leidenschaftlich und unsere Hände
      fanden, gierig, wie von selber ihren Weg. Langsam
      näherten wir uns dem Bett, ließen uns eng
      umschlungen darauf fallen, im Taumel der Begierde.
      Während wir uns immer mehr gegenseitig
      entblätterten, verrutschen auf einmal die Betten und
      wir lagen auf der Tagesdecke, auf dem Boden zwischen
      den Betten. Wir lachten herzlich und dort
      ging es dann weiter.

      Holländer haben echt schlimme Betten!

      Morgensonne

      An einem freien Tag,
      auf Deiner Terrasse,
      Brötchen, Kaffee, Käse,
      ein weich gekochtes Ei,
      Honig, Orangensaft,
      wir zwei, ein Kuß
      und die Morgensonne,

      so etwas kann man nicht planen,
      das muß man leben.


      Sanne:top: :wave:
      I am a question to the world
      Not an answer to be heard
      Or a moment, that's held in your arms
      And what, do ya think you'd ever say?
      I won't listen anyway
      You don't know me
      And I'll never be what you want me to be
      And what, do you think you'd understand?
      I'm a boy, no, I'm a man
      You can't take me, and throw me away
      And how, can you learn what's never shown?
      Yeah you stand here on your own
      They don't know me, cause I'm not here
      And I want a moment to be real
      Wanna touch things I don't feel
      Wanna hold on, and feel I belong
      And how, can the world want me to change?
      They're the ones that stay the same
      They don't know me, cause I'm not here
      And you, see the things they never see
      All you wanted, I could be
      Now you know me, and I'm not afraid
      And I, wanna tell you who I am
      Can you help you be a man?
      They can't break me
      As long as I know who I am
      And I want a moment to be real
      Wanna touch things I don't feel
      Wanna hold on, and feel I belong
      And how, can the world want me to change?
      They're the ones that stay the same
      They can't see me, but I'm still here
      They can't tell me who to be
      Cuz I'm not what they see
      Yeah the world is still sleeping
      While I keep on dreaming, for me
      And it wasn't just whispers and lies
      That I'll never believe
      And I want a moment to be real
      Wanna touch things I don't feel
      Wanna hold on, and feel I belong
      And how, can they say I'll never change?
      They're the ones that stay the same
      I'm the one now, cause I'm still here
      I'm the one, cause I'm still here
      I'm still here

      [john rzeznik]

      für mich die definition von "liebe"

      Wie soll ich meine Seele halten, daß
      sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
      hinheben über dich zu andern Dingen?
      Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
      Verlorenem im Dunkel unterbringen
      an einer fremden stillen Stelle, die
      nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
      Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
      nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
      der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
      Auf welches Instrument sind wir gespannt?
      Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
      O süßes Lied.


      Rainer Maria Rilke
      ...manche dinge sind wahr. ob wir daran glauben oder nicht...