Mauer oder Fehlinterpretation?

      Twi-n-light;196073 schrieb:

      Übrigens, wenn ich mich jetzt einige Zeit nicht mehr melde, liegt es nicht daran, dass mich das Thema nicht mehr interessiert, sondern dass ich unterwegs bin, und da bin ich meistens nicht im Forum.

      gute Reise + komm gesund wieder!

      (sorry Cupidom für den Missbrauch deines Threads :red:)
      Hallo Erni, Hallo Zusammen,

      das mit den Unternehmungen gestaltet sich nun doch etwas schwieriger. Darauf werde ich nun wohl verzichten müssen. Jedenfalls eine Weile.... denn die Sache mit der Interpretation hat sich nun etwas aufgeklärt. Allerdings macht es die Sache jetzt nicht leichter für mich, aber ich habe nun immerhin einen Grund für ihr Verhalten bekommen. Wie es weiter geht muss ich mir jetzt sehr genau überlegen, da es für SIE momentan kein Grau, sondern nur Weiß oder Schwarz gibt.


      Sie hatte mich gestern angerufen. Das allererste Mal. Ich war schon überrascht. SIE wollte wissen wie es mir geht, aber eigentlich klang es eher wie „Mir geht es nicht gut, können wir reden?“. Ich machte den Vorschlag, dass wir uns treffen, um darüber zu reden. Das lehnte SIE ab mit der Begründung, dass es IHR am Telefon leichter fiel zu reden.

      Kein Problem für mich. Sie war sehr ehrlich und hat nach einigen Versuchen dann ihre gesamte Gefühlswelt offengelegt.

      SIE hat sich in mich verliebt. Und nun gehen ihr abertausende Gedanken durch den Kopf. Natürlich auch meine Aussagen die ich bzgl. Beziehungen in der Firma etc. getroffen haben.

      Vielmehr jedoch beschäftigt sie ihr mangelndes Selbstvertrauen. SIE sagte, dass ich nach dem Tod ihres Freundes der erste Mann bin bei dem SIE sich sicher fühlt. Der nicht nur Mitleid hat und nicht nur oberflächlich ist, sondern mit dem SIE offen über alles reden kann, der 100% Verständnis für sie aufbringt. Bei dem SIE sich mit all ihren Problemen (SIE sagte Sie ist momentan ein absolutes Problemkind, ein seelisches Wrack). Deshalb hat SIE sich zurück gezogen. SIE wollte sich schützen, sich klar werden über ihre Gefühle. Aber SIE wollte auch fair sein und ehrlich mir gegenüber.

      SIE hat nun zum ersten Mal wieder das Verlangen sich von einem Mann berühren zu lassen, selbst zu berühren. ABER: Auf der anderen Seite auch sehr viel Angst. Angst verletzt zu werden, und ganz große Angst davor was passieren wird, wenn es intimer wird.

      Was wenn SIE plötzlich an ihren verstorbenen Freund denken muss und anfängt zu weinen, obwohl es doch schön ist? Was wenn SIE immer mal wieder in ein Loch fällt? All das möchte SIE natürlich ihrem ersten möglichen Partner nach dem Unfall nicht zu muten, weil SIE nicht einmal weiß wie SIE selbst damit umgehen wird und welchen Einfluss das auf SIE hätte. Ich sagte ihr, dass, wenn es der Richtige ist, er auf jeden Fall Verständnis dafür hätte. Sonst wäre es nicht der Richtige.

      Das Gespräch war sehr intensiv. Ich habe mich darauf eingelassen und ihr ehrlich gesagt wie ich zu ihr stehe. Das ich überhaupt noch nicht an eine Beziehung denke und es toll fände, wenn wir uns einfach weiter treffen könnten, damit ich für mich herausfinden kann, ob sich daraus mehr entwickeln könnte. Aber auch das ich viele Bedenken habe, ob das mit ihr und mir funktionieren kann.
      Sie zeigte zwar Verständnis, meinte aber, dass sie das nicht könne. Dann habe ich etwas gesagt, was vielleicht ein wenig unsensibel war. Es war mir jedoch wichtig, dass SIE sich darüber nochmal Gedanken macht. Ich fragte SIE, ob SIE sich sicher ist, dass SIE sich verliebt hat. Oder ob es nur der Zustand ist, dass jemand ihr zuhört, sie unterstützt etc. SIE meinte.. ja.

      Ich bin nun irgendwie am Zug. Ich werde ihr noch Zeit geben und mir Zeit nehmen. Wie viel spielt keine Rolle. Und diese Zeit werde ich nutzen mir ebenfalls Gedanken zu machen, ob da nicht vielleicht doch schon viel mehr ist, als nur eine kollegiale Freundschaft. Oder ob all das was momentan zwischen uns steht und so verkorkst ist, dass es keine Basis für mehr bildet.

      Bin mir unsicher, aber sehr froh, dass wir beide jetzt wissen woran wir sind.

      @Chris
      Och, ich lasse mich doch ab und zu gern missbrauchen :D

      Grüße
      Michael

      cupidom;196082 schrieb:

      ich habe nun immerhin einen Grund für ihr Verhalten bekommen.
      toll :top:

      SIE hat sich in mich verliebt.
      wow, und das erst! :top: :boah:

      Das Gespräch war sehr intensiv. Ich habe mich darauf eingelassen und ihr ehrlich gesagt wie ich zu ihr stehe.
      :top: (Mensch Michael, ich komme überhaupt nicht weg von diesen Smileys :-D)

      Sie zeigte zwar Verständnis, meinte aber, dass sie das nicht könne.
      weswegen könne sie das nicht, meinte sie?

      @Chris
      Och, ich lasse mich doch ab und zu gern missbrauchen :Dl

      :schmunzl: :grohl:
      Also ich finde euch beide ja sehr reflektiert. Etwas zu reflektiert für meinen Geschmack ;).

      Aber nachdem du schon so reflektierst: Wo genau ist denn DEIN Problem?

      * Denkst du, du kannst damit umgehen, dass sie dich mit ihrem verstorbenen Freund vergleichen wird, dass sie immer wieder an den anderen denken wird, usw?

      * Denkst du, du kannst sie wie eine "normale" Freundin behandeln, oder wird sie bei dir immer einen Vorschuss dadurch haben, dass sie was Schlimmes erlebt hat?

      * Stört es dich immer noch, dass sie eine Kollegin ist, und wenn ja, was genau stört dich daran?
      Wenn ich das richtig verstanden habe, seid ihr beruflich auch nicht auf Augenhöhe, könnte das mal ein Problem für dich werden?

      Sonst fällt mir jetzt nichts potenziell Problematisches ein. Freut mich ja, dass ich mit meinen Vermutungen über sie offenbar nicht ganz unrecht hatte ;)
      Hallo Zusammen,

      Hier wie gefordert ein Update.*
      Mittlerweile hat sica das Ganze wieder in die andere Richtung entwickelt.
      Nur das ich jetzt nicht mehr die Kontrolle habe, sondern sie.

      Ich hatte meine Zweifel und wollte für mich raus finden inwieweit und ob ich mir wiwarenindene Beziehung mit ihr vorstellen könnte.
      Trotz all der Hindernisse.*

      Entscheidung: Ja. Ich habe den Kopf ausgeschaltet und wusste, dass ich alle Schwierigkeiten mit ihr zusammen lösen möchte.
      Das hat zwei Tage gedauert, in denen ich mich nicht bei ihr gemeldet habe.
      Ehrlich gesagt nur 2 Minuten, denn ich spürte natürlich das sie mir schon viel mehr bedeutet.*

      Nach den 2 Tagen schickte sie mir ein Foto von ihrer Katze wie sie auf dem Sofa liegt. Völlig aus dem Nichts mit dem Text: ist das nicht toll?Ich antwortete, dass die Katze mich bestimmt vermisst. Die vermisst dich sicher! Gute Nacht! kam als Antwort.*

      Das war der Beginn einer tollen Zeit. Wir haben uns 6 Tage hintereinander jeden Abend. Sport gemacht, geflirtet und viele tolle Gespräche. Am 6. Abend fragte sie mich indirekt ob ich noch mit hoch kommen möchte. Ich blieb ziemlich lange und wir haben uns 3 mal mit einer langen Umarmung verabschiedet. Am 7. Abend haben wir zusammen gekocht. Nach dem Essen sind wir ins Wohnzimmer gegangen und haben bei Kerzenschein und Musik ein tolles Gespräch geführt. Bis dahin ohne irgendwelche Berührungen. Nicht mal Händchen halten.*

      Auf einmal legte sie ihren Kopf in meinen Schoss und meinte sie ist müde und kaputt. ich fing an sie zu streicheln. Sie genoss es. Nach einer Weile drehte sie ihren Kopf nach oben und guckte mich total verliebt an. Wir küssten uns... und auf einmal waren wir beide nackt. Ich fragte ob sie sich wohl fühlt, sie sagte: ich fühle mich sehr wohl bei dir. Wir hatten Sex. Dabei merkte ich, dass sie Anfing zu denken.

      Da ich ihre Vorgeschichte kenne, hörte ich auf. Meine Frage nach dem Wohlbefinden beantwortete sie mit: es geht mir wirklich gut bei dir. Entschuldige.*Wir gingen ins Bett. Sie drehte sich weg von mir. Ich nahm sie in den Arm und wollte sie erst einmal nicht weiter befragen oder zärtlich werden. Nach einer Weile drehte sie sich um und küsste mich. Diesmal ging die Initiative von ihr aus. Als wir kurz davor waren wieder Sex zu haben, fragte ich sie, ob sie sicher ist das sie das will. Sie bejahte es aber ich war mir sicher, das war eine Lüge. Ich legte mich neben sie und wir guckten uns lange schweigend an. Dann küsste sie mich, sagte gute Nacht und drehte sich um.

      Auf einmal spürte ich Kälte. Am nächsten Morgen musste sie früh aufstehen.* Als der Wecker klingelte, dauerte es gefühlte 2 Sekunden bis sie in der Tür stand, bereit zu gehen. Sie war kalt und distanziert. Ich bat um eine Erklärung.* Sie sagte: das kann ich dir noch nicht erklären, küsste mich auf den Mund und ging.Ich hatte kein gutes Gefühl. Schrieb ihr das und sie antwortete: ich hab das alles wurklich genossen. Sie schrieb mir dann noch 2 belanglose SMS, das wars. Sie antwortete dann nicht mehr und ging auch nicht ans Telefon.*

      Sie rief dann irgendwann zurück und meinte die Situation überfordert sie. Sie schreibt mir eine Email. Das tat sie auch mit folgendem Inhalt:

      Verletzen wollte ich dich nicht und flüchten auch nicht...

      Ich habe viel nachgedacht und denke...hätten wir nicht tun sollen...

      ich hab dich unheimlich gern und du bist immer für mich da und das fühlt sich so gut an...

      Für mehr reicht es nicht...

      ich hoffe das es nun nicht kaputt ist!

      du bist ein so wundervoller Mensch...

      ich hätte dir gleich meine Gedanken erklären müssen...

      ich habe den Moment mit dir sehr genossen aber ich habe auch gemerkt*dass ich einfach nicht bereit dazu bin*

      ich habe viele Ängste und mit dem Unfall das Vertrauen in meinem Leben verloren
      ich habe eigentlich nur noch Angst und Vertrauen in absolut nichts mehr...

      ich möchte dir Vertrauen können aber das fällt mir immer noch schwer...

      Meine Leben war geplant und ich hatte alles was ich brauchte um mich sicher und geborgen zu fühlen*und auf einmal, ohne jede Vorwarnung, war alles anders

      Warum ich? Was habe ich getan damit ich so bestraft werde?

      Ich würde mich freuen wenn wir trotz allem weiterhin gemeinsam Zeit miteinander verbringen...

      Das im Auszug. Ich weiß im Moment nicht was diese Aussagen bedeuten. Endgültig? Warten und einen steinigen Weg gehen? Vergessen? Ich weiß es nicht. Das muss erst mal sacken.

      *Grüße M
      (Was bedeuten denn die * in deinem Text?)

      Ich hatte so beim Lesen das Gefühl, dass du sie irgendwie bedrängst. Und zwar mit Rücksichtnahme, verstehst du? Schon diese Fragerei macht so einen Eindruck von "Fühlst du dich wohl?" "Fühlst du dich wirklich wohl?" "Fühlst du dich nicht vielleicht doch nicht wohl, wenn du ganz tief in dich hineinhorchst?" auf mich. Ich hab dir ja schon mal geschrieben, mir wäre das zu viel des Reflektierens. Sie ist genauso erwachsen wie du.

      Ich glaub überhaupt nicht, dass das jetzt vorbei ist, sondern das ist der Anfang. Sie trägt halt eine schwerwiegende Verletzung aus der Vergangenheit mit sich herum. Das - und offenbar nicht die Tatsache dass ihr Kollegen seid - scheint der Knackpunkt zu sein.

      Nachdem du dich in sie verknallt hast: Ich würde an deiner Stelle "weiterhin gemeinsam Zeit miteinander verbringen", so wie sie es sich wünscht. Da du ja wirklich nicht der Typ bist, der ihr Küsse etc abringt, kann sie so langsam Vertrauen fassen und sich an die schönen Zeiten mit dir gewöhnen. Klar, es heißt immer, man muss aufpassen, dass man nicht in der friendzone landet. Solltest du dann auch (aufpassen, meine ich).

      Nur das ich jetzt nicht mehr die Kontrolle habe, sondern sie.

      Ist doch irgendwie naheliegend, nachdem ja SIE vorbelastet ist, nicht?
      Hi Twi-n-light,

      Wir haben geredet. Sehr ehrlich und offen.

      Sie erzählte mir, dass sie ein Problem damit hat Nähe zuzulassen. Und das sie am Morgen nach unserer ersten gemeinsamen Nacht aufgewacht ist und ihr erster Gedanke war “Scheiße, ich habe meinen toten Freund betrogen.”. Des Weiteren erzählte sie mir, dass sie sich im Moment keine Beziehung (mit mir) vorstellen kann, es aber zu 100% nicht an mir liegt, sondern nur an den Gedanken an ihren toten Freund. Das sie die Trauer noch nicht verarbeitet hat und mit sich selbst noch nicht im klaren ist. Das sie Angst hat sich wieder auf jemanden einzulassen, der dann eines Tages auch wieder Weg ist. Das sie mir zwar vertraut und denkt das ich es ehrlich mit ihr meine, sie sich aber dauernd fragt: “Warum ich? Warum suchst du dir nicht jemanden der nicht so viele Probleme hat, der nicht so jung ist und der vielleicht hübscher ist?” Sie meinte sie hat mich mehr als nur sehr gern, sie findet mich wundervoll und möchte gerne weiterhin mit mir Zeit verbringen.

      Ich fragte sie, wie das ihrer Meinung nach weitergehen soll. Sie sagte so wie bisher. Auf meine Frage was ist, wenn ich sie anfassen oder Küssen möchte, antwortete sie: Dann tue es einfach, es kann aber sein das ich abweisend bin. Bitte denke dann nicht das liegt an dir. Sie sagte das sie gerne sehen würde wie es sich entwickelt.

      Und ich meinte zu ihr, dass mir durchaus bewusst ist, dass sie die Regeln bestimmt und ich viel Verständnis und Geduld bräuchte, wenn ich möchte das da mehr draus wird. Ich habe an diesem Abend nicht versucht etwas in Richtung Zärtlichkeit zu unternehmen. Aber sie kam an, nahm mich in den Arm und küsste mich. Ebenso beim Abschied.

      Am nächsten Tag war sie dann wieder total kühl. Kein liebes Wort, nur sachliche SMS. Als ich ihr schrieb “Ich denk an dich” kam zurück “Dir auch viel Spaß”. Gestern war sie dann wieder wie ausgewechselt. Sagte mir, dass sie mich vermisst und auf mich freut. Wir haben auch die letzte Nacht zusammen verbracht. Wunderschön und Zärtlich. Jedoch wieder mit fast keiner Initiative von ihrer Seite. Sie wirkt immer nachdenklich und unsicher. Total unsicher. Selbst wenn sie nur in meinen Armen liegt.

      Ich merke, wie ich darüber nachdenke. Mir Gedanken mache, was falsch läuft. Aber auch wie ich ihr helfen könnte und wie viel Geduld ich noch habe. Ich vermisse Bestätigungen von ihrer Seite, Initiative.

      Sie genießt, ist aber extrem passiv. Ich kenne das so nicht. Normalerweise gehen zwei verliebte anders miteinander um. Wollen sich so häufig wie möglich sehen, zeigen einander ihre Gefühle. Bei ihr ist das eine absolute Ausnahme. Mich belastet diese Achterbahnfahrt. Ich brauche eine Grundsicherheit, ein gutes Grundgefühl und möchte nicht immer darüber nachdenken, was ich ihr wann sage bzw. was ich wann mache.

      Gruß
      Micha

      cupidom;196388 schrieb:


      Ich merke, wie ich darüber nachdenke. Mir Gedanken mache, was falsch läuft.

      Da läuft nichts "falsch", finde ich. Sie hat dieses dir bekannte Problem mit ihrem toten Freund, und ansonsten ist sie eher der unsichere schüchterne Typ. Deswegen verhält sie sich so.

      Normalerweise gehen zwei verliebte anders miteinander um.

      Stimmt, ihr seid aber nicht 2 normale Verliebte, sondern sie hat ein spezielles Problem (ihren toten Freund).

      Aber auch wie ich ihr helfen könnte

      Nicht auf eine spezielle Art, denke ich, sondern dadurch, dass du für sie da bist.

      und wie viel Geduld ich noch habe. (...)
      Mich belastet diese Achterbahnfahrt. Ich brauche eine Grundsicherheit, ein gutes Grundgefühl und möchte nicht immer darüber nachdenken, was ich ihr wann sage bzw. was ich wann mache.


      Kann ich sehr gut verstehen. Das ist DEIN Grundproblem.

      Wäre ich an deiner Stelle, wäre der Punkt, an dem ich noch rational "nein, lieber doch nicht" sagen könnte/ wollte, schon überschritten.
      ...muss meinem Zwillingsbruder recht geben. Genieße es so, wie es ist.

      Warst es nicht du, dem es zu Anfang zu schnell ging, weil du gesehen hast, dass es so kommen kann und wird?

      Du hast dich aus meiner Sicht darauf eingelassen, das ist gut so - aber es liegt jetzt auch an dir, sie langsam aus dieser Situation herauszuführen. Und denk nicht zuviel nach - wenn du sie liebst, dann wird das schon :)

      glg
      felix