Ist die Welt eigentlich krank?

      Ist die Welt eigentlich krank?

      Hallo

      Ich wollt mal ein etwas provokantes Thema in die Runde werfen, aber das ist gerade irgendwie zu meinem Thema des Tages geworden. Und zwar habe ich folgendes gelesen:

      Ein Mann der jede Nacht eine andere Frau abschleppt ist der tolle Hecht. Eine Frau jedoch, die jede Nacht einen anderen Mann hat ist eine Schlampe. Denken Sie einmal darüber nach wie absurd und krank das ist.


      Das springt mich gerade so an, weil mir heute schon zwei Dinge über den Weg gelaufen sind, die ich irgendwie krank, oder im einfachsten Sinne schief und nicht in der richtigen Balance finde. Ich hatte ein längeres Gespräch mit einer Bekannten die allein erziehende Mutter ist und momentan keine Arbeit findet. Ihr Kind ist von 8 bis 16 Uhr im Kindergarten und das Amt bietet ihr nur Jobs Abends, Nachts oder am Wochenende, wo sie aufs Kind achten muss. Dann wird gesagt, sie könne ja eine Betreuung organisieren, das würde aber mehr kosten als der Minijob bringen würde. Allein das ist ja schon schräg.

      Ganz allgemein habe ich mir dann gedacht, die Gesellschaft will zwar Kinder, aber die Mütter schafft sie nicht zu integrieren. Die Fortpflanzung ist eigentlich ein zentrales Element unserer Arterhaltung, wir haben aber eine Gesellschaft entwickelt, die zu Nachwuchs sehr inkompatibel ist, darunter insbesondere zu allein stehenden Eltern. Auch das finde ich schon irgendwie krank.

      Und gleich einher geht damit das Thema der Betreuung. Das ist ja quasi eine berufliche Mutter, wenn man so will, eine Mutter zu Miete. Das Paradoxe finde ich, wenn eine Frau beruflich auf ein Kind, oder mehrere, aufpasst, dann ist es ein Beruf der bezahlt wird. Ob gut genug ist ein anderes Thema. Wenn eine Mutter aber ein eigenes Kind betreut, dann ist das kein Job und wird nicht bezahlt. Die Mutter muss quasi in einen Beruf und Geld verdienen um die Kraft zu bezahlen die sie währenddessen als Muter vertritt. Auch das würde ich im Ansatz krank nennen.

      Und das gebe ich hiermit zur Debatte. Was für Dinge findet ihr "Krank" oder schief in unserer Gesellschaft oder unserem Leben? Oder was denkt ihr zu den Fällen die ich vorbringe?

      Grüße
      Marcus
      das oberste Thema, darüber brauchen wir wohl gar nicht weiter schreiben, es dürfte klar sein, dass das eine superdämliche Aussage ist.

      dass es sich für die Mutter nicht lohnt, einen Minijob auszuüben, ist eine riesengroße Frechheit, meiner Meinung nach.

      dass die Kinderbetreuung bezahlt wird, ist selbstverständlich. Dass eigene Kinder zu haben, auch bezahlt wird, in Form von Kindergeld etc. finde ich genauso ok.

      "krank und schief" finde ich in unserer Gesellschaft heutzutage so einiges, wenn ich jetzt hier anfange, das aufzulisten, dann komme ich heute nicht mehr ins Bett. Nur kurz angerissen: ich finde die finanziellen Unterschiede in unserer Gesellschaft wirklich unschön, die Gewichtung der Gehälter, für mich persönlich ist da keine Gerechtigkeit zu erkennen.

      ich meine, eine Krankenschwester z.B., die einen absolut verantwortungsvollen Job ausübt, täglich hochkonzentriert arbeitet, erhält einen Hungerlohn, gemessen z.B. am Gehalt einer Freundin von mir, die das 4-fache (!) für eine Bürotätigkeit ohne jede Verantwortung erhält.

      was den Tierschutz angeht bzw. die Tierquälerei, die noch immer und überall erlaubt ist, da möchte ich mich jetzt gar nicht weiter drüber auslassen.

      ach, x Themen kommen mir auf Anhieb in den Sinn ...
      Ein Mann der jede Nacht eine andere Frau abschleppt ist der tolle Hecht. Eine Frau jedoch, die jede Nacht einen anderen Mann hat ist eine Schlampe. Denken Sie einmal darüber nach wie absurd und krank das ist.

      Ich finde, jeder der jede Nacht jemand anders abschleppt, ist ein Depp, egal ob Mann oder Frau.

      Was die Kinderbetreuungssache angeht: Das ist in Deutschland leider wirklich so, in anderen Ländern (zB Frankreich, nach dem was man so liest) nicht. Klar sollte eine Gesellschaft, die "Kinderkriegen" propagiert (und das müsste eigentlich jede Gesellschaft, aus Selbsterhaltungsgründen) es auch sicherstellen, dass diese Kinder betreut werden können usw.

      ich meine, eine Krankenschwester z.B., die einen absolut verantwortungsvollen Job ausübt, täglich hochkonzentriert arbeitet, erhält einen Hungerlohn, gemessen z.B. am Gehalt einer Freundin von mir, die das 4-fache (!) für eine Bürotätigkeit ohne jede Verantwortung erhält.

      Stimmt, das gilt zB auch für Polizisten. Da wird dann herumgestritten, ob die, wenn sie Dienst in einer Großstadt tun müssen, wo sie sich die Wohnung nicht leisten können, eine Zulage bekommen.

      was den Tierschutz angeht bzw. die Tierquälerei, die noch immer und überall erlaubt ist, da möchte ich mich jetzt gar nicht weiter drüber auslassen.

      Meinst du damit Massentierhaltung u. dgl?

      Ich bin übrigens auch schon einigen ziemlich "kranken" Tierschützern begegnet. :plnot:

      Twi-n-light;169134 schrieb:

      Ich finde, jeder der jede Nacht jemand anders abschleppt, ist ein Depp, egal ob Mann oder Frau.

      :brueller:

      das gilt zB auch für Polizisten. Da wird dann herumgestritten, ob die, wenn sie Dienst in einer Großstadt tun müssen, wo sie sich die Wohnung nicht leisten können, eine Zulage bekommen.

      Frechheit :agree:

      Meinst du damit Massentierhaltung u. dgl?

      unter anderem. Auch die völlig überflüssigen Tierversuche, für Dinge, die schon tausendmal getestet wurden, ob Kosmetika oder Medizin. Diese unnötigen Wiederholungen, die doch nur der Forschung Geld bringen sollen.

      ich meine, es gibt ja nun wirklich mehr als genug Cremes und Zeug auf dem Markt, oder :doh: ?

      Ich bin übrigens auch schon einigen ziemlich "kranken" Tierschützern begegnet. :plnot:

      absolut richtig. Ich mag z.B. jede Form der Radikalität nicht, wenn etwas ins Extrem fällt, dann macht mir das eher Angst und ich halte das für keine gute Basis für ruhige Gespräche, um Lösungen zu finden.
      am mwißsten krank sind doch die leute, die solche gesetze auf den weg bringen. nur....denen geht es ja nicht schlecht....haben kohle genug....wenn sie weiterhin mist bauen, können sie mit einer superrente und abfindung in den ruhestand gehen.
      diese behördenwillkür ist himmelschreiend.
      freund von mir sind am sozialamt beschäftigt. wenn die da nach fierabend rauskommen, sind die mehr erledigt als die hilfebedürftigen, weil die mitarbeiter des sozialamtes ja genau erkennen, welchen scheiß wieder die oberen verzapft haben, den jetzt die armen ausbaden müssen. wenn ich nur überlege.....der hartz IV-satz wird um 5 euro erhöht. und darüber streiten sich die politiker noch....nach dem motto...es könnten ja auch nur 4,99 euro sein.es war ja toll, daß steinmeier seiner frau eine niere gespendet hat.....aber wohl in erster linie.....um ein paar wähler mehr zu gewinnen. diesen dreckspolitikern traue ich alles zu. welcher von denen hat nicht dreck am stecken ? ich hönnte haufenweise namen nenne, die den staat und die bürger, bzw. auf kosten der steuerzahler sich bereichert haben. wenn die für ihre vergehen alle in den knast kämen, müßte erst ein riesenknast gebaut werden. :D
      Erni
      die politiker kassieren schonmal die dicken "diäten" und vergeben großzügig 5 euro, aber natürlich pro monat, an die hartz IV -empfänger. langzeitarbeitslose, dei aufgrund ihres alters keinen job mehr bekommen....aber dann das rentenalter hochsetzen. den menschenverachtenden politikern sollte man ins hirn sch.....
      wahrscheinlich wurde denen schon isn hirn gesch.......
      Erni
      ich kann mir echt vorstellen, dass eine Arbeit, die einen täglich mit Menschen konfrontiert, denen es nicht so besonders gut geht, zumindest einigen von ihnen, denke ich mir mal, einem so an die Nieren gehen kann, dass man irgendwann resigniert oder eben depressiv dabei wird, weil man ihnen nicht wirklich helfen kann, da einem die Hände gebunden sind.

      chris;169178 schrieb:

      ich kann mir echt vorstellen, dass eine Arbeit, die einen täglich mit Menschen konfrontiert, denen es nicht so besonders gut geht, zumindest einigen von ihnen, denke ich mir mal, einem so an die Nieren gehen kann, dass man irgendwann resigniert oder eben depressiv dabei wird, weil man ihnen nicht wirklich helfen kann, da einem die Hände gebunden sind.


      er hat täglich über die scheißgesetze geflucht.
      Erni
      Berufe vergleichen finde ich wirklich sehr schwierig. Zu Sylvester hab ich z.B. ein Konzert von Michael Jackson im Fernsehn gesehen (alles andere wäre auch okkult), und mir ist mal wieder bewusst geworden, dass ich diesen Personenhype um einzelne Stars recht bedenklich finden. Das ist auch nur ein Mensch. Wenn ich mir dann nen Chirurgen daneben denke, der ist auch ein Meister seiner Kunst, aber wird weniger bejubelt.

      Neulich hat mich dann mal ne Bekannte gefragt, ob ihr Leben sinnvoll sei und ihr Beruf. Ein Freund von ihr wäre Arzt und würde Leben retten, sie säße nur irgendwo im Büro, wem würde das schon was bringen? Also ich finde solche Vergleiche schwierig. Jeder hat eine relevante Funktion in der Gesellschaft. Bei der Medizin liegt das vielleicht auf der Hand. Aber auch die Leute die Essen in den Laden bringen, egal ob sie es herstellen, transportieren oder handeln, oder die unsere Straßen bauen und reparieren, uns mit Strom und Wasser versorgen, unsere Kleidung machen, etc. Jeder hat eine wichtige Funktion in der Gesellschaft. Ich als Programmierer habe mich das auch gefragt, wem nutzt das was, wenn ich Code in den PC tippe. Aber genau genommen mache ich erst mal was für meine Firma und alle Leute die da ihre Arbeit haben, damit wir weiter Arbeit und Lohn haben. Und dann tun wir was für unsere Kundenfirmen, die auch mit unseren Produkten ihre Situation verbessern, Arbeitsplätze erhalten und dadurch in Deutschland mit hoher Qualität wettbewerbsfähig bleiben.

      Also man muss nicht Leben retten und relevant zu sein. So ein Arzt, der ein paar Tage lang kein Brot zu essen bekam, wird auch keinen mehr heilen. Also ist auch der Bauer wichtig, und der Bäcker, die den Arzt füttern. Jetzt mal naiv bebildert.


      Was die Hartz IV Debatte angeht, was mich am meisten ärgert ist die SPD. Die hats erfunden, in der Höhe, unter Schröder. Die hat es in der großen Koalition nie berührt oder verbessert, obwohl sie mit an der Macht war. Und jetzt wo sie Opposition sind ist es auf einmal unter der Menschenwürde. Die Jahre davor wo sie es hätten ändern können wars kein Thema. Das ist sehr heuchlerisch. Aber der normale Wähler scheint sowas nicht zu merken.

      Das bedeutet nicht, dass ich diese 5 Euro Sache sinnvoll finde. Und ich bin absolut überzeugt, dass die Summe zuerst stand, was gerade irgendwie möglich ist, und sich dann zurecht gerechnet wurde, bis es paßt.


      Und Gehälter wurden mal angesprochen. Ja manchmal fragt man sich, warum mancher Leute Stunde Zeit so viel weniger Wert ist als die anderer Leute. Manche Steigerungen versteh ich ja. Mit Realschule und Lehre ist man mit 19 oder 20 im Beruf. Ich mit Abi und Studium erst mit 26 oder später. Diese Jahre mehr Ausbildung muss ich Lohnmässig quasi auch erst mal aufholen. Plus theoretisch die Zusatzkosten in Form von Studiengebühren, die muss ich auch erst mal rein holen, während der klassische KFZ Mechaniker schon Geld verdient. Aber wenn man dann in den Bereich der Manager ein tritt, da wird es unverhältnismässig. Ich mag jetzt keine Grenze fest machen, ob jemand 4 oder 6 Mal mehr verdienen darf als jemand anderes. Aber es geht ja ins Obszöne bei den Millionen und Boni und so etwas.

      Und wenn ich dann noch Bedenke, was für eine mistige Arbeit diese überbezahlten Manager leisten, Banken kaputt, Karstadt vorm Untergang, etc. Und die kriegen noch Boni drauf, und Abfindung wenn sie früher gegangen werden. Da kommt die Krankenschwester wieder ins Bild. Natürlich mag ein Manager der für ganz VW mit 1000 Arbeitern verantwortlich ist viel Verantwortung tragen. Aber das tragen unsere Mediziner auch. Mit Verantwortung lässt sich der Gehaltsunterschied nicht erklären. Und wenn man so will, tragen auch unsere Lehrer viel Verantwortung, für die kommenden Mitglieder unserer Gesellschaft.

      Grüße
      Marcus

      Jaw;169435 schrieb:

      Berufe vergleichen finde ich wirklich sehr schwierig. (...)

      Neulich hat mich dann mal ne Bekannte gefragt, ob ihr Leben sinnvoll sei und ihr Beruf. Ein Freund von ihr wäre Arzt und würde Leben retten, sie säße nur irgendwo im Büro, wem würde das schon was bringen?

      Also ich rechtfertige mich vor niemandem wegen dem Sinn, den mein Beruf macht (obwohl mir das vielleicht leichter fallen würde als manch anderen). Ich mache das auch nicht, weil es "Sinn" hat, sondern weil es zu mir passt und mir entsprechend Spaß macht.

      Jaw;169435 schrieb:

      Wenn ich mir dann nen Chirurgen daneben denke, der ist auch ein Meister seiner Kunst, aber wird weniger bejubelt.

      :agree:

      wohl, weil er die Menschen mit seiner sehr wichtigen Tätigkeit nicht erreicht in der Masse. Einem Chirurgen wird es aber (hoffentlich) auch nicht um Hype gehen.

      Neulich hat mich dann mal ne Bekannte gefragt, ob ihr Leben sinnvoll sei und ihr Beruf. Ein Freund von ihr wäre Arzt und würde Leben retten, sie säße nur irgendwo im Büro, wem würde das schon was bringen? Also ich finde solche Vergleiche schwierig.

      ich auch. Dennoch sage ich für mich, dass mir ein Mensch mehr imponiert, der z.B. als Arzt arbeitet. Das liegt jedoch daran, dass ich mir das für mich persönlich nicht vorstellen könnte. Der Job würde mich platt machen, die Verantworung, fuh. Darum ziehe ich da den Hut. Allerdings ebenso vor einer Masse an anderen Berufen :agree:

      Und jetzt wo sie Opposition sind ist es auf einmal unter der Menschenwürde. Die Jahre davor wo sie es hätten ändern können wars kein Thema. Das ist sehr heuchlerisch.

      :agree: :agree: :agree:

      Twi-n-light;169437 schrieb:

      Also ich rechtfertige mich vor niemandem wegen dem Sinn, den mein Beruf macht (obwohl mir das vielleicht leichter fallen würde als manch anderen).

      warum meinst du, dass es dir leichter fallen würde als manch anderen :doh: ?

      Ich mache das auch nicht, weil es "Sinn" hat, sondern weil es zu mir passt und mir entsprechend Spaß macht.
      so geht es mir auch. Allerdings, ein bisschen Sinn muss meine Tätigkeit schon haben für mich :schmunzl: Und zwar nicht nur für mich persönlich, sondern schon auch für die Allgemeinheit.
      Also ich kann nicht für deutschland sprechen, aber ich bin ein kleiner betrieb für raumausstattung

      und ich glaube, nicht mehr lange zu überleben zu können. ich habe vier oder fünf mitarbeiter

      und existieren nun seit über 65 jahren. Die zeiten waren goldig vor zwanzig jahren, vielleicht,
      jetzt ist es nur mehr anstrengend, obwohl ich meinen beruf seit 30 jahren ausübe und mich gut auskenne, aber hier wird man vom staat nur geschrpröpft bis zum geht nicht mehr.

      die banken machen terror, etc. etc.... am monatsende sind die löhne zu überweisen, am 15 . jeden monats die steuern und am 17. die krankenkassen... es ist fast nicht mehr zu bewältigen und man arbeitet tag und nacht...:nene:
      Die ganze wirtschaftliche Entwicklung bringt seit langem schon in verschiedensten Bereichen die Kleinen unter die Räder und nur die großen Megakonzerne überleben. Die können ins billige Ausland verlagern, die optimieren ihre Massenproduktion, etc.

      Und siehe Dioxin-Skandal, selbst dann riskieren sie noch die Gesundheit des ganzen Landes um mit billigen Materialien noch irgendwo mehr Geld raus zu holen.

      Aber überall hast du nur noch die Riesen wie z.B. Saturn und Mediamarkt im Elektrosegment. Die kleinen Buden können die Preise kaum halten. So wie auch die Supermärkte nur noch aus ner Hand voll Ketten bestehen. Oder so Ikeas, die verdrängen sicher auch was.

      Ich mein, es ist schön, ich kauf oft bei Ikea. Aber diese Globalisierung und diese unterschiedlichen Lohnsysteme die da einfach in einen Topf geschmissen werden führen halt zu solchen Nebenwirkungen.

      Also ich rechtfertige mich vor niemandem wegen dem Sinn


      Im konkreten Fall gings ja um eine Selbstkrise, also den Job vor sich selber rechtfertigen Quasi. Die Person hat jetzt so etwa 200 Absagen auf Bewerbungen gesammelt, laut eigenen Angaben, und hadert halt mit dem gewählten Lebensweg. Kann ich ja gut verstehen, das ist dieses keiner will mich, niemand braucht mich Gefühl. Was soll man sonst daraus mitnehmen, wenn kaum einer zum Gespräch lädt?

      -Marcus