Der liebesleere Raum

      Der liebesleere Raum

      Hallo!

      Es ist schon schwer, eine geliebte Person einfach so loszulassen...
      Gestern Abend hat nämlich mein Freund mit mir Schluss gemacht und nun liege ich seit einigen Stunden wach und kann einfach nicht mehr weiterschlafen!

      Vielleicht sollte ich Verständnis halber von ganz vorne beginnen.

      Letztes Jahr hatte ich für ein halbes Jahr eine Beziehung, die kurz vor Silvester zu Ende ging. Das war ein tiefer Schlag für mich, vor allem weil es bisher mein längste Beziehung gewesen ist. Jedenfalls lernte ich bereits nach zwei Wochen jemand Neues kennen. Dass er interessiert an mir war, war nicht zu übersehen. Natürlich hatte ich da so meine Zweifel, ob das gut ginge bzw. ob mir das gut tun würde, vor allem weil meine Angst vor einem erneuten Verlust ständig präsent war. Doch traurig wie ich war, liess ich mich auf das neue Gefühlchaos ein, natürlich immer mit dem Gedanken daran, dass es möglicherweise schon bald wieder scheitern würde...
      Meine Befürchtungen bewahrheiteten sich und nach 1 1/2 Monaten war die ganze Glückseligkeit wieder verflogen, denn der besagte Typ war sicher seiner Gefühle nicht wirklich sicher. Zu all dem hinzu kam noch, dass ich ein gewisser Selbsthass gegen mich aufbaute, was dazu führte, dass ich eine ernsthafte Essstörung entwickelte. Das gab mir das Gefühl, dass ich wenigstens etwas ein wenig unter Kontrolle hatte. Glücklicherweise griff meine Mutter ein und führte mir vor Augen, dass das nicht mehr so weitergehen könne. Kaum hatte ich das Ganze mit meinem Essverhalten wieder mehr oder weniger unter Kontrolle kam schon der nächste Schlag: Kurz vor meiner Abschlussprüfung meiner Fachmaturität hatte ich einen Nervenzusammenbruch. Ich versuchte dann so gut es ging, meine Prüfungen abzulegen und hoffte natürlich trotz meines labilen Nervenzustands, dass ich die Prüfung schaffen würde. Glücklicherweise war dies auch der Fall. Doch als ich meinen Abschluss im Sack hatte und darauf hoffte, dass ich mich nun hoffentlich bald besser fühlen würde, wurde es nur noch schlimmer. Ein Gefühl von Leere holte mich wieder ein und ich hatte immer das Gefühl, ich würde in einem Traum leben - alles kam mir irgendwie so unwirklich vor. Das machte mir wirklich Angst! Wenigstens diese Angst hat sich seit Kurzem gelegt...
      Jedenfalls lernte ich im Sommer dann meinen jetzigen Ex-Freund kennen. Natürlich hatte ich wieder Angst, dass es wieder nicht klappen würde. Vor allem aber hatte ich davor Angst, dass ich erneut zusammenbrechen würde, würde es wieder nicht funktionieren. Das sagte ich ihm auch. Natürlich versuchte er es zu verstehen, doch manchmal ist es schwer nachzuvollziehen bzw. zu verstehen, was in einer anderen Person vorgeht. Wir hatten wirklich eine schöne Zeit und er schenkte mir auch viel Zuwendung. Doch seit einiger Zeit (ich weiss 2 Monate sind nicht gerade viel...) gab er mir nicht mehr nicht mehr richtig Auskunft darüber, was er am Wochende so vorhat bzw. ob wir uns nun sehen könnten oder nicht - alles war mehr spontan als vorgeplant... Gestern war ich nun dazu entschlossen ihm zu sagen, dass ich es schade finde, dass er immer so spontan entscheiden würde, was er am Wochenende machen wolle, da es für mich auch wichtig sei, ein wenig zu planen . Vielleicht sollte ich dazu noch sagen, dass wir eine Fernbeziehung führten... Bei unserem Telefonat lief es dann schliesslich darauf aus, dass er mir sagte, dass es für ihn so nicht mehr stimmen würde und er das Gefühl hätte, dass ich mein Leben einmal so wieder in Ordnung bekommen müsse und dass wir uns in zwei völlig verschiedenen Lebenssituationen befänden. Bei dieser Aussage ist mir gleich der Gedanke durch den Kopf geschossen, dass er sich vielleicht überfordert gefühlt hat, weil ich ihm einige Male von meinem seelischen Befinden erzählt hatte...
      Für mich kommt es irgendwie überraschend und es ich habe einfach fürchterliche Angst, dass ich irgendwann kein Vertrauen mehr für die Liebe habe.
      Irgendwie habe ich ja auch das Gefühl, dass ich auf Männer anfangs eine totale Wirkung habe, und sobald ich mich auf sie einlasse, sie überfordert sind mit mir...

      Ich wäre um einen Rat wirklich sehr dankbar.
      guten morgen seidenblume.....

      sei erst ma janz doll :troest:
      puuuuhhhh....is schon hart deine geschichte.
      entäuschungen...immer und immer wieder die einem sehr zu schaffen machen.
      einen rat geben...???
      mmmmmhhhh.....schau erst mal auf dich, geniesse das leben und setz all deine kraft in deine ausbildung...bzw. berufsleben.
      du bist jetzt am wichtigsten.
      ich kann mir sehr gut vorstellen, das dein schmerz uber einen erneuten verlust unendlich zur zeit ist...aber denk daran...duuu und nur duuuuu bist wichtig....und der prinz der dein herz erobert...wird sicher bestimmt irgendwann in dein leben treten und dann wird alles gut.


      lg
      lukas
      Hallo Lukas

      Erst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit für mein Problem genommen hast.
      Ich stimme dem was du sagst voll und ganz zu, nur ist es manchmal ganz schön schwer genügend Energie zu sammeln und sich auf die wesentlichen Dinge im Leben zu konzentrieren und sich an jenen auch zu erfreuen.
      Ich frage mich manchmal einfach, ob ich vielleicht etwas Anderes ausstrahle, was ich eigentlich gerne möchte. Oder weshalb verliebe ich mich dann immer in jene, die sich irgendwann einfach zurückziehen. Ich muss dazu sagen, dass ich überhaupt nicht der Mensch bin, der gerne eingeengt ist, trotzdem finde ich Zuneigung sehr wichtig in einer Beziehung. Weisst du, ich frage mich einfach, ob es manchmal besser ist, wenn man dem Partner nicht alle Probleme erzählt, vor allem wenn es schwerwiegendere sind. Aber auf der anderen Seite sollte ein Partner doch genau auch eine Stütze im Leben sein - ein Geben und ein Nehmen eben...
      Hallo Seidenblume,

      schön dass du den Weg hierher gefunden hast.

      Die kurze Zeit aus deinem Leben, über die du hier erzählt hast, liest sich ja wirklich wie ein Auf und Ab! Essstörung, Depression (?), Ängste, Freundschaften aufgebaut und verloren, Prüfung ... Sehr viel auf einmal!

      Kann es sein, dass du dich einfach zu schnell auf jemanden als Partner einlässt? So quasi: Oje, eine Lücke ist entstanden, schnell mal wieder schließen?

      Keine Ahnung, ob deinem letzten Freund wirklich deine Probleme zu tiefgehend waren - anscheinend ging es dir doch gerade besser, die Essstörung war nicht mehr da, die Prüfung bestanden, nur halt die Angst vor dem Auseinanderbrechen der Beziehung, die doch viele Menschen haben, war da. Vielleicht war deinem Freund eure Beziehung einfach zu anstrengend - da sieht man sich wg Fernbeziehung schon eh nicht so oft, und dann erzählst du ihm ab und an auch noch ein Problem.
      Nur, wenn das so ist, war er eben kein "Freund" für dich. Ich würde nicht gleich nach so kurzer Zeit die Flinte ins Korn werfen, wenn mir ein Mensch wirklich was bedeutet. Es gibt leider kaum jemanden, der überhaupt keine Probleme hat, also was soll's.

      Wie seid ihr beide denn nun verblieben, du und dein Freund?
      Hi Seidenblume....!!!!

      Ich weiß was du meinst, es ist nicht immer einfach...so zum tagesgeschehen über zu gehen.
      das leben ist teilweise hart und echt ungerecht.
      es gibt zeiten, da hat man das gefühl egal was man tut....allet is mist und irgendwie versteht einen der partner am wenigsten.
      erlebe grade eine zeit, die mich zeitweise zum verzweifeln bringt.
      hast du vielleicht ein hobby, was du sehr gerne machst und das dich ein wenig ablenkt.
      ich z.b haben das reiten für mich entdeckt und wenn ich bei meiner süßen bin und mit ihr ausreite dann vergesse ich wenigstens für eine gewisse zeit die sorgen.

      du schreibst:
      Weisst du, ich frage mich einfach, ob es manchmal besser ist, wenn man dem Partner nicht alle Probleme erzählt, vor allem wenn es schwerwiegendere sind. Aber auf der anderen Seite sollte ein Partner doch genau auch eine Stütze im Leben sein - ein Geben und ein Nehmen eben...


      mmmmhhh...früher habe ich auch immer alles erzählt....oft konnte ich mir dann hinterher noch tolle kommentare ( klugscheissermäßig ) an hören und ich habe es dann halt gelassen.
      rausgekommen ist dabei....rückzug in mein schneckenhäuschen und nur genervt sein wenn man den partner sieht.
      tja....wie mans auch macht....anscheinend immer verkehrt.
      ich denke es kommt auch viel auf den partner an...was stellt er sich unter beziehung vor.
      wollte er die stütze sein, hast du ihn zu sehr mit deinen problemen erdrückt.........???
      manchmal meint man es auch gar nicht soooo und es kommt trotzdem so rüber.
      liebe und partnerschaft und das ganze zwischen mann und frau.....dit is immer und immer wieder mit problemen verbunden.
      manchmal ist es die absolute harmonie und manchmal von orkanen und stürmen überschattet.
      klar ist es prima, wenn man jemand hat mit dem man alle seine sorgen teilen kann.
      wenn der andere für einen da ist und in seinen arm hält.....das gefühl zu haben, egal was auch passiert...er fängt mich auf.
      liebe bedeutet aber auch wenn man nicht zusammen ist und wenn man weit von einander getrennt ist und trotzdem sehnsucht nach seinem partner hat. selbst dabei gibt es unterschiede...die einen brennen lichterloh und die einen freuen sich auf ganz unterschiedliche weise auf den partner...auch wenn sie den ganzen tag nicht an ihn gedacht haben....sagen aber..ohne ihn möchte ich nicht mehr leben.

      er war es auf alle fälle nicht der richtige und denk nicht zu viel darüber nach..versuch es wenigstens...auch wenns bestimmt janz schön schwer fällt...schnüfff..:blinzel:
      das nur duuuuuuuuuuuuu der auslöser warst, das nur duuuuuuuu schuld daran hast...das eure beziehung nicht gehalten hat.
      glaub an dich :agree::schmunzl:
      ja ja ja jaaaaaaaaaaa

      glg
      lukas
      Hallo Twi-n-light!

      Danke auch dir, dass du dir Zeit genommen hast für mein Problem.
      Da liegst du wohl vollkommen richtig mit deiner Vermutung, dass ich mich immer wieder in etwas hineinstürze. Vielleicht liegt die Ursache uf den Schluss gekommen, dass ich so viel Energie dafür aufwenden müsste, dass ich es besser lassen werde und mich nun auf den ja darin dass ich als ich das erste Mal so richtig verliebt war (Teenie-Liebe ), nachdem es fertig gewesen ist, von dem den ich damals liebte und seinem Freundeskreis immer wieder wüst beschimpft worde bin. Das hat bestimmt Spuren hinterlassen. Und vielleicht habe ich ja unbewusst das Gefühl, ich müsse mir etwas beweisen...
      Das mag vielleicht komisch klingen, aber wirklich viel besser fühlte ich mich nicht. Ich hatte zwar meine Essstörung in den Griff bekommen und meine Prüfungen bestanden, doch trotzdem hatte ich diese Angst vor dem Ungewissen. Ich war total orientierungs- und ziellos... Das ist etwa so zu vergleichen: Wenn man eine Krankheit hat, dann steht diese häufig im Mittelpunkt, wenn diese aber geheilt ist, dann wird man sich ja kaum mehr daran plagen, welche Schmerzen man gehabt hat. Ich will damit sagen, dass man sich immer mit diesen Dingen beschäftigt, die präsent sind und nicht diese, die man schon verarbeitet hat. Denn dafür hat man ja eine Lösung gefunden.
      Deswegen war dies vielleicht auch nicht gerade ein passender Zeitpunkt um mich auf eine Beziehung einzulassen. Natürlich hatte ich nun jemanden der mir Zuneigung schenkte, aber dazu kam natürlich auch, dass ich nun auch noch die Angst hatte, dass die Beziehung schon bald wieder zu Ende sein würde. Und dies setzte mich noch mehr unter Druck bzw. ich hatte noch eine zusätzliche Angst, die mich belastete.
      Aber wie meinst du das, dass ich nicht gleich die Flinte ins Korn werfen soll - in Beziehung auf die Liebe?
      Gestern habe ich mir überlegt, ob ich meinen Ex-Freund vielleicht um ein abschliessendendes Gespräch bitten soll. Doch dann bin ich aVerarbeitungsprozess "konzentrieren" werde...
      Weisst du, irgendwie habe ich ja das Gefühl, dass ich mich zuerst selbst finden muss, um mich auf eine Beziehung einzulassen. Doch das ist manchmal schwer, wann weiss man, dass man sich selbst gefunden hat...?
      Lieber Lukas

      Ja weisst du, das was ich am wenigsten möchte, ist von jemandem abhängig zu sein, aber wenn man in einer Beziehung ist, möchte man ja den anderen auch am eigenen Leben teilhaben lassen. Manchmal ist es einfach so schwer einen guten Mittelweg zu finden...
      Das finde ich ja toll: Ich bin jahrelang geritten! :) Aber leider kann ich diesem Hobby nicht mehr nachgehen. Nein, ich habe momentan kein wirkliches Hobby. Habe auch schon daran gedacht, dass ich mir etwas suchen könnte.
      Ja, das mit den Kommentaren kenn ich. Mein Ex-Freund hat mir zwar nicht klugscheissermässig geantwortet oder solche Tipps gegeben, doch er war meiner Meinung nach ziemlich kritisch gegenüber meinem Vorhaben... Das hilft einem ja auch nicht gerade weiter...
      Ich habe mir anfangs schon überlegt, ob ich ihm überhaupt von meinen Ängsten und Problemen erzählen sollte. Doch dann habe ich es eben doch getan, weil ich der meinung war, dass er ja ein wichtiger Teil in meinem Leben darstellt. Doch eine Freundschaft und eine Beziehung sind zwei völlig unterschiedliche Dinge...
      Vielleicht war es nicht einmal die Menge von Problemen (denn es waren ja nicht Unmengen), sondern die Art derer. Psychische Dinge sind eben nicht fassbar und deswegen fällt es manchmal schwer, sich darunter etwas vorzustellen.
      Ja, du hast womöglich recht, dass er nicht der Richtige gewesen ist. Denn wenn er ja wirklich gewillt dazu gewesen wäre, hätte er sich für uns entschieden, ich meine damit, meine momentan eher schwierige Zeit durchzustehen und mir eine Stütze zu sein.

      Seidenblume;167819 schrieb:

      Aber wie meinst du das, dass ich nicht gleich die Flinte ins Korn werfen soll - in Beziehung auf die Liebe?

      Ich meinte nicht dich damit, sondern deinen Freund.

      Du hattest ja Bedenken geäußert, dass du ihm vielleicht nicht so von deinen Problemen hättest erzählen sollen, weil er dann vielleicht bei dir geblieben wäre. Ich meinte, ich an der Stelle deines Freundes würde nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn mein Partner Probleme hat. Jemand, der sich in so einem Fall gleich verabschiedet, ist kein "Freund". Partner sind doch nicht nur für den Spaß da.
      Also auch wenn 6 Monate schon ne gewisse Zeit sind, das ist jetzt noch nicht so die Dimension. Ich kenne jemanden, der ist verheiratet und hat n Kind und wurde verlassen, nach 5 oder 6 Jahren. DAS war herb.

      Ich will deine Lage nicht runterspielen, aber so Geschichten mit einigen Monaten, davon gibts viele. Und davon scheitern auch viele. Das ist auch ganz normal, das ist einfach ein Ausprobieren und Üben das jeder braucht.

      Aber diese Haltung "Angst es könnte schief gehen" ist natürlich ne miese Grundlage. Eine Beziehung kann immer schief gehen, mal schneller, manchmal auch später. Es gibt ja auch genug Scheidungen und Beziehungen die nach 10 Jahren und mehr noch enden.

      Das heisst ja nicht, dass es immer vergebens war, dass die Zeit dahin nicht schön war oder so. Nicht jede Beziehung ist für ewig, manche sind einfach eine schöne aber begrenzte Zeit. Aber 6 Monate gute Beziehung sind auch eine Bereicherung.

      Man sollte aber nicht immer nur direkt mit der Angst vorm Ende anfangen.

      -JAW
      Liebe Seidenblume,

      Ich möchte Dich auch hier bei uns willkommen heissen und habe Deine Geschichte mit Interesse gelesen. :agree:

      Ich habe das Gefühl, dass Du zwischen Dir selber und Deinen (und deren anderer Leute?) Erwartungen stehst? Du willst ganz toll funktionieren (in der Liebe, in der Ausbildung, in anderen Bereichen vielleicht auch), aber Deine Wünsche, Deine Enttäuschungen, Dein Leid, Deine Hoffnungen brauchen eine ganz eigene Auseinandersetzung. Ich habe das Gefühl, dass Du nur einen Bruchteil dessen nachvollziehen kannst, der Dir wiederfährt. Irgendwie hast Du Ess-Störungen, dann erwischt Dich ein Nervenzusammenbruch... So viel ereilt Dich und Du hoffst immer, dass es doch jetzt gerade wieder super aufwärts gehen könnte. Ich wünsche Dir, dass Du einen Weg finden kannst, der Dir ermöglicht, Dich und Dein Leben besser zu verstehen. :agree:

      Ich finde, dass Du sehr schön schreibst und ich hoffe, Dich hier noch häufiger lesen zu können.

      Viel Mut wünscht Jule