Gefühlschaos

      Hi , Grüsse an alle ,
      ich musste beim Lesen eurer Diskussion grad schmunzeln .

      Hab am Freitag abend es das erste mal wieder geschafft gut allein mit mir zu sein und laut zu lachen ,
      ein Grund dafür :
      es kam Mario Barth im TV " Männer sind primitiv , aber glücklich " ...

      Ganz toll pauschal ,
      es gibt eben Punkte wo Mann und Frau so völlig anders ticken ,
      so ganz andere Wahrnehmungen haben ,
      der Kerl bringt es so rüber das ich öfters dachte :
      Genau , das hat mich auch immer zur Raserei gebracht....

      Egal ,
      es tat mir gut gegen meinem Liebeskummer .

      Ich bin auch grad auf einem guten Weg aus meinem emotionalen Loch wieder rauszukriechen .
      Im Job stecke ich grad voll im Umbruch ,
      Arbeitszeit , Tätigkeitsbereich , der Verdienst ,
      alles in Änderung .

      Hab ich vor einigen Tagen noch als Schicksalschlag empfunden ,
      -- die Freundin macht Schluß --- im Job läuft es nicht so doll ---
      sehe ich es jetzt als vielleicht ganz guten völligen Veränderungsprozeß in meinem Leben .

      Ansonsten hab ich meine Reisebestätigung bekommen ,
      in wenigen Wochen gehts in den Urlaub
      und ich freu mich ganz doll drauf .
      Wenn Deutschland im Vorweihnachtsstreß kollabiert sitze ich in der Sonne -
      zum Geschenkeabholen und lecker Essen bin ich wieder da....

      Ins Fitnessstudio gehe ich übermorgen erstmals wieder ,
      6 Wochen reinschnuppern
      und kostenlos ,
      weil von der Krankenkasse bezahlt .

      So langsam wirds wieder ....

      Ralf71;168144 schrieb:


      Hab ich vor einigen Tagen noch als Schicksalschlag empfunden ,
      -- die Freundin macht Schluß --- im Job läuft es nicht so doll ---
      sehe ich es jetzt als vielleicht ganz guten völligen Veränderungsprozeß in meinem Leben .

      Ich finde, du gehst das alles wirklich gut an. Aber rechne ruhig damit, dass hie und da noch ein Rückschlag kommt - das ist ganz normal, denk dir nichts.

      Ansonsten hab ich meine Reisebestätigung bekommen ,
      in wenigen Wochen gehts in den Urlaub
      und ich freu mich ganz doll drauf .
      Wenn Deutschland im Vorweihnachtsstreß kollabiert sitze ich in der Sonne -
      zum Geschenkeabholen und lecker Essen bin ich wieder da....

      Das finde ich total gut.
      Ich fahr wahrscheinlich Weihnachten und Silvester weg - und diesmal nicht in der blöden Hoffnung, mein jetzt-Ex-Freund würde ja vielleicht doch noch nachkommen usw.

      Twi-n-light;168146 schrieb:

      Aber rechne ruhig damit, dass hie und da noch ein Rückschlag kommt - das ist ganz normal, denk dir nichts.


      Ich bin auch weit davon entfernt zu sagen das es mir richtig gut geht .
      Es gibt noch genug dunkle Stunden .
      Aber es gibt auch schon schöne Momente .

      Mir hat geholfen ,
      da ich mich einigen Menschen geöffnet hab haben diese das auch mir gegenüber getan .
      Was da so ans Tageslicht kam über Beziehungen ,
      wo ich dachte die laufen so super ,
      da bin ich manchmal nicht mehr ganz so unglücklich frisch getrennt zu sein ,
      diese Leute sind gemeinsam einsam.....
      (Abgesehen davon, dass ich eine gewisse Mühe habe, mich von solchen Sätzen
      Zitat:
      eine Frau eine männliche Denkweise und Entscheidung nicht verstehen kann, weil diese rational, pragmatisch und oder unemotional ist.
      nicht provozieren zu lassen, aber lassen wir das mal beiseite.)


      Naja, das ist nicht unmittelbar meine persönliche Aussage, das stützt sich mehr auf zahlreiche Sendungen und Bücher, die mir eben sowas antragen. Das ist die Geschichte mit den Hirnhälften und den Geschlechtern, warum die einen dies und die anderen das besser können, etc.

      Und die Punkte rational, logisch und pragmatisch werden halt eher dem Mann zugesprochen. Es gibt natürlich immer Ausnahmen und generell viel Variation.

      Ich würd mal so sagen, Frauen können Emotionen haben, die sind für Männer wie Infrator. Man weiss vielleicht, dass es das gibt, aber man kann es nicht sehen. Das Spektrum der weiblichen Gefühle und Zusammenhänge ist einfach anders.

      Ich muss ja sicherlich keine Abhandlung bringen, wo sich Männlein und Weiblein unterscheiden, das wäre ja endlos. Aber es gibt ja genug verschiedenste Tests, und allgemein Punkten Männer eben viel im technischen und logischen und Frauen in anderen Bereichen.

      Und um jetzt wieder was persönliches zu sagen, was meinst du, wie mich das provoziert, wenn ne Frau es nicht auf die Reihe bringt ihre Probleme in Worte zu fassen. Die deutsche Sprache ist ja für alle Menschen gleich da, und mir soll man nicht sagen es gäbe keine Worte für dies und das.


      Und selbst wenn du auf die Weise auf 10 Frauen kommst, die dich und deine Freunde schon ohne Angabe jeglicher Gründe verlassen haben, wäre das noch lange kein Beweis dafür, dass gerade Frauen grundsätzlich dazu neigen, Männer ohne Begründung zu verlassen.


      Nochmals, wir müssen aufpassen mit der Aussage "ohne Grund". Das will ich bewusst nicht sagen. Es gibt da mehrere Stufen. Einen Grund gibt es immer.

      Stufe 1 ist, den Grund für sich selber zu erkennen. Man kann auch mal nicht wissen, was einen treibt. Bauchgefühl, Spontanität, das sind so Sachen. Da gibts auch einen Grund, aber wir erfassen ihn nicht bewusst.

      Stufe 2 ist, den Grund und seine Konsequenzen in Worten ausdrücken zu können. Denn nur weil man weiss, warum man sich so und so fühlt, kann man noch lange nicht in Worte fassen, wie es sich anfühlt. Oder es kommt auch vor, dass die Person den Grund nicht akzeptieren will oder nicht aussprechen möchte. Jemand, der sich anderweitig verliebt hat wird vielleicht eher andere Gründe erfinden, sprich Lügen. Oder man will sich selber nicht eingestehen, dass die Sache gelaufen ist. Es gibt doch dieses berühmte "Ich liebe ihn / sie aber trotzdem.", das man sogar nach Prügel und Vergewaltigung vorfindet. Es mag also Gründe geben, aber man kann oder will diese nicht immer auf den Punkt bringen.

      Erst Stufe 3 wäre dann, Grund erkennen und benennen können.


      Wenn man von "ohne Grund" redet, meint man ja eher "ohne erkennbaren Grund". Mein aktueller Fall sieht so aus: Nach 3 oder 4 Jahren geheiratet, nach 2 weiteren Jahren Kind bekommen, kurz nach der Schwangerschaft verlässt sie ihn. Wir Männer, die die Story nun kennen, denken nun, wenn man jemanden heiratet und dann noch ein Kind mit ihm bekommt, dann sollte das doch eigentlich ein gutes Zeichen sein, wir halten dieses überraschende Verlassen also für "ohne Grund". Wenn denn da ein Grund wäre, der so massiv ist, dass man seinen Ehemann verlässt (Ehe sollte ja was wert sein), dann müsste der Grund auch schon vor der Schwangerschaft bestanden haben.

      Die Aussage der Dame ist "sie fühlt sich nicht mehr geliebt". Da haben wir einen Sonderfall: Der ungreifbare Grund. "Gefühlte Wirklichkeiten" sind schwer subjektiv und daher für andere Menschen auch nie als solche erfahrbar. Effektiv bedeutet das, die beiden haben ein Kommunikationsproblem, es gab da über längere Zeit schon bestimmte Wahrnehmungen, aber keiner hat es angesprochen und keiner hat was dran getan. Letztendlich hat der Mann das nicht so gefühlt, für ihn war alles super, man wird Vater, tolle Welt. Die Frau hat ihre gefühlte Welt für sich behalten und dampft jetzt ab.

      Vielleicht ist das auch ein Schlüssel zu solchen Fällen. Emotionale Gründe sind auch immer eine individuelle und subjektive Angelegenheit. Wenn wir uns mal an Männer anlehnen, wie ist der Grund "zu wenig Sex"? Die richtige Menge Sex liegt im Auge des Betrachters. Es gibt einen Durchschnitt, aber keine Norm. Manche Paare sind mit 2 Mal im Monat glücklich, andere treibens täglich. Und dann haben wir noch eine Fraktion die zu wenig Sex nicht als Trennungsgrund akzeptieren würde. Auch subjektiv, was ist bitte "Grund genug"?

      Also das mit den Gründen ist ne schwere Sache. Ich höre z.B. eher Techo und elektische Musik. Und es mangelt mir nicht an Leuten, die diese Musik nicht mögen. Aber frag die mal nach dem Grund. "Ist einfach nicht mein Ding" oder sowas hört man da. Es gibt keinen objektiven Grund, warum man diese Musik mag oder nicht, oder zumindest wenn es den gibt, dann ist er den meisten nicht bewusst. Eine schon bessere Antwort ist z.B. "Ist mir zu monoton". Dem kann man begegnen, dass auch andere Musik letztlich sehr wenig Abwechslung hat und sich instrumental dauernd wiederholt. Also die Grenze von wann beginnt Monoton wäre da noch abzustecken. Und da ist es auch wieder Gefühlssache, wann beginnt denn Monoton?

      Ich hatte auch mal eine Debatte über scharfes Essen. In Frankfurt gibts so ne Pommesbude, da gibt es die Currywurst in 5 Schärfestufen, A bis E. Jetzt konnte mein Freund kaum genug bekommen und lag bei C bis D, während mir B schon sehr an der Grenze lag. Aber ich kann jetzt keinen Grund nennen, warum mir irgendwas zu scharf ist. Das ist gefühlt einfach so.


      Andersrum kann ichs auch nochmal aufziehen: Genau genommen braucht man keinen Grund eine Beziehung zu beenden, man braucht permanent einen Grund zu bleiben. Die Abwesenheit von Gründen die Beziehung weiter zu führen ist ein ausreichender Grund zum beenden. Das mag auch zu einer Wahrnehmung von "Grundlos" führen. Besonders bei langjährigen Beziehung wo die Routine einkehrt mag dies klappen. Da fehlen einfach irgendwann die Gründe um beisammen zu bleiben.


      Letztendlich bin ich am zufriedensten mit der Idee der "gefühlten Wirklichkeiten". Denn die meisten Trennungsgründe haben irgendwie "fühlen" im Satz. Ich fühle mich eingeengt, ich fühle mich nicht mehr begrehrt, etc. Diese Empfindungen sind höchst subjektiv, und lassen sich daher nicht objektivieren und daher auch von anderen Personen so nicht greifen. Vor allem sind "Fühl-Gründe" das Ergebnis eines langen Prozesses. Man sammelt sich einen Eindruck Tag für Tag über Wochen und Monate. Da gibt es dann nicht DEN Grund. Das ist hier und da Tropfen bis das Fass voll ist. Und das kann man dann auch nicht artikulieren. Niemand hat eine Liste "Da hast du nicht angerufen, da war ich krank und du bist mit Freunden ins Kino, da gings mir schlecht und du hast es nicht gemerkt, da hast du mich nicht in den Arm genommen, ...". Und am Ende hat sich alles gesammelt, und dann kann man es auch nicht mehr artikulieren. Ja ich fühl das eben so, was soll man da sagen. KLAR versteht das Gegenüber das nicht, der hat das ja nicht gemerkt was sich da über Monate aufgebaut hat. Weils ihm keiner gesagt hat.

      Die Liebe ist weg, das ist so ein Grund. Eigentlich ist das kein Grund, das ist eine Konsequenz. Die Gründe sind zahlreich und über Wochen verteilt. Aber sowas kann man nicht in Worte fassen, sowas kann man nicht konkret benennen. Und sowas können andere dann auch nicht erkennen, weil sie es nicht erlebt haben. Das ist dann "ohne Grund". Das ist dann "gefühlte Wirklichkeit". Das ist persönliche Wahrnehmung. Sowas ist individuell und nicht objektivierbar.

      Ich denke mir dem Ansatz bin ich zufrieden :)
      Es gibt Dinge, die setzen sich aus so zahlreichen Details zusammen, die kann man nicht begreifen.
      Beispiel: Supermarkt. Klar, lustiges Beispiel. Aber wenn man mal ins Detail geht, man ist nicht in der Lage den gesamten wirtschaftlichen Umfang und Warenlauf eines Supermarkts zu begreifen. Wie die ganze Menschheit zusammen spielt, damit ich da meine Wurst kaufen kann.
      So ne Wurst wird von einem Metzger gemacht. Der schmeisst Gewürze rein, die wieder jemand anders irgendwo gemacht hat. Die Waren dafür werden z.B. mit dem LKW angekarrt. Den LKW muss ja auch jemand fahren. Das Benzin dafür muss jemand fördern und zur Tankstelle fahren. Den LKW muss jemand bauen. Das Material dafür muss jemand fördern und verarbeiten. Und für die Wurst muss irgendwo ja auch mal ne Kuh sterben, Die muss auch irgendwo herkommen. Und das Futter kommt auch wieder irgendwo her. Und das wird auch mit dem Laster gefahren.

      Wenn man sich mal überlegt, wieviele Menschen irgendwie Anteil daran haben wenn ich morgens ein Brötchen mit Salami esse, und wenn sie nur eine Schraube für den Laster gebaut haben der das Futter zur Kuh bringt die dann als Fleisch im anderen Laster zum Metzger fährt, dann merkt man, das ist ein ganz komplexes wirtschaftliches Gefüge, das man vermutlich nie ganz begreifen kann. Und so sind auch Gefühle. Das Ergebnis "keine Liebe mehr" ist ja nur die Salami, aber was da alles zusammenspielt, damit die Salami im Laden landet, das ist hochkomplex.

      Und soviel auch zu männlicher Denkweise. Oder kennt ihr eine Frau, die das Verblassen von Liebe mit Salami im Supermarkt vergleichen würde? :D

      -JAW

      Ralf71;168148 schrieb:

      Da beneide ich dich jetzt ein ganz klein wenig:wave:

      Wäre ich auch lieber ,
      also vor diesen Feierlichkeiten grauts mir jetzt schon ....

      Wieso kannst du da denn nicht wegfahren? Diese Feiertage liegen doch ganz günstig, da bräuchtest du nicht mal Urlaub zu nehmen. Ich fahr auch bloß ein paar Tage in eine andere Stadt.

      Jaw;168171 schrieb:

      Ich muss ja sicherlich keine Abhandlung bringen, wo sich Männlein und Weiblein unterscheiden, das wäre ja endlos.

      Spielt mE auch keine große Rolle, wenn ich gerade einen konkreten Einzelfall betrachte. Und so wie es aussieht, hat sich Ralfs Ex leider klar ausgedrückt: Sie empfindet momentan nicht so viel für ihn, dass es für eine Beziehung noch reicht. Über die möglicherweise dahinter stehenden Gründe hat Ralf hier nicht so viel geschrieben.

      Und um jetzt wieder was persönliches zu sagen, was meinst du, wie mich das provoziert, wenn ne Frau es nicht auf die Reihe bringt ihre Probleme in Worte zu fassen.

      Glaub ich dir. Und mich regt das bei Männern und Frauen gleichermaßen auf.

      Nochmals, wir müssen aufpassen mit der Aussage "ohne Grund". Das will ich bewusst nicht sagen.

      Ich habe bewusst geschrieben: "ohne einen Grund zu nennen". Wobei sie ihn ja eigentlich sogar genannt hat: Ihre Gefühle haben sich verändert. Nur den dahinter wiederum stehenden Grund hat sie wohl nicht genannt.

      Mein aktueller Fall sieht so aus: Nach 3 oder 4 Jahren geheiratet, nach 2 weiteren Jahren Kind bekommen, kurz nach der Schwangerschaft verlässt sie ihn. Wir Männer, die die Story nun kennen, denken nun, wenn man jemanden heiratet und dann noch ein Kind mit ihm bekommt, dann sollte das doch eigentlich ein gutes Zeichen sein, wir halten dieses überraschende Verlassen also für "ohne Grund".

      Ich würde da an sowas wie Schwangerschaftsdepri denken, oder so eine Lebens-Torschlusspanik a la "Soll es das dann nun gewesen sein?"


      Wenn denn da ein Grund wäre, der so massiv ist, dass man seinen Ehemann verlässt (Ehe sollte ja was wert sein), dann müsste der Grund auch schon vor der Schwangerschaft bestanden haben.

      ?? Kann ein massiver Grund denn nicht JEDERZEIT auftreten?? (Männliche Logik, was?)

      Die Aussage der Dame ist "sie fühlt sich nicht mehr geliebt". Da haben wir einen Sonderfall: Der ungreifbare Grund.

      Das stimmt. So ein Grund ist wirklich ein schwerer Fall!

      Andersrum kann ichs auch nochmal aufziehen: Genau genommen braucht man keinen Grund eine Beziehung zu beenden, man braucht permanent einen Grund zu bleiben.

      Finde ich gut gedacht, aber die Mehrheit der Menschen denkt leider anders. Die meisten brauchen einen Grund nur um was zu ändern und nicht um so weiter zu machen wie bisher.

      Besonders bei langjährigen Beziehung wo die Routine einkehrt mag dies klappen. Da fehlen einfach irgendwann die Gründe um beisammen zu bleiben.

      In der Praxis ist es allerdings andersrum.

      Die Liebe ist weg, das ist so ein Grund. Eigentlich ist das kein Grund, das ist eine Konsequenz.

      Seh ich auch so. Der dahinterstehende "Grund" kann dann zB auch Langeweile in der Beziehung sein.
      ?? Kann ein massiver Grund denn nicht JEDERZEIT auftreten?? (Männliche Logik, was?)


      Ich würds mal so sagen: Unter "massivem" Grund, also etwas, was ich nicht mehr durch Reden und dran Arbeiten beheben kann, so dass ich keinen anderen Weg sehe als meinen Ehemann zu verlassen, dem ich eigentlich "in guten und in schlechten Zeiten" und sowas gesagt habe, darunter verstehe ich etwas Schwerwiegendes. Übertragen gesehen muss das Fass richtig überlaufen.

      Und es gibt nur zwei Wege, wie man das Fass zum Überlaufen bringt: Entweder ein steter Tropfen oder ganz viel auf einmal. So, ganz viel auf einmal hätte man merken müssen. Das ist nix unscheinbares, das ist sowas wie Fremdgehen oder Schlagen. Sowas hätte man mitbekommen. Und schleichend bedeutet, braucht seine Zeit, das hätte also schon länger dran sein müssen und es wäre längst genug Zeit gewesen, das mal zu bereden bevor es dermassen anwächst. Und es müsste auch vor der Schwangerschaft schon Ansätze gegeben haben, so dass man sich dann fragen muss, ob man nun wirklich mit dem Menschen ein Kind will.

      Aber die Geschichte sieht da eher anders aus. Das spekuliere ich zwar alles nur, aber die Lage ist diese: Sie ist jetzt um die 30. Das erste Studium hat sie nach Jahren abgebrochen, das zweite Studium läuft jetzt auch schon seit Jahren und ist auch nicht auf dem besten Weg. Sie hat eine Krankheit an der Wirbelsäule, irgendeine Knochenverdreherei, und die Ärzte haben signalisiert, ein Kind ist halt eine starke Belastung für den Rücken und da gilt, je früher desto besser und in ein paar Jahren gehts wohl garnicht mehr ohne grosses Risiko.

      Zumindest von der Krankheit her schonmal ein klares Signal: Hauptsache Kind kriegen, das ist dann "sicher", ob man dann den Vater wechselt ist ja sekundär. Aber dem gegenüber wäre es riskant, erst einen neuen Vater zu suchen. Erstens muss der Kinder wollen, zweitens muss man den ja auch mal ne Weile prüfen und da weiss man ja nicht ob das rechtzeitig alles fluppt. Ob man jetzt aus ihrer Ausbildungssituation noch unterstellen mag, dass von Unterhalt leben angenehmer ist als das Studium zu beenden, das ist reine Annahme. Klar ist, dass sie nach dem Studium ja auch erstmal nix hätte und als junge Mutter nicht gut in den Job kommen wird. Und wenn sie ein paar Jahre wartet ist sie mit 34 um den Dreh ein recht alter Berufseinsteiger, da gibts einfach Leute, die sind entweder etwa 27 oder haben schon die 7 Jahre Erfahrung.

      Also ein Schelm wer Böses denkt, aber es wäre durchaus plausibel, dass es hier primär darum ging ein Kind zu kriegen als darum bei dem Mann zu bleiben.

      Als Anekdote kann ich noch erzählen, dass die beiden sogar bei ner Eheberatung waren und der Berater hat in etwa dann gesagt, dass er mit den beiden zusammen nicht viel machen kann, denn auf seiner Seite sieht er da nicht viel Bedarf, aber mit ihr würde er gerne ein paar Sitzungen machen um eben ihre Situation aufzubereiten. Sie hat das aber nie gemacht. Insgesamt hat sie nach Aussen viel geändert und allerlei war Schuld, nur sie selber nicht. Sie hat nie nach innen gesehen, eigene Fehler gesucht oder an sich selber gearbeitet.

      Tja, solche Damen prägen mein Bild. Da kann ich garnicht gegen an.

      Aber genau genommen, der Korrektheit zuliebe muss ich sagen, es gibt ebenso viele fiese Kerle wie Frauen. Das ist keine Geschlechtersache. Die Umstände im Detail haben vielleicht statistisch nach Geschlecht ein Gewicht. Wobei man mittlerweile garnicht mehr sagen kann das Fremdgehen eine Männersache ist, da mischen die Mädels mittlerweile auch gut mit. Oder genauer gesagt, mittlerweile geben mehr Mädels es zu. (Behaupten die Umfragen)

      Ich bin halt nicht Schwul und auch keiner meiner Freunde, und ich habe kaum Frauen zur Freundin, so dass ich das selten erlebe, wie Männer Frauen verlassen. Und die handvoll Männer, die ich meine Freunde nenne, das ist halt auch ein erlesenes Grüppchen guter Personen, die selber so einen Mist nicht machen. Ich denke das verfälscht mein Gesamtbild. Wenn ich nämlich mal genauer nachdenke, da fallen mir ziemlich viele negative Kerle ein.

      -JAW
      Hmm? Was denn? Gilt das nicht generell? Ist man nicht immer nur ein Produkt seiner Erfahrungen? Und angesichts der heutigen Zahlen über Scheidungen und Fremdgehen und entsprechend auch mehr Trennungen normaler "unehelicher" Beziehungen, ist es da verwunderlich, dass Trennungen eine vorherrschende Lebenserfahrung sind?

      Man könnte ja soweit gehen zu sagen, heutzutage sind Beziehungen eher Luxusgüter, und da darf jeder recht wählerisch sein. Früher einst waren Beziehungen und Ehen eher mal was politisches oder was existenzielles. Da gabs dann im Dorf auch nur begrenztes Angebot, und vor dem Zeitalter des Autos etc. wurden die Beziehungen auch eher vor Ort geschlossen. Dann gabs dazu vielleicht auch mehr Druck von Aussen, dass früher einst die Frauen nicht gut da standen, wenn sie den Mann verliessen, eigentlich egal aus welchem Grund, selbst wenn der Mann an sich Schuld war.

      Heute ist die Beziehung nicht mehr existenziell. Selbst die Mutter kann ihr Kind auch alleine erziehen. Unterhalt wird gesetzlich geregelt. Versorgung nach Scheidung wird geregelt. Scheidung ist gesellschaftlich weniger negativ besetzt, Frauen sind emanzipiert, verdienen eigenes Geld, brauchen keinen Versorger mehr. Ehen sind seltener ein Mittel um irgendwie im "Rang" zu steigen oder einen Klassensprung zu ermöglichen. Und Internet und Verkehrsvernetzung verbreitern das Angebot.

      Eigentlich sind Trennungen was völlig normales, denn wir haben jetzt heutzutage die Gelegenheit, uns wirklich das beste Juwel aus einem breiten Angebot zu suchen.

      -JAW
      [QUOTE
      Eigentlich sind Trennungen was völlig normales, denn wir haben jetzt heutzutage die Gelegenheit, uns wirklich das beste Juwel aus einem breiten Angebot zu suchen.
      -JAW[/QUOTE]

      Hm ,
      das stimmt zwar ,
      ist aber ein Punkt der mich auch nachdenklich macht .

      Zuerst muß ich sagen , das ich JAW's Erfahrungen durchaus bestätigen kann ,
      mal abgesehen von meinen Erlebnissen gab es in meinem Dunstkreis schon genug Trennungen ,
      meistens ( fast immer ) sind die Frauen gegangen .

      Aber das möchte ich nicht thematisieren.

      Das andere Extrem ist ja ,
      grad in meiner Elterngeneration gibt es genug Paare ,
      die sehr , sehr lange verheiratet sind ,
      die eigentlich seit ihrer Jugend zusammen sind .

      Nun glaube ich ja nicht das die bessere Beziehungen haben oder bessere Menschen sind ,
      aber warum wird in unserer Zeit immer so schnell das Handtuch geschmissen ,
      nicht mehr gekämpft um die Partnerschaft ?

      Es ist ja so einfach ,
      Millionen von Singles warten in diversen Internetbörsen bloß auf einen ,
      wenns nicht 110%ig passt wird eben zur nächsten Beziehung gehopst .

      Früher waren sicher auch wirtschaftliche Zwänge vorhanden die sowas grad verhindert haben ,
      aber ich glaube da war auch eher ein Wille vorhanden nicht sofort aufzugeben .

      Hmm ,
      vielleicht sehe ich das aber auch romantisch verklärt oder bin grad zu verbittert bzw. enttäuscht .

      Jaw;168344 schrieb:

      Hmm? Was denn? Gilt das nicht generell? Ist man nicht immer nur ein Produkt seiner Erfahrungen?

      Ich wollte mit diesen beiden aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten eigentlich nachweisen, dass du ein Produkt deiner Spekulationen bist :tongue:

      ist es da verwunderlich, dass Trennungen eine vorherrschende Lebenserfahrung sind?

      Für mich nicht. Ich nehme mir ja auch die Freiheit, mich zu trennen, wenn es aus meiner Sicht überhaupt nicht mehr passt. Und ich finde es gut, dass es diese Freiheit heutzutage generell gibt - und dann natürlich für jeden, nicht nur für mich.

      Man könnte ja soweit gehen zu sagen, heutzutage sind Beziehungen eher Luxusgüter, und da darf jeder recht wählerisch sein.

      Da ist was dran. Und ich finde es nicht schlecht, dass man (heutzutage) (auch als Frau) diese Situation vorfindet.

      Ralf71;168359 schrieb:

      aber warum wird in unserer Zeit immer so schnell das Handtuch geschmissen ,
      nicht mehr gekämpft um die Partnerschaft ?

      Hey, eine Beziehung ist doch kein KRIEG. Dass man da immer von "kämpfen" spricht, finde ich nicht gut. Für mich ist "Loslassen" da das Stichwort, etwas, das nicht aus dem Bereich der Kriegsführung kommt. Ich habs doch nicht nötig, um jemanden zu "kämpfen", der nicht mehr bei mir bleiben will. Abgesehen davon kannst du mit "Kämpfen" im Beziehungsfall allenfalls die Schlacht gewinnen, aber wohl kaum den "Krieg".

      Die Gründe, warum so schnell das Handtuch geschmissen wird, hat JAW schon gut dargestellt, finde ich. Vielleicht müssen die Menschen es ja erst mal lernen, mit dieser Freiheit verantwortungsvoll umzugehen