Identifikation und Individualität

      Identifikation und Individualität

      Guten Morgen in die Runde,

      es geschehen schon seltsame Dinge - die eine Freundin, die mich zu dominant findet, weil ich sie zu lange angesehen habe und deshalb nicht mehr mit mir redet, sendet mir nen Link zu einem Autismus-Test, die Liebste will mich gern treffen und schreibt mir, seit ich Abstand will ziemlich viel und eine andere hat mir erklärt, dass sie denkt, dass ich lernen soll, meine freundliche Ausstrahlung zu kontrollieren, damit sich andere davon nicht so überschwemmt fühlen :staun: :scratch: wie soll das denn gehen ... Speziell letztere hat erlebt, dass sich bei ihr nur vom neben mir sitzen Verspannungen gelöst haben :staun: - wusste garnicht, dass ich Wunderheiler bin :nene:

      Mir ist heute nacht etwas aufgefallen, was ich gern mit Euch diskutieren mag, weil ich mal ein paar andere Blickwinkel kennenlernen will. Scheinbar funktioniere ich an manchen Stellen anders und verstehe dann auch einiges einfach nicht.

      Ich habe da eine ziemlich seltsame "Lieblingsangst", andere einfach schon durch mein bloßes Dasein in Bedrängnis zu bringen. Das hat Ursachen, die ich kenne. Nur wird es ja nicht besser, wenn ich mich immer schuldig fühle, weil ich nun mal einfach da bin. Ich hab auch kein Bock drauf, mir vorstellen zu sollen, was an mir jemanden wieder stören könnte.

      Mein Erleben hat mir oft meine Angst bestätigt und da die Reaktionen der mir wertvollen Menschen oft verletzend war - in den verschiedenen Steigerungstufen von partieller Ablehnung bis Gewalt, hab ich auch Angst davor, mich einfach "auf" zu machen (außer bei bestimmten, wenigen Leuten), weil ich denke, ich könnte ja wieder eine unvermutet reingewürgt bekommen, auch wenn ich nicht weiß, warum.
      Irgendwie traue ich mir noch nicht zu, dass ich das bei mehr als den wenigen Leuten erleben könnte, dass ich einfach so sein kann, wie ich bin.

      So als Anhaltspunkt: die eine sagt, dass sie sich neben mir wie ne Kerze neben einem Scheinwerfer fühlt, die andere erklärt mir immer wieder, dass sie nicht ich wäre und was auch immer deshalb nicht kann ...

      Ich habe heute Nacht eine Phantasiereise gemacht - also das ist wie ein Erleben in Gedanken, bei dem auch alle Gefühle zu spüren sind, aber die Möglichkeit besteht, zusätzlich eine Beobachter-Position einzunehmen und das einfach mal anzusehen. Also ich hab da in Zeitlupe angesehen, was passiert mit dem anderen Menschen neben mir:

      Zuerst kommt ein mich abchecken - also nicht unbedingt rational, sondern einfach so gucken, wie ich so aussehe, was ich so kann und wie ich einfach so drauf bin ...(das hab ich noch nicht ganz genau erkannt)

      Dann kommt der Vergleich mit mir - also die Vorstellung von sich selbst wird mit mir verglichen - wobei mir auffällt, dass ganz viele Menschen über sich selbst nicht besonders gut denken und sich ziemlich viel nicht zutrauen. (Einige erlebten, wenn ich ihnen dazu Mut mache und meine Meinung begründe, warum ich was auch immer jemandem zutraue, dass sie es können und wachsen dadurch, weil sie es probiert haben.)

      Wenn der Vergleich so ausfällt, dass sich der andere Mensch mit mir bzw. Teilen von mir identifizieren kann, weil wir irgendwas ähnlich sehen oder ähnlich fühlen oder in einer ähnlichen Lebenssituation sind, dann gibt es ein "go" für Offenheit. Wenn aber irgendwas stört oder piekst oder beim Vergleich herauskommt, sich nicht gleichgut oder besser zu fühlen - ich kann das noch nicht genau beschreiben - dann gibt es Ablehnung.
      Die äußert sich nicht dadurch, dass wir nichts mehr zusammen machen, sondern darin, dass ich in so kleinen Details angegriffen werde, irgendwie kritisiert, schlecht gemacht oder so. Vielleicht damit ich nicht mehr "besser" wirke?

      Naja, und jetzt ist das wohl für andere etwas schwierig mit mir, weil ich mich zwar verletzt und traurig fühle (bei meinem Ex werde ich inzwischen wütend, denn der liebt es mich klein zu machen), wenn mir jemand sowas völlig unnötigerweise erklärt (ich meine, Kritik ist was anderes und die finde ich gut), aber ich weiß doch, was ich kann und mir zutraue und eben auch, wenn ich Menschen auch gerne mag, egal ob sie mich partiell ablehnen oder nicht ...

      Also ich reagiere nicht adäquat auf die anderen, also nicht passend zu einer Miesmache mit Miesmache oder Freundlichkeit mit Freundlichkeit, sondern ich reagiere auch mit Freundlichkeit auf Miesmache, wenn ich Freundlichkeit für den Menschen empfinde und grenze mich aber auch mal bei einem freundlichen Menschen ab, wenn ich das nicht erwiedern kann.

      Also, es sieht für mich so aus, dass manche anderen Menschen sich zuerst in und an ihrem Umfeld orientieren, sich dann vergleichen, aus dem Vergleich auf ein Kräfteverhältnis schließen und sich entweder identifizieren oder abgrenzen - in unterschiedlichen Abstufungen.
      Das, was sie selbst ausmacht - also die ureigene Individualität - wird garnicht ansich und für sich selbststehend betrachtet. Dafür wesentlich öfter die teilweise schlechte Vorstellung von sich selbst mit der "Erscheinung" der anderen betrachtet und dann irgendwie einsortiert, was ja auch überhaupt nicht stimmen muss.

      Ich hab als kleines Kind - ich erinnnere mich, dass ich da vier war - für mich beschlossen, dass ich das wohl nie fertig bringe, was zu machen, was alle anderen ok finden und ich auch, denn ich habe ständig erlebt, dass alles, was ich irgendwie machen wollte, mindestens teilweise falsch war für andere. Also hab ich gelernt, mich nur nach mir zu richten, damit nicht nur alles falsch ist, was ich tue. (Mit meiner Mutter habe ich das inzwischen ganz wunderbar aufgeklärt.)
      Ich hab mich also angepasst, war das brave Kind, was ganz fleißig die Erwartungen der Eltern erfüllt hat und den Rest hab ich so gemacht, wie es für mich stimmte. Ich bin da einfach der Begeisterung gefolgt, die mich erfüllt.

      Naja, also ich denke nicht, dass es mir an Mitgefühl für andere fehlt, aber ich weiß nicht, wie ich dem begegnen soll, wenn jemand mir erklärt, dass ich lernen soll meine Ausstrahlung zu kontrollieren - mir fällt da nur ein, dann wegzugehen und die Menschen von mir zu "verschonen" - aber das ist sehr traurig, weil ich das als Kind schon immer gemacht hab und mich einfach nicht selbst ausgrenzen will.

      ... und mir fehlt einfach ein anderer Blickwinkel, um da eine Lösung zu erkennen.

      Vielleicht fällt Euch was dazu ein?

      Viele Grüße, Ute
      Hallo Utemi,

      diese Menschen sind für ihre eigenen Gefühle selbst verantwortlich. Es ist ihre Verantwortung, wie sie damit umgehen, wenn sie sich selbst als schlecht empfinden oder mit deiner Ausstrahlung ein Problem haben. Warum solltest du ihnen aus dem Weg gehen, nur damit sie sich besser fühlen?

      Ich würde nur dann aus dem Weg gehen, wenn es dir selbst nicht gut tut. Die, die neben dir sitzen und sich klein neben dir fühlen, sind für das Sich-klein-Fühlen ganz allein verantwortlich. Oder könnte es sein, dass sie auf Komplimente von dir warten?

      Wenn ich Komplimente bekomme, die mit Neid gekoppelt sind, fällt mir immer etwas Positives zu meinem Gegenüber ein: "Oh, empfindest du das so? Ich nicht. Ich finde hingegen, dass du ..." und dann folgt ein Kompliment an den anderen.

      Wenn jemand sich unsachlich drüber beschwert, dass er mich z.B. für meinen Ehrgeiz beneidet, antworte ich sinngemäß: "Du hast es selbst in der Hand. Wenn du ein Problem damit hast, dass du diese Eigenschaft nicht hast, dann kümmere dich drum sie zu erwerben."

      Ich habe eine Freundin, die sich ständig schlecht redet, sie redet sehr viel davon, dass es mir so viel besser als ihr gehe. Ich empfinde genau das Gegenteil, sie hat im Gegensatz zu mir einen Beruf und keine Geldsorgen und noch anderes. Ich war mit ihr früher sehr viel zusammen, jetzt fördere ich den Kontakt nicht mehr. Für mich war diese partielle Loslösung sehr befreiend. Auch wenn es egoistisch sein mag, aber mein Wohlbefinden steht für mich an erster stelle, und wenn mir eine Freundschaft nicht guttut, reduziere ich den Kontakt.

      Wenn andere Minderwertigkeitskomplexe neben mir haben, sind sie dafür selbst verantwortlich und nicht ich.
      Hallo Ute,

      ich finde es ganz schwierig, fast unmöglich, dazu etwas konkret zu sagen, wenn man dich nicht persönlich kennt, also wenn man deine Ausstrahlung nicht im Reallife auf sich wirken lassen kann.

      Ich erinnere mich, dass wir über einen Teil dieses Themas uns hier schon mal unterhalten haben.
      Ich glaube ich hab damals die Vermutung geäußert, dass andere sich dadurch provoziert fühlen könnten, dass du so eine unerschütterliche Freundlichkeit und Lebensgelassenheit (?) ausstrahlst, und sie es nicht fertig bringen, ihr Leben so zu sehen.


      Ich habe da eine ziemlich seltsame "Lieblingsangst", andere einfach schon durch mein bloßes Dasein in Bedrängnis zu bringen. Das hat Ursachen, die ich kenne. (...) Ich hab auch kein Bock drauf, mir vorstellen zu sollen, was an mir jemanden wieder stören könnte.

      Hm, was soll denn dann die Lösung sein? Du erkennst ein Problem, fühlst dich doch irgendwie unwohl damit, willst an den Umständen aber nichts ändern. Was ist denn dein Ziel bei deinen jetzigen Überlegungen?

      Mein Erleben hat mir oft meine Angst bestätigt und da die Reaktionen der mir wertvollen Menschen oft verletzend war - in den verschiedenen Steigerungstufen von partieller Ablehnung bis Gewalt

      Mir ist noch nicht ganz klar, wie das alles zusammenpassen könnte. Wenn ich das richtig verstehe, geht es um Freundlichkeit und Gelassenheit deinerseits. Und das soll - noch dazu bei Menschen, die dir wertvoll sind - GEWALT auslösen können? Die Provokation (? s.o.) soll so heftig sein?? Da fehlt mir grad so ziemlich das Vorstellungsvermögen.

      Was das Vergleichen und die Individualität angeht:
      Was ist so schlimm daran, wenn man sich vergleicht? Wahrscheinlich vergleicht man sich ständig mit anderen, ohne das überhaupt zu bemerken. Ist nicht gerade der Vergleich mit anderen eine Möglichkeit, Individualität zu definieren?

      Wenn der Vergleich so ausfällt, dass sich der andere Mensch mit mir bzw. Teilen von mir identifizieren kann, weil wir irgendwas ähnlich sehen oder ähnlich fühlen oder in einer ähnlichen Lebenssituation sind, dann gibt es ein "go" für Offenheit. Wenn aber irgendwas stört oder piekst oder beim Vergleich herauskommt, sich nicht gleichgut oder besser zu fühlen - ich kann das noch nicht genau beschreiben - dann gibt es Ablehnung.

      Das ist doch ganz normal.

      Also ich reagiere nicht adäquat auf die anderen, also nicht passend zu einer Miesmache mit Miesmache oder Freundlichkeit mit Freundlichkeit, sondern ich reagiere auch mit Freundlichkeit auf Miesmache, wenn ich Freundlichkeit für den Menschen empfinde und grenze mich aber auch mal bei einem freundlichen Menschen ab, wenn ich das nicht erwiedern kann.

      Ich glaub das mache ich genauso. Hab darin aber bisher noch nie ein Problem gesehen. (Wir reden jetzt wohl vom Privatleben, beruflich reißt man sich sowieso zusammen, weil man da häufig eine Rolle spielt.)

      mir fällt da nur ein, dann wegzugehen und die Menschen von mir zu "verschonen" - aber das ist sehr traurig, weil ich das als Kind schon immer gemacht hab und mich einfach nicht selbst ausgrenzen will.

      Aber das ist doch kein Allgemeinzustand in dem Sinne dass niemand mit dir was anfangen könnte. Manche werden es sehr gut können, andere kommen halt mal so klar, dann gibt es sicher auch Menschen die mit bestimmten Facetten von dir was anfangen können, und wieder andere können eben nix Rechtes mit dir anfangen. Na und? Bestimmt gibt es auch Menschen, die mit mir nichts anfangen können. Denen laufe ich natürlich auch nicht hinterher. Und das stört mich auch nicht, die fehlen mir ja nicht, gibt ja auch genug andere.
      Einen wunderschönen Sonntag Morgen Twin,

      danke für Deine vielen Fragen.
      Der Hintergrund meiner Gedanken ist folgender: Wenn ich etwas wiederholt erlebe und es mir wiederholt weh tut, habe ich ein Muster in mir, was genau dazu passt. Das will ich erkennen und das fällt mir grad schwer.
      Vielleicht bin ich da auch zu zimperlich, statt es einfach zu akzeptieren und drüber weg zu gehen, dass es Menschen gibt, die mit mir ein Problem haben, möchte ich das eben gern ändern, denn es betrifft immer nur Menschen, mit denen ich in irgendeiner Form intensiver in Kontakt bin.
      Es gibt in mir einen Grund, der dazu passt und ich möchte das gerne erkennen und verändern.

      Twi-n-light schrieb:


      Ute schrieb:

      Ich habe da eine ziemlich seltsame "Lieblingsangst", andere einfach schon durch mein bloßes Dasein in Bedrängnis zu bringen. Das hat Ursachen, die ich kenne. (...) Ich hab auch kein Bock drauf, mir vorstellen zu sollen, was an mir jemanden wieder stören könnte.

      Hm, was soll denn dann die Lösung sein? Du erkennst ein Problem, fühlst dich doch irgendwie unwohl damit, willst an den Umständen aber nichts ändern. Was ist denn dein Ziel bei deinen jetzigen Überlegungen?

      Ich will gern erklären, warum ich das so geschrieben habe: Also ich könnte ja nur etwas ändern, wenn ich mir *bevor* ich einem Menschen begegne Gedanken mache, was den konkret an mir stören könnte und wenn ich mir vorher denken würde, dass dem/der vielleicht meine Ausstrahlung zuviel ist, dann würde ich mich z.B. weiter weg setzen, als ich es spontan täte oder so. Dass ich dann, wenn ich von jemandem weiß, dass dem was zuviel ist, Abstand halte, versteht sich doch von selbst. Obwohl ich es schade finde, wenn ich selbst das Bedürfnis habe, mit dem Kontakt zu pflegen und mich da "dosieren" muss.
      Ich meinte mit meinem Satz, wenn ich mir überlegen sollte, ob jemand, den ich zum ersten Mal treffe, mit mir ein Problem haben könnte, was ich nicht mal kenne, dann würde ich ständig in Gedanken bei Befürchtungen und bei Spekulationen über andere sein und nicht bei mir und würde vor allem vordefinieren, wie ich jemanden sehe und den dann nur durch den frisch gebauten Filter sehen - das fänd ich sehr unpraktisch, denn ich mag gern die Leute so pur wahrnehmen, wie es mir möglich ist.
      (Mit Ausstrahlung meine ich echt Energie. Und die habe ich schon immer, auch schon als kleines Kind. Eine Freundin hat mal gemeint, dass es sich anfühlt, als würde aus meinen Händen sowas wie ein Lavastrom an Wärme kommen, obwohl meine Haut garnicht so warm ist. Und das kommt eben nicht nur aus meinen Händen, sondern überall raus und ich kann das nicht steuern. Klar kann ich steuern, ob ich jemanden anfasse und ich merke auch, wenn ich das nicht sollte, aber wenn jemand neben mir sitzt und das dem zu warm oder wasweißich ist, weiß ich echt nicht, was ich da noch machen kann.)

      Twi-n-light schrieb:

      Mir ist noch nicht ganz klar, wie das alles zusammenpassen könnte. Wenn ich das richtig verstehe, geht es um Freundlichkeit und Gelassenheit deinerseits. Und das soll - noch dazu bei Menschen, die dir wertvoll sind - GEWALT auslösen können? Die Provokation (? s.o.) soll so heftig sein?? Da fehlt mir grad so ziemlich das Vorstellungsvermögen.

      Das ist genau auf den Punkt das, was ich gern verstehen möchte.
      Manchmal denke ich, dass es irgendwie wie Hassliebe ist - sie wollen eigentlich Kontakt mit mir haben, aber hassen es dann, den zu haben - so live und in Farbe. Ein Kontakt per Mail oder Telefon ist dagegen meistens ok und beiderseits erfreulich.

      Twi-n-light schrieb:

      Was das Vergleichen und die Individualität angeht:
      Was ist so schlimm daran, wenn man sich vergleicht? Wahrscheinlich vergleicht man sich ständig mit anderen, ohne das überhaupt zu bemerken. Ist nicht gerade der Vergleich mit anderen eine Möglichkeit, Individualität zu definieren?

      Ich finde es nicht *schlimm*, sich zu vergleichen. Und wenn ich mich mit anderen vergleiche, fühle ich mich fremd. Deshalb mache ich das nicht zu einem Grundsatz, mich so durch Vergleich abzuchecken, bevor ich was tue.

      Individualität definieren durch Vergleichen? Hmm, das Ergebnis ist dann, dass ich denke so zu sein, wie ich mich im Verhältnis zu anderen sehe?
      Ich finde, die eigene Individualität erkennen geht anders - ich guck mich an und sonst niemanden. Ich spüre genau, was mich begeistert, ich erlebe, wobei mein Herz höher schlägt, ich erkenne, was ich kann - völlig egal, was andere können. Ich merke was ich liebe und wo es mich hinzieht und das kann ich dann mit der Realität, in der ich grad stecke, vergleichen und mir dann Ideen kommen lassen, wie ich meine Wünsche realisiere, wie ich meine Begeisterung leben kann, wie ich das, was ich liebe zum Ausdruck bringen kann. Um das herauszufinden braucht es niemanden außer mir. Um das in der Realität umzusetzen braucht es natürlich Menschen, mit denen ich kooperieren kann und auch welche, deren konkrete Meinung zu einem realen Sachverhalt ich gern hören mag, weil ich merke, dass ich konkrete, reale Teile nicht ausreichend selbst einsehen kann.
      Meine Begeisterung für eine Idee wird also in der Realität verschmolzen mit Vielem, was durch die bestehenden Verhältnisse vorgegeben ist - ist also wie ein Haus an einer Stelle bauen - da ist ja der Boden auch vorgegeben und das Material, was ich kaufen kann dafür, und die Leute, die mitbauen sind ja auch individuell und deren Begeisterung fließt da mit ein - aber ich weiß, dass ich da meine Begeisterung und Idee umsetze.
      Ich achte mich und weil ich ja weiß, wo ich prinzipiell hin will, genieße ich es, wenn von anderen Ideen dazu kommen und Kritik geübt wird, denn etwas wird besser, wenn sich viele engagieren. Mein Ziel ist dann auch nicht die Anerkennung, sondern die Befriedigung zu erleben, das etwas real wird.
      Ich mein, wenn das jetzt so klingt, als würde ich auf Anerkennung pfeifen, stimmt das nicht - habe gerade beruflich "zufällig" eine Phase, in der mir ganz klar gesagt wird, was meine Kunden und Partner an mir schätzen. Das freut mich total und zeigt mir, dass ich nicht nur für mich in der Hinsicht auf dem richtigen Weg bin, sondern das auch für andere so passt. Ich gehe aber auch Wege, die für andere noch völlig uninteressant sind und die das erst später merken, dass sie da doch auch hin wollen ...

      Twi-n-light schrieb:

      Aber das ist doch kein Allgemeinzustand in dem Sinne dass niemand mit dir was anfangen könnte. Manche werden es sehr gut können, andere kommen halt mal so klar, dann gibt es sicher auch Menschen die mit bestimmten Facetten von dir was anfangen können, und wieder andere können eben nix Rechtes mit dir anfangen. Na und? Bestimmt gibt es auch Menschen, die mit mir nichts anfangen können. Denen laufe ich natürlich auch nicht hinterher. Und das stört mich auch nicht, die fehlen mir ja nicht, gibt ja auch genug andere.

      Ja, ich stimme Dir da 100% zu - wenn es nicht so wäre, dass gerade die, mit denen ich diese "Probleme" habe, die sind, die ich lieber näher an meinem Herzen hätte als ferner.

      Die eine Freundin habe ich bisher hier im Forum "Liebste" genannt - ich will einfach auf Dauer nicht das "komm her, geh weg"-Ding akzeptieren. Und es ist für mich ungelöst, auch wenn wir jetzt eine Ruhephase haben. Ich will ihr nicht mehr so begegnen, dass ich dauernd Angst haben muss, das ich wieder irgendwas reingewürgt bekomme, oder stehen gelassen werde, wenn ich ganz offen bin und von Liebe überlaufe, aber das dann auch nicht sollte - ist irgendwie schei... zu beschreiben.
      Die andere Freundin, der meine Ausstrahlung zu intensiv ist und bei der die Verspannungen wegegangen sind, inspiriert mich zu völlig anderen Blickwinkeln, was ich sehr anregend finde. Ich würde gerne von ihr lernen. Aber ich trau mich jetzt einfach nicht mehr, unbefangen mit ihr umzugehen. Ich habe ihr das auch schon gesagt. Nur wenn es für sie so zuviel ist, akzeptiere ich das eben auch.
      Dass ich die Freundin (über die ich schon mal im Egoismus-Faden schrieb), die fand, dass ich sie zu lange angesehen habe, nur noch sporadisch kontaktiere ist für mich ok.

      Prinzipiell merke ich, dass ich, je öfter ich das erlebe, umso mehr Angst habe, einfach so zu sein, wie ich bin, wenn ich neue Leute kennen lerne. Am Anfang vergesse ich das sogar auch, aber wenn dann wieder sowas kommt, werde ich ganz schlapp und mutlos vor Ratlosigkeit ...
      Dabei gibt es doch einige, nein viel mehr Leute, mit denen es mir völlig gut geht und bei denen ich einfach ich sein kann ...

      Ist das jetzt besser nachvollziehbar?

      Liebe Grüße, :wave: Ute
      Hallo, liebe Jella,

      Jella schrieb:

      Wenn andere Minderwertigkeitskomplexe neben mir haben, sind sie dafür selbst verantwortlich und nicht ich.


      Diese Quintessenz aus Deinem Beitrag kann ich auch unterschreiben - nur - wie ich eben schon länger in meiner Antwort an Twinni versucht habe zu beschreiben - möchte ich nicht einfach so drüber weg gehen, weil ich diese Menschen schätze, die darin involviert sind.

      Viele Grüße und einen schönen Sonntag
      :wave: Ute

      Utemi schrieb:


      Mit Ausstrahlung meine ich echt Energie. Und die habe ich schon immer, auch schon als kleines Kind. Eine Freundin hat mal gemeint, dass es sich anfühlt, als würde aus meinen Händen sowas wie ein Lavastrom an Wärme kommen, obwohl meine Haut garnicht so warm ist. Und das kommt eben nicht nur aus meinen Händen, sondern überall raus und ich kann das nicht steuern. Klar kann ich steuern, ob ich jemanden anfasse und ich merke auch, wenn ich das nicht sollte, aber wenn jemand neben mir sitzt und das dem zu warm oder wasweißich ist, weiß ich echt nicht, was ich da noch machen kann.

      Irgendwie scheint mir das das Zentrale zu sein, oder?

      Also das kann ich jetzt natürlich kaum nachvollziehen, weil man sowas wohl ERLEBEN muss, um zu wissen, wie sich das anfühlt.

      Was ich zB nicht mag, sind "laute" Menschen, Menschen die ständig "überdreht" sind, o.ä. Das nervt mich, und denen geh ich dann eher aus dem Weg, wobei das auch wieder nicht so schlimm ist dass ich geradezu "fliehen" müsste. Das ist einfach eine Typsache, und da passen dann halt 2 Typen (die und ich) nicht zusammen. Denk ich gar nicht weiter drüber nach.

      Vielleicht ist es gar nicht so ungewöhnlich, sondern geradezu logisch, dass dir die "Ablehnung" oder was immer es ist bei Menschen besonders auffällt, an denen dir besonders viel liegt. Denn diesen Menschen willst du ja besonders nahe kommen, tust du wohl auch, und mit diesen Menschen befasst du dich gedanklich stärker als mit anderen.

      Ansonsten bringt es dich wahrscheinlich am ehesten weiter, wenn du solche Menschen einfach fragst, was an dir es ist, was sie stört - ?

      Ich kennen einen, der ist im Jahr immer mehrere Wochen in Indien, hat - für jemanden wie mich - ziemlich abgefahrene Vorstellungen über Leben, Geist usw, lebt ganz stark auf sich konzentriert, lässt aber auch mal ganz gezielt Energie jemandem zukommen (hat zB mal eine ganz intensive Sterbebegleitung für eine Freundin gemacht). Der hat auch eine ganz besondere Ausstrahlung. Ich seh den jetzt kaum noch, aber früher war das so, wenn man schlecht drauf war und sich etwas länger mit ihm unterhalten hat - auch über was ganz Anderes - ist man irgendwie beschwingt weggegangen.
      Sicher würden den viele, wenn sie ihn näher kennen würden, als "arrogant" bezeichnen, weil er so scheiß-abgeklärt ist. Ich sag mir nur: Leben kann der wie er will, ein paar seiner Gedanken finde ich überlegenswert, und seine Ausstrahlung finde ich faszinierend - Punkt.
      Der ist mir jetzt irgendwie bei deiner Beschreibung von "Ausstrahlung" eingefallen.

      Individualität definieren durch Vergleichen? (...)
      Ich finde, die eigene Individualität erkennen geht anders - ich guck mich an und sonst niemanden.

      Ich hab das "meine Individualität erkennen" ehrlich gesagt nie als praktisches Problem gesehen. Man kann darüber philosophieren, aber meine realen Probleme löse ich damit nicht. Deswegen kann ich zu dem Thema nicht allzu viel beitragen, fürchte ich.

      Die eine Freundin habe ich bisher hier im Forum "Liebste" genannt - ich will einfach auf Dauer nicht das "komm her, geh weg"-Ding akzeptieren. (...) Ich will ihr nicht mehr so begegnen, dass ich dauernd Angst haben muss, das ich wieder irgendwas reingewürgt bekomme, oder stehen gelassen werde, wenn ich ganz offen bin und von Liebe überlaufe, aber das dann auch nicht sollte - ist irgendwie schei... zu beschreiben.

      Ist dir schon mal die Idee gekommen, dass das einfach an ihr und ihrer Art mit anderen umzugehen liegen könnte? An dir könntest du da vielleicht sonstwas ändern, deswegen würde sie ihr Verhalten dir gegenüber noch lange nicht ändern.

      Die andere Freundin, der meine Ausstrahlung zu intensiv ist und bei der die Verspannungen wegegangen sind, inspiriert mich zu völlig anderen Blickwinkeln, was ich sehr anregend finde. Ich würde gerne von ihr lernen. Aber ich trau mich jetzt einfach nicht mehr, unbefangen mit ihr umzugehen.

      Dann geh halt befangen mit ihr um! Wenn dir der Umgang mit ihr wichtig ist, um was zu lernen, nimm es so wie es ist (wenn sie mitmacht).


      Kann es sein, dass du da - an dein Leben überhaupt? - irgendwie zu verkopft rangehst? Manche deiner Gedankengänge finde ich so kompliziert wie wenn ich nach Feierabend noch ein philosophisches Buch lesen müsste :D Ich fänds irgendwie anstrengend, wenn ich mit jemandem befreundet wäre und das Gefühl hätte, dass der alles was ich sage und tue detailliert durchanalysiert und, anstatt einfach "mit mir zu sein", das dann vielleicht auch noch mit mir durchdiskutieren möchte. Sicher habe ich ein anderes Verständnis von Beziehungen als du, aber vielleicht haben auch viele der Leute, die dir begegnen, eher so ein Verständnis wie ich als so eines wie du?
      Hi meine liebe Ute,

      ich habe ja grad nicht soviel Zeit, bin ja bei den Kiddies..., deshalb habe ich nicht alles, sondern eben nur quergelesen. :red:

      Allerdings kommt mir gerade in den Sinn... Klar will man über die Befindlichkeiten nicht hinweg sehen und man bemüht sich um ein harmonisches Miteinander...

      Allerdings fällt mir zu diesem Punkt das platte Zitat ein... allen Menschen recht getan, ist etwas was niemand kann.

      Ich verstehe dich sehr gut, wenn du dich darum bemühst hier eben nicht so eine *raumfüllende* Präsenz auszustrahlen... aber das grenzt an Selbstverleugnung. Du bist wie du bist... Punkt ! und solange du hinter dieser Aussage lediglich ein Komma setzt wirst du dich in diesen Gedankengängen verlieren und zu keinem Ergebnis kommen.

      Je mehr du hinter dir und das was dich als Mensch ausmacht stehst um so akzeptabler wirst anderen Gegenüber. Ich habe in solchen Dingen einfach oft das Gefühl, dass wir in diesem Punkt regelrecht danach betteln von anderen abgelehnt zu werden, so dass wir einen Grund haben uns selbst abzulehnen. Im Grundegenommen sind wir bei diesem Spiel die eigenen Initiatoren und Hauptdarsteller. Die anderen folgen hierbei lediglich unseren Wünschen... wenn sich auch noch so unausgesprochen und unbewusst sind.

      Du bist du... so wie du bist bist du unglaublich toll!

      Hier noch eine kleine Musik...

      rtl.musicbrigade.com/templates…_7325.aspx?VideoID=503459

      kamikaze-schoengeist.de/?p=231

      Wünsch dir einen schönen Tag..:bussi:

      Werdandi
      @Twinni
      vielen Dank, dass Du soviel geschrieben hast.

      ... im realen Leben rede ich sehr viel weniger. Ich höre sehr gerne zu. Irgendwie gibt es nur eine Handvoll Menschen, mit denen ich gerne und lange rede.
      Und solche Gedanken teile ich eigentlich auch nur mit wenigen Leuten - ich hatte einfach irgendwie das Bedürfnis, das hier mal aufzuschreiben ...
      Und das es so kompliziert klingt, liegt vermutlich daran, dass ich es selbst nicht verstehe.

      Ansonsten bringt es dich wahrscheinlich am ehesten weiter, wenn du solche Menschen einfach fragst, was an dir es ist, was sie stört - ?


      Genau bei solchem Fragen kommt die Forderung heraus, dass ich lernen soll, meine Ausstrahlung zu kontrollieren oder die Aussage, sich wie ne Kerze neben nem Scheinwerfer zu fühlen oder, dass ich, wenn ich jemanden ansehe dessen persönlichen Raum verletze, also diese Distanz nicht wahre obwohl ich weit genug weg bin... :traurig:

      Es muss doch irgendeinen Grund geben, warum andere unsicher werden, anstatt sich - so wie bei Deinem Beispiel von dem Mann - einfach nur wohl zu fühlen. Und das wird eben dann doch an mir liegen - sonst würde ich es nicht erleben und/oder nicht schwer nehmen ...

      Liebe Grüße. Ich muss mal wieder Fenster zu machen, bei uns regnet es gleich wieder.
      Ute
      Hallo liebe Werdandi :bussi:

      werdandi schrieb:

      Je mehr du hinter dir und das was dich als Mensch ausmacht stehst um so akzeptabler wirst anderen Gegenüber. Ich habe in solchen Dingen einfach oft das Gefühl, dass wir in diesem Punkt regelrecht danach betteln von anderen abgelehnt zu werden, so dass wir einen Grund haben uns selbst abzulehnen. Im Grundegenommen sind wir bei diesem Spiel die eigenen Initiatoren und Hauptdarsteller. Die anderen folgen hierbei lediglich unseren Wünschen... wenn sich auch noch so unausgesprochen und unbewusst sind.

      Ja genau eben. Ich versuche nur noch rauszufinden, was genau ich an mir nicht akzeptiere, was dieses Ergebnis bringt.
      Ich will nicht in das Leben anderer eingreifen und tue es doch.
      Ich will anderen nicht größer erscheinen und tue es doch.
      Ich will andere nicht verletzen und tue es doch.

      Darauf werde ich jetzt mal ein bißchen rumkauen ...

      werdandi schrieb:

      Du bist du... so wie du bist bist du unglaublich toll!

      danke :red: :schmatz:

      Danke auch für die Musik :) - mir ist allerdings mehr danach - das Cello spricht mir so aus der Seele ...

      Liebe Grüße und braucht Ihr auch Regen? Wir könnten hier noch was abgeben ...
      :schmatz: Ute
      noch mal ein PS @Twin - ich lese beinahe nur philosophische Bücher, allerdings keinen Kant oder Hegel, sondern sowas zum Beispiel. Oder sowas <- das ist schön knapp und schlüssig, im Gegensatz zu den meisten anderen Büchern des Autors, die viel dicker sind.
      ... und ich brauche dann auch immer viel Zeit, weil ich nicht soviel auf einmal lesen kann ...
      Ist es nicht so, dass wir uns immer und immer wieder mit unseren Mitmenschen vergleichen? Wenn sie dann merken, dass wir grösser, stärker, glücklicher, erfolgreicher sind wie sie, dann fühlen sie sich wertlos und im Zweifelsfalle verteidigen sie ihr "Revier". Diese Haltung kommt aber daher, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der wir erfolgreich sein müssen und immer gemessen werden.
      Das Ideale wäre doch, dass wir aus uns leben und aus uns strahlen, also uns selbst leben ohne Mass an den anderen zu nehmen. Dies aber wurde uns von klein auf abgewöhnt. Wir können aber nicht auf allen Gebieten perfekt sein. So wie es Menschen gibt, die technisch versiert sind, so gibt es Menschen, die sprachlich gut sind oder motorische Fähigkeiten besitzen. Ist nun der eine besser als der andere? Ich bin in Sport eine absolute Niete, habe jedoch auch kein Bedürfnis, Sport zu treiben. Dafür kann ich andere Dinge.
      Wieso sehen wir immer nur die Schatten. Ohne Licht kann es jedoch keine Schatten geben.

      Ute, Du wirst solange immer und immer wieder Menschen begegnen, die Dir zeigen, dass sie sich von Deiner Nähe bedrängt fühlen, solange Du Deine eigenen Schatten nicht beleuchtet hast. Wenn Du also Menschen in Deiner Umgebung dazu bringst, dass sie deutlich Selbstwertprobleme bekommen, dann drängt sich mir die Frage auf, wo stellst DU Deinen Selbstwert unter den Scheffel?
      :) oh, ich freu mich, dass Du schreibst :bussi:

      Magie schrieb:

      Ute, Du wirst solange immer und immer wieder Menschen begegnen, die Dir zeigen, dass sie sich von Deiner Nähe bedrängt fühlen, solange Du Deine eigenen Schatten nicht beleuchtet hast. Wenn Du also Menschen in Deiner Umgebung dazu bringst, dass sie deutlich Selbstwertprobleme bekommen, dann drängt sich mir die Frage auf, wo stellst DU Deinen Selbstwert unter den Scheffel?


      Ich hab da irgendwo einen Knopf und bei dem kommt raus: "ich bin falsch und zu blöd zu verstehen, warum, und noch mehr zu blöd, das zu ändern." Und wenn der durch solche Aussagen wie "Du bist mir zu intensiv, kontrolliere mal Deine Ausstrahlung" gedrückt wird, katapultiert es mich weg in ne Situation, in der ich ganz klein und ganz fremd bin und die Welt nicht verstehe...

      Tja - ich würde den Knopf ja gerne ausbauen - suche nur noch den passenden Schlüssel dazu.
      An welcher Stelle meines Selbstwertgefühls hängt das denn? :error:

      :schmatz: und liebste Grüße

      Utemi schrieb:

      noch mal ein PS @Twin - ich lese beinahe nur philosophische Bücher

      Vielleicht solltest du auch mal anderes lesen? Es gibt doch auch sprachlich gut geschriebene, auch ein bisschen nachdenklich machende Bücher, die mehr der Entspannung und Ablenkung dienen. Ich guck auch mal einen saublöden, überhaupt nicht anspruchsvollen TV-Krimi, na und? Ich finde, wenn man nur philosophische Bücher liest (hab ich in meiner Jugend auch sehr viel gemacht), kommt man in die Gefahr, für sich selber und andere im Realen gar nicht mehr "verständlich" zu sein.

      Utemi schrieb:


      Ich hab da irgendwo einen Knopf und bei dem kommt raus: "ich bin falsch und zu blöd zu verstehen, warum, und noch mehr zu blöd, das zu ändern."


      Siehst Du, da kommt der Selbstwert. Ich bin zu blöd. Warum kann ich das nicht, was andere so problemlos bewerkstelligen?

      Utemi schrieb:


      Und wenn der durch solche Aussagen wie "Du bist mir zu intensiv, kontrolliere mal Deine Ausstrahlung" gedrückt wird, katapultiert es mich weg in ne Situation, in der ich ganz klein und ganz fremd bin und die Welt nicht verstehe...


      Und WIESO sollt DU was ändern??? Herrgottnochmal, die Anderen haben doch ein Problem. Und Du sollst jetzt hingehen und deren Problem lösen?? Das ist immer ganz einfach. Wenn ich mich nicht bewege, die Verantwortung abgebe und den Anderen die Schuld gebe.
      Lieber Gott, mach dass es anders wird für mich, aber mach, dass ich mich nicht ändern muss.

      Sieh Dir mal Deinen obigen Satz:
      "Du bist mir zu intensiv, kontrolliere mal Deine Ausstrahlung"

      aus der ICH-Botschaft heraus an:

      Ich empfinde Deine Ausstrahlung als zu intensiv und ich frage mich gerade, was ich dazu beitragen kann, dass ich Deine Ausstrahlung ertragen kann.

      ...vielleicht hilft Dir das ja weiter.


      Ich knuddle Dich :bussi:

      Twi-n-light schrieb:

      Vielleicht solltest du auch mal anderes lesen? Es gibt doch auch sprachlich gut geschriebene, auch ein bisschen nachdenklich machende Bücher, die mehr der Entspannung und Ablenkung dienen. Ich guck auch mal einen saublöden, überhaupt nicht anspruchsvollen TV-Krimi, na und? Ich finde, wenn man nur philosophische Bücher liest (hab ich in meiner Jugend auch sehr viel gemacht), kommt man in die Gefahr, für sich selber und andere im Realen gar nicht mehr "verständlich" zu sein.


      Ich kann mich sehr gut entspannen, wenn ich mir Zeit nehme, sowas zu lesen und finde es sehr unterhaltsam.

      Also alberne/schnulzige Filme guck ich auch manchmal. Und ich lese nicht in jeder freien Minute, sondern arbeite lieber ...

      Und was das das "verständlich sein" angeht - rein beruflich finden andere das, was ich sage, so gut verständlich und an die Praxis gekoppelt, dass sie mir das sogar öfter sagen :schmunzl:

      ... und ich habe in meiner Jugend ganz was anderes gemacht - aber das klingt ja fast so, als wären wir beide schon über die 70 gekommen :D

      Liebe Grüße :wave: Ute

      Utemi schrieb:

      Hallo liebe Werdandi :bussi:


      Ja genau eben. Ich versuche nur noch rauszufinden, was genau ich an mir nicht akzeptiere, was dieses Ergebnis bringt.
      Ich will nicht in das Leben anderer eingreifen und tue es doch.
      Ich will anderen nicht größer erscheinen und tue es doch.
      Ich will andere nicht verletzen und tue es doch.

      Darauf werde ich jetzt mal ein bißchen rumkauen ...


      Danke auch für die Musik :) - mir ist allerdings mehr danach - das Cello spricht mir so aus der Seele ...

      Liebe Grüße und braucht Ihr auch Regen? Wir könnten hier noch was abgeben ...
      :schmatz: Ute



      Hallo meine liebe Ute, :schmatz:

      wie ware es, wenn du das was du NICHT willst einfach anders formulierst... wie Twinni weiter unten geschrieben hat... aus dieser Ich-Botschaft...

      Sag doch einfach, statt ich will nicht in das Leben anderer Menschen eingreifen... ich bereichere das Leben anderer durch meine Anwesenheit... Finde für dich andere - positive Mantras... Du bis so klug bei anderen... du hast mir schon soviel gegeben, warum funktioniert es bei dir selber nicht ? :motz: :bussi:

      Du weißt genau, dass dein Unterbewusstsein die Begriffe NEIN, NICHT und KEIN nicht kennt... also programmierst du das immer so, dass du eben gerade DESWEGEN in das Leben anderer einzugreifen scheinst...

      Die menschlichen Beziehung kommen leider, auch wenn wir es noch so sehr verhindern wollen, nicht ohne Verletzungen aus... Wir sind keine höhere Wesen...

      An dieser Stelle fällt mir immer das Lied von Rammstein ein... Engel

      Wer zu Lebzeit gut auf Erden, wird nach dem Tod ein Engel werden, mit Blick gen Himmel fragst du dann, warum man sie nicht sehen kann...

      Ich finde diese Zeile hat sehr viel worüber es sich lohnt nachzudenken!

      Ich bin überzeugt, dass du nicht nur die ewigstrahlende liebenswürdige Person bist, du hast auch andere Seiten, die bestimmt genauso liebenswert sind! Warum sollte man dich nicht auch lieben, wenn du dich getraust diese anderen Seiten zu leben? :nachdenk:

      Ich denke, dass du dir gegenüber viel zu streng bist, deine Ansprüche an dich sind viel zu hoch. Kein Mensch ist so kontrolliert, das er es schafft permanent ein Lächeln auf den Lippen zu haben. Warum sollst du das können ?

      Seit ich es mir erlaube, mich einfach auch mal daneben zu benehmen geht es mir einfach besser... Ich bin mir bewusst, dass all meine Schwächen letztlich auch Stärken sind. Ebenso wie meine Stärken auch Schwächen sind. Es liegt auch jedesmal im Auge des Betrachters... Der eine schätzt meine aufbrausende Art, den anderen erschreckt es... sogar mich selber... :agree: Aber auch das bin ich!

      Das beste Beispiel sind dafür meine Kinder... sie wissen genau wie sie mich zu nehmen haben. Sie verfallen nicht in Depressionen, wenn ich ihnen mal den Marsch blase... im Gegenzug weiß ich, mittlerweile, wann ich einfach übers Ziel hinausgeschossen bin und entschuldige mich.

      Ich glaube kaum, dass irgendein Freund oder eine Freundin meiner Kinder eine durchgeknalltere Mutter hat wie sie. Aber sie stehen zu mir egal wie ich grad *drauf* bin.

      Aber das ist erst seit dem der Fall, wo ich angefangen habe mich selbst zu akzeptieren.

      Auch das was das Lesen von Büchern anbelangt... wenn man sich ausschließlich mit philosophischen Dingen beschäftigt, gerät man leicht in die Gefahr die Bodenhaftung zu verlieren. Ich kenn das von mir, wie ich diese Bücher geradezu verschlungen habe... Da braucht es einfach einen Ausgleich... Das Leben besteht auch aus Banalität ... Das stelle ich immer gerade dann fest, wenn ich mich mit den Kindern unterhalte. Wir lachen hier über völlig sinnfreien Dingen und kugeln uns vor lachen.

      Wann hast du das letzte Micky Mausheft gelesen ? Wann bist du das letzte Mal am Fenster gestanden und hast Seifenblasen in die Luft gepustet ? Wann hast du einfach mal die Seele baumeln lassen ohne irgendwelchen *philosophischen* Dingen nachzuhängen ?

      Ich habe meinen Kindern versprochen mit ihnen das nächste Rammsteinkonzert zu besuchen und ihnen auch noch dafür notfalls eine Enschuldigung für die Schule zu schreiben... Wegen einer kulturellen Veranstaltung... :rofl:

      Sicher, Rammstein wird nicht dein Fall sein oder werden... aber alleine die Forumlierung dieses Gedankens hat mich im höchsten Maße beflügelt... meinen Kindern hat das irre viel Spaß gemacht.

      Trau dich einfach mal aus deiner Haut zu schlüpfen... tu was völlig verrücktes...

      Dadurch bekommst du ein ganz anderes Lebensgefühl...

      Da fällt mir noch mein Lieblingszitat ein, dass mir die Tage aus gegebenen aktuellen Anlass wieder eingefallen ist...


      Den Tadel der anderen nahm ich solange dankend an, bis ich einmal darauf achtete wen sie lobten... Walter Rathenau...

      So jetzt muss ich wieder den Platz räumen... bis später :bussi:

      Werdandi

      Utemi schrieb:

      Ich kann mich sehr gut entspannen, wenn ich mir Zeit nehme, sowas zu lesen und finde es sehr unterhaltsam.

      Also alberne/schnulzige Filme guck ich auch manchmal. Und ich lese nicht in jeder freien Minute, sondern arbeite lieber ...

      Und was das das "verständlich sein" angeht - rein beruflich finden andere das, was ich sage, so gut verständlich und an die Praxis gekoppelt, dass sie mir das sogar öfter sagen :schmunzl:

      ... und ich habe in meiner Jugend ganz was anderes gemacht - aber das klingt ja fast so, als wären wir beide schon über die 70 gekommen :D

      Liebe Grüße :wave: Ute



      Pausen sind ein Teil der Disziplin... ! :besserw: :bussi:

      werdandi schrieb:

      Hallo meine liebe Ute, :schmatz:

      Trau dich einfach mal aus deiner Haut zu schlüpfen... tu was völlig verrücktes...

      Werdandi


      Hi Ute,

      ich denke, dass es hier nicht darum geht aus deiner Haut zu schlüpfen ...:nene: Das geht ja gar nicht... :D

      Sondern darum deine Ketten, die du dir selbst auferlegt hast, zu sprengen... Dich aus dem Korett zu befreien, das droht dich zu ersticken :agree:

      So wird ein Schuh drauß!

      Andererseits solltest du dich fragen, warum du an Menschen festhältst, die dich immer nur so und nur dann akzeptieren, wenn du deren Vorstellung entsprichst?! Brauchst du das Gefühl von abgelehnt zu werden? Wenn ja wozu?

      Ich seh schon... das wird hier noch ganz, ganz spannend...;)

      Wir bekommen den Knoten schon noch zum platzen... :bussi:

      :schmatz:

      Werdandi