Drüber reden können...

      Drüber reden können...

      Tja...

      Es ist wichtig in einer Beziehung, über alles reden zu können, hört man oft, sage ich auch oft. Wir (Freundin und ich) haben ein befreundetes Päärchen, die kriegen das Maul nicht auf und daher gibts da öfter Probleme. Da frisst irgendwie jeder in sich rein.

      Wir selber rühmen uns dann gerne so für uns, dass wir ja prima über alles reden können. Aber irgendwie laufe ich damit in der Praxis immer vor die Wand. Ich kann mir in der Tat alles mögliche sagen lassen und bin selbstkritisch genug um zumindest nach einem Überdenken (Nacht drüber schlafen oder so) Fehler einzugestehen. Generell bin ich zumindest der Meinung, Kommunikativ genug zu sein um alles bereden zu können. Ich argumentiere dann. Ich muss ja nicht immer was eingestehen, ich kann ja auch widersprechen, aber ich kann drüber reden.

      Ich kann prinzipiell auch alles sagen, wenn ich was denke, mich was stört, aber das führt immer nur zu Ärger. War schon ein paar Mal so und jetzt gerade hab ichs wieder am Hals. Es gibt was, was mich stört, das war gerade so im Moment, da lief ein Fass über, durch unglückliche Umstände ist mir da einfach ne Grenze geplatzt. Das war auch keine generelle Sache und ich habe auch keine besondere Forderung, aber ich habe mal zur Sprache gebracht, was mich stört.

      Aber ich ernte immer nur zwei Ergebnisse: Entweder schmollen und beleidigte Leberwurst, eingeschnappt und motzig und dann kehrt sie alles gegen sich und überzieht total, oder völlig entrüstet und uneinsichtig und ich bin total der Arsch. Eigentlich fühlt sie sich erstmal generell angegriffen und völlig zu unrecht beschuldigt. Und entweder greift sie dann mich an und macht alles mir zum Vorwurf, oder sie schnappt ein, wird stur und legt diese Schmollreaktionen an den Tag "gut, pff, dann mach ichs eben selber" so und so...

      Die Wahrheit liegt eigentlich dazwischen. Erstens gehts garnicht um Schuld sondern nur darum, dass ich eine bestimmte Empfindung habe und darauf Aufmerksam machen möchte, vielleicht um Rücksicht bitte oder auch einfach nur im Gespräch abklären will, ob meine Empfindung vielleicht auf falschen Interpretationen beruht oder es gerade im Moment einfach mal dumm gelaufen ist. Wäre auch nicht das erste Mal, dass ich mit einem Eindruck im Unrecht gewesen wäre, aber das kann ich ja nur erfassen, wenn mir das Gegenüber seine Sicht präsentiert und man dann gegenseitig abklären kann, was inwiefern warum falsch gelaufen sein könnte.

      Aber das bringt mir garnix, wenn nur geschmollt oder geschnappt wird. Damit löse ich kein Problem, finde keinen Kompromiss und kann Missverständnisse nicht ausräumen. Teilweise kommen dann auch Argumente, wo ich dann das Gefühl habe, dass da schon seit einiger Zeit Eindrücke bei ihr vorherrschen, aber sie eben nicht darüber redet.

      Fazit ist, jedes mal, wenn ich was auf dem Herzen hab, wird meine Überwindung größer, um es auszusprechen. Weil es einfach zu oft keine konstruktive Auseinandersetzung gibt sondern nur Streit und Stress. Und wenn ich das Maul aufmache, will ich eigentlich Konflikte reduzieren und nicht neue erschaffen. Jetzt hab ich vorhin angerufen von der Arbeit aus um einfach am Tag danach Frieden zu stiften, aber sie hockt noch auf ihrer Position und weigert sich.

      Da kann ich dann nur sagen, ich kann eben nicht über alles reden, weil es immer nur unsinnigen Streit gibt, wenn ich mal was sage. Dabei würde ich von mir behaupten, dass ich so einiges erdulde, bevor mir der Kragen platzt, und wenn ich schon mal das Maul aufmache, dann ist das keine Eintagsfliege sondern ein lange gereiftes und gewachsenes Thema, das irgendwann das Limit meiner Geduld sprengt. Das muss nix dramatisches sein oft genug sind es nur Missverständnisse die sich dann klären oder Ergebnisse anstrengender Lebensphasen, wo einfach bestimmte Belastungen zu hoch waren, und eigentlich lässt es sich problemlos ausdiskutieren. Aber ich bin nunmal jemand, der gerne mal redet, debattiert, argumentiert, aber dabei auch neutral, sachlich und unemotional bleiben kann. Ich kann mir auch Vorwürfe anhören, ohne dann persönlich unsachlich zu werden. Das fehlt mir auf der Gegenseite. Ich kann keine Diskussion über etwas führen, wenn keine vernünftigen Reaktionen kommen.

      Sie mag ja recht haben wenn sie das Gefühl hat ich tu ihr Unrecht, aber dann muss sie das kommunizieren und nicht schmollen. Ich bin ja eigentlich kein Sturkopf, der sich vor guten Argumenten verschliesst. Aber wenn so ne Kindergartennummer losgeht mit "ich bin jetzt beleidigt", dann schwillt mir der Kamm.

      Meistens geht es ja um sehr subjektive Eindrücke, die sich ausgeprägt haben. Man kommt irgendwann auf irgendeine Denkrichtung und sieht dann auch weitere Dinge durch diese Brille und interpretiert sich das ggf dann auch was zurecht in eine Richtung, die eigentlich nicht zutrifft. Und dann verfährt man sich vielleicht in einer Ansicht, die eigentlich sachlich daneben liegt. Das lässt sich in einem Gespräch normalerweise relativ einfach aufdecken und klären. Aber eben nur mit reden und nicht mit einschnappen.


      Was habt ihr erlebt, wie geht ihr damit um?

      -JAW
      hallo jaw, es wird dir bestimmt nicht weiterhelfen, wenn ich dir versichere, dass du mit dem problem nicht alleine bist.
      mir geht es immer wieder mal genauso.
      ich merke dann immer am verhalten meiner frau, dass irgendwas im busch ist, aber selbst auf nachfragen erhalte ich eine ausweichende antwort......aber dann ganz plötzlich bricht es über mich aus heiterem himmel ein....aber heftig.
      es braucht dann ein bis zwei tage, ehe sie sich wieder einkriegt.
      auch ich bin dann immer der arsch. :agree:
      mit anderen worten......wir sind leidensgenossen. :agree: :wave:
      Erni
      Hallo Jaw,

      es ist in der Tat eine Herausforderung, eben weil jeder seine eigene Befindlichkeit hat.

      Wenn ich dieses Thema auf meinen Nochehemann beziehe, flogen bei uns sehr oft die Fetzen. er ist oft einfach nur gegangen und hat mich quasi einfach stehen lassen. Das natürlich nicht dazu betrug, die Situation zu entschärfen.

      Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich sehr unterschiedlich reagiere... nämlich bei emotionalen Themen und bei sachbezogenen Themen.

      Bei emotionalen kann ich einfach nicht immer sachlich bleiben und mir platzt eher der Kragen, als bei Dingen bei denen es um etwas konkretes geht. Konkret meine ich damit z.b. wie ich die Firma jetzt zu führen denke.

      Hier bin ich die letzten Wochen sehr massiv mit ihm zusammen gerappelt. Dabei musste ich feststellen, dass die mangelnde Bereitschaft von uns beiden dazu führt, dass sich die Fronten verhärten.

      Wenn ich eine konkrete Vorstellung von meinem Vorhaben habe, kann ich da emotional neutraler damit umgehen, kann es dementsprechend *begründen* warum ich das so und nicht anders haben möchte.

      Bei emotionalen Themen kann ich es weder bei meinem Mann noch bei meinem Freund richtig artikulieren. Da brauch ich erst einen gewissen Rückzug, um mit mir ins Reine zu kommen. Wenn dem dann so ist, überlege ich mir, ob ich es durch meine eigene Sichtweise *nonverbal* verändern kann, oder ob ich diesbezüglich noch *Gesprächsbedarf* habe.

      Oftmals ist es bei mir so, dass, sobald ich die Dinge aus einem anderen Blickwinkel sehe, sich die ganze Situation verändert.

      Klar ist Kommunikation in einer Beziehung wichtig. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass man sehr oft Dinge einfach *zerredet*. Gefühle in Worte zu kleiden ist wichtig, aber oft läuft man Gefahr, dass das nicht funktioniert, eben weil das was bei einem aus dem *Bauch* heraus kommt, beim anderen in den Kopf steigt.

      Gefühle werden rationalisiert und Gedanken zerfließen im Gefühl...

      Worte können Herzen morden... Das was gesagt wird steht wie ein Bollwerk. Wenn du deiner Partnerin deine Gefühle *rational* rüberbringen willst, trifft es sie gefühlsmäßig. Deshalb reagiert sie auch verletzt und ist beleidigt.

      Klar ist es wichtig, dem Partner zu sagen, WAS einen bedrückt... aber wie du selbst schreibt in der Mitte liegt die Wahrheit.

      vielleicht überlegst du einfach mal deine eigene *Strategie* und veränderst diese gegebenenfalls.

      Wenn du sauer bist, versucht du deinen Gefühlen den Ratio entgegenzuhalten. Aber statt die Situation zu entschärfen, platzt irgendwann dir so der Kragen.

      Deshalb solltest du vielleicht versuchen, gleich etwas zu sagen, ohne jeglicher angestauter Wut. Angestaute Wut hat bei dir ebenso fatale Auswirkungen wie bei nahezu allen anderen. Es hat dann auch den Vorteil, dass man sich genau mit dem Thema auseinandersetzen kann, was JETZT ansteht. Und nicht mit Dingen, die irgendwann *geschluckt* wurden und verzerrt in die Dinge miteinfließen.

      Oftmals sind Auseinandersetzungen zu einem Thema nicht die Ursache, sondern lediglich *Nebenkriegsschauplätze* ... Wenn dir das bewusst wird, kommt ihr an einem Punkt, wo ihr wirklich über alles reden könnt.

      Liebe Grüße

      Werdandi
      und mal wieder ein interessantes Thema...

      Ich muss für mcih und meine Beziehung ganz klar sagen: Wir können nicht über alles reden.

      Die Gründe hierfür sind vielfältig, aber ich denke der Hauptpunkt ist der: Seine Kritik erscheint mir nicht rational, sondern verletzt mich. Das liegt an seiner Art dies zu äußern und meiner Art, alles persönlich zu nehmen.

      Ich weiß, dass er manche Dinge nicht anspricht, weil er weiß, dass ich verletzt darauf reagiere. Und wenn er es dann doch anspricht, dann hat es sich bei ihm auch meist schon so hochgeschaukelt innerlich, dass er es oft nicht schafft, die Kritik so anzusprechen, dass es eben bei mir nicht als Verletzung ankommt.

      Das ist eine schwierige Sache und macht eine Beziehung nicht gerade einfach. Nichts desto trotz versuchenwir natürlich immernoch, alles anzusprechen und reden z. B. auch darüber, dass diese Gespräche bei uns so oft in Stress bzw. bei mir in Tränen enden...

      Ich glaube das Hauptptoblem ist meistens, dass Kommunikatrion zwischen zwei Menschen nie so läuft, wie die Einzelpersonen das glauben. Je nachdem was man gerade selber fühlt oder denkt kommen Dinge oft ganz anders an und dann wird eben z. T. aus einer Mücke ien Elefant.

      LG, Nindscha
      Hallo JAW, ich frage mich ob du mit deiner Freundin schon mal darüber geredet hast, dass das mit der Kommunikation bei Kritikthemen nicht immer so klappt - ich meine, ist ihr bewusst, dass sie da auf eine Art reagiert, die aus deiner Sicht die "sinnvolle" verbale Kommunikation beendet und das Problem nicht löst? Vielleicht kannst du das - das Metaproblem - mal ansprechen, wenn ihr gerade keine Streitsituation habt oder einen drohenden Konflikt gerade gut auf die Reihe gekriegt habt?

      Mein Freund und ich haben festgestellt, dass es bestimmte - zum Glück nur wenige und banale - Themen gibt, wo wir uns relativ leicht in die Haare geraten, wenn wir nicht aufpassen. Auf eines dieser Themen sind wir schon ganz am Anfang der Beziehung gestoßen, das ist uns beiden aufgefallen, und an einem Abend nach so einer Situation, als es gerade gemütlich war, haben wir uns darüber unterhalten und uns gemeinsam überlegt, wie das kommt und was man dagegen tun könnte. Ist, durch mehrere weitere Bemühungen, auch besser geworden.

      Wichtig finde ich aber auch, dass wir beide nicht zum Schmollen neigen. Ich mag es überhaupt nicht, wenn einer meint, durch Schmollen könnte er irgendwas erreichen. Mit Schmollern hab ich ein Problem. Ich weiß auch nicht, wie man das bei einem anderen mit einer netten Methode abstellt, leider.
      Diesmal war es am ehesten die unpassende Gelegenheit. Ich such mir zwar nicht aus, wann mir das Fass überläuft, das ergibt sich eher aus der Situation, wenn sich etwas bestimmtes Störendes zum xten Mal ergibt und es mir jetzt gerade reicht, aber prinzipiell ist es schon recht, es gibt ein paar Faktoren.

      Bei meiner Freundin gibt es problematische Momente und problematische Themen. Die Themen, das sind Sachen, mit denen sie sich selber stresst, wo sie selber vielleicht unterdrückt sehr unzufrieden ist, was sie innerlich belastet, aber sie frisst das so vor sich hin, und wenn ich dann da anspreche, dann gehts schief. Das sind meistens Gespräche, die sind garnicht als Streit oder Kritik gedacht, sondern für mich völlig belanglose Unterhaltung. Ihre Selbstständigkeit ist so ne Sache. Ich habe da eine sehr unemotionale, unternehmerische Haltung zu, weil ich mich selber mit dem Thema viel befasst habe. Sie ist da allerdings sehr emotional, weil es da verschiedene Problemchen gibt, an denen sie permanent nagt. Und wenn man genau sowas dann anspricht, dann ist sie praktisch schon voll aufgeladen auf das Thema.

      So diesmal wars die Situation, einfach zu viel Kacke auf einmal. Computer kaputt, Ärger in der Familie, Regelblutung mit allen begleitenden unangenehmen Umständen und Beschwerden, da war sie einfach zu genervt und gereizt um sich mit einem kritischen Thema befassen zu können und dabei Ruhe zu bewahren.


      Wir haben uns gestern Abend auch wieder eingekriegt und gegenseitig unabhängig voneinander entschuldigt (jeder hat Abends ne Kleinigkeit mitgebracht). Ich muss sagen, das ist bei uns generell so, dass am Tag danach die Wogen wieder geglättet werden. Jeder konnte sich abregen, reflektieren und aus der Ruhe heraus wird wieder Frieden gefunden.

      Es ist also so ein Mittelding. An guten Tagen können wir über vieles reden, an weniger guten Tagen sollte man anstrengende Debatten lieber meiden, aber meine Freundin hat viele weniger gute Tage, was doch dann eingrenzt. Ausserdem sucht man sich ja nicht aus, och, übermorgen wär ein guter Tag zum streiten...
      Aber wir kriegen uns dann zum Glück auch schnell wieder ein.

      Gut, genau genommen, ist das Streitthema an sich noch offen, wir haben zwar den Feuerstillstand, aber keinen Kompromiss bzw das Thema noch nicht durchbehandelt. Aber nun ist es gesagt, steht im Raum, und wird sicher auch unbewusst seinen Einfluss in unser weiteres Handeln finden, und irgendwann wirds nochmal angesprochen.


      Was oben einer von euch sagt, sich persönlich angegriffen fühlen, das ist bei ihr auch so. Aus jeder Kritik wird bei ihr innerlich eine Art Liebesentzug. Wenn er mich kritisiert, dann liebt er mich nicht, sowas in der Richtung. Dahinter steht irgendeine Logik die sagt, man kann jemanden nicht lieben, über den man sich beschwert, oder so.


      Ich habe auch meine Themen, auf denen ich vielleicht empfindlich bin, das sind besonders so Sachen, die ich mir selber häufig vorwerfe (z.B. man müsste mal Abnehmen..), aber es gibt auch Themen, da spinne ich selber subjektiv. Ich weiss das, ich gebe das zu, da übertreibe ich manches, da steiger ich mich rein, aber das Wissen darum kann meine emotionale Reaktion nicht unterbinden. Im Moment ist dies der Fall in der Kategorie Eifersucht, grob etwa. Wir haben eine offene Beziehung, sie hat da nen anderen Kerl, den besucht sie alle paar Wochen mal, der ist in erster Linie ein Freund, aber sie gehen auch zusammen ins Bett. Ich kenne ihn selber über Internet und Telefon und komme weitgehend gut mit ihm klar. Das einzige, wo ich nicht mit ihm klarkomme ist, dass er 18 ist, seine Mutter alleinerziehend und anscheinend mit ihm überfordert, und er ist halt pupertär und bockig. Aber gut, das soll mir egal sein.

      Wie auch immer, auch wenn ich weiss, dass er keine Konkurrenz ist oder sie mich nie wegen dem verlassen würde oder irgendwas, so bin ich da empfindlich, ohne es selber zu wollen. Auch wenn ich objektiv weiss, da gibts nix, was mir Gedanken machen sollte, so gibts irgendwie eine unkontrollierte, emotionale Seite in mir, die spinnt sich immer was zurecht.

      Gut ich kann mit dem Thema entsprechend umgehen und vermeide da einfach dann den Konflikt. Ich ziehe bestimmte Grenzen und damit ist die Sache gut.

      Worauf ich hinauswill mit viel Geschwafel, ich kann dennoch drüber reden, Stellung beziehen. Ich kann Argumente bringen, auch wenn sie teilweise Blödsinn sind oder zu weit interpretiert oder so, so gibt es doch greifbare Denkwege, Ursachen und Konsequenzen, Zusammenhänge, die kann ich verstehen und artikulieren. Das Thema an sich behandel ich vielleicht unsachlich und man könnte sagen, ich spinne unnötig herein, aber dennoch kann ich sagen, ich mach hier und hier n Strich, auch wenn ich weiss, es mag übertrieben sein, ich will das so, aber dann ist es auch ok. Ich bin dann nicht eingeschnappt oder irgendwas.


      Ich denke oft, es liegt an meinen Eltern. Die streiten sich bald täglich, in verschiedenen Stufen der intensität, und das eigentlich solange ich mich erinnern kann. Früher wars weniger, weil man Vater auf Arbeit war und ich Abends wenig mitbekam, aber mein Vater hat sich irgendwann Selbstständig gemacht und war dann immer daheim, da kams dann zu mehr Streit. Für mich persönlich ist das total unbelastend, weil ich so aufgewachsen bin, und ich amüsiere mich manchmal oder schüttel den Kopf. Aber ich habe dadurch halt eine anerzogene "Streitkultur". Zum Glück bin ich nicht so unsachlich und stur wie meine Eltern, aber das reine Argumentieren, Debattieren, das habe ich halt voll drin. Für mich ist es kein Problem, jederzeit über irgendwas zu debattieren. Ich kann mit Auseinandersetzungen, auch persönliche Sachen, meistens recht professionell umgehen. Ich habe auch ein gesundes Selbstbild in der Hinsicht dass ich weiss, dass ich viele Fehler und Macken habe, und ich kann oft mit Kritik leben, denn meistens stimmt diese auch. Also kann mir jemand gerne einen Vorwurf machen. Manchmal haben die Leute recht, manchmal sind es einfach Unterschiede in Sichtweise, Wahrnehmung und Interpretation.

      Tja meine Freundin ist da andersrum, die Eltern geschieden, auch viel Streit gewesen, aber die hat da ne Abneigung gegen Streit bekommen, besonders gegen emotionalen Streit.

      So ich muss mich hier mal bremsen, sonst schwall ich ewig.

      -JAW
      Hallo Jaw,

      nur ganz kurz, denn ich muss gleich weiter machen...

      Mir ist eines ins Auge gesprungen... nämlich, dass ihr eine *offene Beziehung* führt.

      Nun meine Frage und meine Gedanken dazu...

      Von wem aus ging die Entscheidung eine *offene Beziehung* zu führen... Was versprecht ihr euch davon?

      Besteht bei euch die Möglichkeit, dass ihr Angst vor Nähe habt - d.h. dass ihr beide euch nicht völlig aufeinander einlassen könnt... Fehlt euch in eurer Beziehung etwas, was ihr bei 3. oder 4. Partner erhofft?

      Liebe Grüße

      Werdandi
      hallo jaw, deine freudnin besucht alle paar wochen einen freund, mit dem sie auch ins bett geht ..........läßt dich das wirklich so kalt, wie du es hier darstellst ? egal ob der typ erst 18 ist . sie besucht ihn und bummst mit ihm. neee, das wäre nix für mich. entweder ich oder der andere, aber beide geht nicht. :never:
      Erni
      Hm, die offene Beziehung sehe ich nicht so sehr als das Problem an. Kann durchaus sein, dass Jaw damit ganz gut zurechtkommt. Vielleicht hat Jaw auch seine Freiheiten.

      Bei diesem Absatz

      Ich habe da eine sehr unemotionale, unternehmerische Haltung zu, weil ich mich selber mit dem Thema viel befasst habe. Sie ist da allerdings sehr emotional, weil es da verschiedene Problemchen gibt, an denen sie permanent nagt. Und wenn man genau sowas dann anspricht, dann ist sie praktisch schon voll aufgeladen auf das Thema.


      und den anderen Absätzen habe ich das Gefühl, dass es ein Kommunikationsproblem ist, dass die Freundin z.B. Zuwendung und Trost möchte und Jaw reagiert anders, npchtern und sachlich statt sie zu trösten. Es kommt mir vor, als hätte hier jeder unterschiedliche Erwartungen an ein Gespräch.

      Jaw, bist du eigentlich glücklich in dieser Beziehung? Möchtest du sie aufrecht erhalten?

      Jella schrieb:





      Jaw, bist du eigentlich glücklich in dieser Beziehung? Möchtest du sie aufrecht erhalten?

      sehr gute frage :agree:
      ich bin ja auch für eine nichteinengende beziehung.......aber ich würde es nicht wollen, dass meine frau alle paar wochen mit nem amderen kerl bumst. das wäre für mich ein ko-kriterium :agree:
      Erni
      Also wenn ich das so lese, dann hab ich einfach und bloß den Eindruck, dass das mit der "offenen Beziehung" dir nicht so taugt. Vielleicht ist das Ganze gar kein "Kommunikationsproblem". Ich würde mich auch fragen, was das soll, wenn mein Freund hin und wieder mit ner 18jährigen herummachen würde. Ich würde aber auch nicht das schicke Etikett "offene Beziehung" draufkleben und versuchen, mir einzureden, dass ich eben mehr Toleranz zu lernen hätte.

      Es würde mich schlichtweg MASSIV STÖREN.
      Hoi

      Ja ein Kommunikationsproblem ist es in der Tat. Wir haben z.B.
      - Fehlinterpretation
      - Fehlgewichtung
      - Unterschiedliches Konfliktverhalten
      - Unterschiedliche Emotionalität
      - Falscher Zeitpunkt

      Sie hat mir sogar gesagt, es sei kein guter Tag für eine Debatte. Nur da es für mich durch einen konkreten Vorfall ausgelöst wurde fiel es mir schwer das einfach abzuhaken und zu sagen ok, ist egal, ich schlucks runter und komme später nochmal damit.

      Im Wesentlichen sind es die üblichen Mann - Frau Unterschiede. Kerl trocken und sachlich, Frau emotional. Wobei sie eigentlich schon relativ logisch ist. Es ist wirklich ne Frage der Tagesform. Ich reagiere auch unterschiedlich, jenachdem wie meine Laune und Form ist. Da kann man schonma pampig werden.

      In den wichtigen Grundzügen stimmt das Meiste. Wir sprechen Dinge an, vielleicht nicht sofort, aber die brodeln nicht ewig. Wir debattieren, wenn auch nicht immer sachlich, aber es werden Standpunkte ausgetauscht, die dürfen ja subjektiv sein. Wir denken drüber nach und passen unser Handeln an, vielleicht auch erst am Tag danach, wenn Ruhe einkehrt. Und keiner schmollt jetzt wirklich langfristig.

      Sie selber hat da n Problem mit, mit Kritik, Streit und Zurückweisung. Mal so als Ausblick, obwohl sie Selbstständig ist macht sie keine Kaltaquise, d.h. sie ruft nicht irgendwelche Leute an und bietet ihre Leistungen an. Eigentlich die Grundlage einer Selbstständigkeit. Sie kann aber mit der Zurückweisung nicht umgehen, wenn ein Kunde nicht will. Eigentlich hat der Kunde nur keinen Bedarf, kein Geld oder bereits einen anderen Anbieter, aber sie macht das persönlich und fühlt dann "er will mich nicht, meine Arbeit ist nicht gut genug".

      So ist es dann eben auch in der Beziehung, an jeder Kritik hängt für sie ein "ich bin nicht gut genug" oder so dran. Das ist einfach eine emotionale "Überreaktion" im ersten Moment.

      Im Großen und Ganzen bin ich recht glücklich mit unserer Kommunikation, denn man kann wirklich gut reden, auch mal anstrengende Themen, und das Schmollen passiert vielleicht so jedes 2te oder 3te Mal. Falscher Tag, falsches Thema. Aber mir hats zum abregen geholfen mich hier auszukotzen.


      Was die Beziehung angeht, die ist sehr eng, bald 5 Jahre alt, intakt und stabil.


      Was die offene Beziehung angeht, da gibt es keine allzu eindeutige Antwort. Ich würde sagen ich hab damit angefangen, ohne es zu wollen oder auszusprechen. Aber für mich ist es "erst" die dritte Frau und die zweite Beziehung. Und einer von einigen Aufhängern ist, dass sie keinen Oralsex macht. Das ist so eine Sache, es geht auch ohne, mit wäre schöner. Es ist kein Grund jemanden zu verlassen, aber es kann doch permanent an einem nagen. Für mich kam dies und anderes dann in der Frage zusammen, will ich mich für den Rest meines Lebens an eine Frau binden? Was die freundschaftliche Ebene angeht, da bin ich glücklich. Ich würde kaum mit einer anderen Frau auskommen, das ist mir klar, und auch nur wenige würden mit mir klarkommen. Und zusammen mit anderen Freunden bleibt in diesen Lebensbereichen nichts offen. Es ist eher eine sexuelle Sache, wo ich mir gedacht habe, ich lese immer die wildesten Dinge vom Oralsex im Fahrstuhl und Sex im Wald und was die Leute alles so treiben, und meine Freundin war tendenziell eher konservativ.

      Tja da keimte dann der Gedanke, das pragmatische Ideal wäre, mit einer Frau leben, gelegentlich mit anderen Frauen vergnügen. So könnte man sich die Rosinen picken, sexuell ein paar Abenteuer führen aber ansonsten in einer guten Beziehung bleiben. Die Beziehung für den Sex aufgeben wäre es nicht wert. Auf die sexuellen Specials verzichten wäre durchaus denkbar, aber ich hätte auch nix dagegen, nicht darauf verzichten zu müssen.

      Ich habe das in der Beziehung nie in der Form thematisiert, aber ich hatte den Gedanken im Kopf und hatte da auch etwas Bindungshemmung, mich für "den Rest meines Lebens" festzulegen.

      Wir haben ein gut befreundetes Päärchen, die machen eine offene Beziehung, bzw taten es damals. Partnerwechsel, Gruppensex, Fetisch Partys. Jetzt nicht permanent sondern gelegentlich, alle 2-4 Monate vielleicht mal, aber sie haben halt so ihr Sexleben aufgepeppt.

      Bei denen führte es aber zu Problemen, da es da Kommunikationsprobleme gab. Die Frau störte sich an was, hat aber tatsächlich fast 2 Jahre gebraucht um das Maul aufzumachen. Sie war die ganze Zeit lang zickig und der Kerl wusste garnicht, was er getan hat, bis sie irgendwann mit ner längst vergangenen Sache ankam.

      Dieses Päärchen hat natürlich dazu geführt, dass wir auch über das Thema geredet haben und initial konnte meine Freundin sich das nicht vorstellen. Ich war da schon irgendwo lockerer.

      Meine Vorgeschichte kurz gesagt ist ja folgende:
      Ich war mit einem Mädel zusammen, die hat mich verlassen, wir kamen wieder zusammen, wieder verlassen, nochmal zusammen, nochmal verlassen. 3 Mal von der gleichen Verlassen geworden. Die zweite Frau habe ich über einen Freund kennengelernt, die hatte auch eine offene Beziehung aber noch nie einen 3er, und so kam es dass mein Freund und ich mit der ein paar Mal im Bett waren.

      Diese 3er und das 3 malige verlassen werden haben bei mir was aufgelockert und auch zu einer Trennung von Emotion und sexuellem Vergnügen geführt. Ich sag mir da, warum keinen Spass haben? Vorrausgesetzt man ist eben in der Lage in einer Beziehung mit anderen Spass zu haben und auch dem Partner dies zuzugestehen.

      Letztendlich kam meine Freundin mit dem Thema dann, wissen, dass ich da schon Erfahrung habe und auch relativ locker bin, also war ihr Risiko eher gering. Wir haben das ordentlich ausdebattiert und dann gesagt, wir versuchen es mal und checken dann ab, ob es was für uns ist. Aber wir halten es für Möglich.

      Sie hatte dann 2 mal einen Kerl im Visier, die beide aber letztendlich nicht wollten aus verschiedenen Gründen. Beim dritten Kerl hats dann geklappt, auch mit einigen Anlaufproblemen, aber es ging. Es gab allerdings einiges an Rangelei rundherum. Ich habe ihr gesagt, es ist nicht leicht, wenn man es nie getan hat, Sex und Liebe zu trennen. Als ich dann hörte, dass er 18 ist und vorher keine Freundin hatte, war mir klar, dass das Probleme gibt. Ein Kerl in dem Alter kann kaum die Emotion abkoppeln, wenn er seine ersten sexuellen Erlebnisse macht. So war es dann auch, er hat sich verknallt. Das war mir egal, schlimm war eher, sie hatte sich auch verknallt.

      ...
      und jetzt hast du Angst wieder verlassen zu werden ?!

      Ich finde es irgendwie merkwürdig, dass eine Frau nicht bereit ist ihrem Partner einen zu blasen, aber andererseits in der Lage ist mit ihrem Partner und einem anderen Mann einen 3er zu machen...

      Übersteigt grad meinen Horizont.

      Geh jetzt erst mal schlafen... vielleicht fällt mir morgen noch was dazu ein!?

      Bis denne:wave:

      Werdandi
      ...

      Sie hat gleich klargestellt, dass es nur eine Schwärmerei ist und dass es für mich keinerlei "Gefahr" gibt, sie steht zu mir, liebt nur mich, etc. Sie habe das so auch nicht gewollt aber es sei jetzt so. Gewollt oder nicht, glücklich war ich nicht, aber ich habe es ja kommen sehen bzw zumindest war ich vorbereitet, dass sowas passieren kann.

      Ich habe ihn relativ schnell über Internet und dann mal Telefon kennengelernt, und wir verstehen uns auch weitgehend ganz gut. Allein das mag was über meine Haltung Aussagen, wenn ich mich gut mit dem Kerl verstehe, in den sich meine Freundin verknallt hat. Bei mir ist das ein Gerechtigkeitssinn der sagt, es ist ja nicht seine Schuld, meine Freundin ist verantwortlich für die Treue, nicht die anderen Männer.

      Nun, zwischen mir und Madame kam es zu einigen Debatten in denen mit der Zeit diverse Zweifel und Vorwürfe verarbeitet wurden. Ich denke mit echten Kommunikationsproblemen hätten wir das nicht hinbekommen. Und wenn die Beziehung nicht im Kern stabil wäre auch nicht.

      Ich kann noch ergänzen, dass ich in der Zeit durch Studium viel eingespannt war und meine Freundin auch vernachlässigt habe, da kam der andere Kerl als Ablenkung und Zeitvertreib gerade recht.

      Was sonst noch wichtig ist zu sagen, gleiches Recht gilt für mich, ich darf mit anderen Frauen. Gibt nur zwei Probleme, ich will gerade nicht und ich könnte wohl auch ohne Weiteres nicht. Was ich will nicht angeht, kein Problem, ich bin halt zufrieden und ausgelastet. Was ich kann nicht angeht, ich lerne nicht viele Frauen kennen und bin weder attraktiv noch charmant auf den ersten Blick, und ich bin auch kein toller "Jäger". Von daher könnt ich nicht so leicht was finden, auch wenn ich wollte.

      Für mich ist die aktuelle Haltung, wenn sich mir eine Chance auftut, kann ich diese nutzen, aber ich muss nicht danach suchen.

      Klar, offene Beziehung ist nicht jedermanns Sache, und nicht jeder, der es macht, verkraftet es auch auf Dauer. Ich denke da hilft mir mein stoisches, sachliches Gemüt. Ich sag irgendwo guter Sex macht Spass wie ein guter Kinofilm, und ich muss nicht immer mit meiner Partnerin ins Kino gehen. Dazu musste ich aber selber auch erst Mal Sex ohne Liebe haben, um das Trennen zu können.

      Übrigens war ich früher mit Feuer und Flamme dagegen und habe teilweise böse gedacht und geredet über Leute, die sowas wie Partnertausch und Gruppensex machen. Jetzt bin ich da eher liberal und sage auch ganz platt, all die Swinger Clubs gäbe es nicht, wenn nicht bei einigen vielen Menschen der Bedarf und die Einstellung da wäre. Sowas sind keine Einzelfälle. Ich für mich bin der Meinung, Monogamie ist rein moralisch geprägt und anerzogen. Genauso wie manche Indianer nackt rumrennen und wir in Klamotten, wie manche Kulturen Kopftücher tragen und wir nicht, manche Kulturen haben Mehrfachehen oder diverses Zeug, dann gibt es Gruppierungen wie die Amish, die ohne Technologie leben wollen. Es gibt viel Zeug, und nix ist an sich falsch oder böse. Ich denke, wie wir Sex bewerten, das ist rein psychologisch und antrainiert. Zwischen kein Sex vor der Ehe und regelmäßigen One Night Stands gibt es viele Einstellungen, und keine ist besser als die andere. Ich würde im Leben nicht bis zur Ehe mit dem Sex warten, und andere würden im Leben nicht den Partner mit jemand anderen ins Bett lassen.

      Bisher kann ich sagen, wir gewinnen daran. Einfach zu sehen, dass die Beziehung das verkraftet, bestärkt einen schon. Dann bringt es etwas Abenteuer ins Leben und lockert auf. Es inspiriert auch das eigene Sexleben und man kann hier oder da was neues lernen. Und es heisst ja so schön, wenn du es liebst, lass es gehen, und wenn es dich liebt, dann kommt es zurück. In einer offenen Beziehung ist es halt extrem umgesetzt. Aber irgendwo ist es eine Sicherheit, zu sehen, der Partner kommt in der Tat zurück.

      Um wieder die Kurve zum Thema zu kriegen, über alles Reden können bedeutet nicht nur, das Maul aufzukriegen und etwas auszusprechen, sondern auch hören zu können und damit umgehen zu können, was man gesagt bekommt. Sehr oft sehe ich, dass es an irgendwas mangelt. Manche machen das Maul nicht auf, andere können nicht damit umgehen, was man ihnen sagt. Aber solche Streitfälle gehören dazu. Es ist nervig, wenn die Freundin pampig und unsachlich wird, weil ich das Thema dann nicht abhaken kann, wie ich gerne würde. Und ich möchte eigentlich immer Frieden haben, da stört eine ungeklärte Sache doch sehr. Aber sie ist einfach nicht zur totalen Abstraktion fähig um einen Streit wirklich unemotional anzugehen.

      Ich denke das ist nicht per se eine schlechte Eigenschaft. Meine trockene Sachlichkeit ist auch kein Vorteil ohne Haken. Emotionen und Rationalität haben jeweils ihre Vor und Nachteile.

      -JAW
      Moin Jaw,

      also ehrlich gesagt bekomme ich immmer difuse Bauchschmerzen, wenn ich höre, *dass hat nichts zu bedeuten...*

      Sie hat sich in den Kerl verknallt, liebt aber NUR dich... Ok, das kann passieren und das Verliebtsein geht weg wie ein Schnupfen.

      Aber es kann durchaus auch ein Indiz sein, dass ihr in Punkto Gefühle und sexuellem Bedürfnis (grundsätzlich) auf unterschiedlichen Ebenen schwingt und ihr da eben auswärts euren Spaß habt.

      Ich hatte auch Phasen in meinem Leben wo ich mit 2 Männern gleichzeitig ins Bett ging... Aber ich kam mir reichlich verlogen vor. Bei mir ging es dann soweit, dass ich damals beinahe den einen mit dem Namen des anderen angesprochen habe.

      Auch ich war der Meinung, solange ich Beziehungssingle bin, könne ich tun und lassen was ich wollte , habe aber dann einfach gemerkt, dass das bei mir nicht funktioniert.

      Bei der Aussage, du hättest deine Freundin vernächlässigt und sie sich deshalb eine Affäre zugelegt hat, beisse ich auf Watte... Weil, wenn ich nunmehr 10 Jahre zurückblicke, es für mich der Grund war meiner Ehe den Tritt zu verpassen und einem anderen Mann mein Herz zu schenken.

      In meiner Ehe ging es auch um sehr unterschiedliche sexuelle Bedürfnisse und ich konnte bei meinem Mann nicht das finden, was ich mir so sehnlichst gewünscht habe. Mein Mann konnte und wollte immer und überall und auch ich bin äußerst Sexorientiert. Nur die Art und Weise, wie man sich begegnete war selten in Einklang zu bringen. Stellungen oder sonstiges war nicht mal das Problem, denn da bin auch auch sehr experemtierfreudig, sondern WIE er auf mich zuging.

      Im Nachhinein muss ich gestehen, dass es damals besser gewesen wäre, wenn man es bei einer erotischen Freundschaft belassen hätte als eine Beziehung oder auch eine Ehe mit Kindern einzugehen.

      Auch wir verstanden uns in vielerlei Hinsicht sehr gut... wir waren aus dem selben Holz geschnitzt und traten in der Öffentlichkeit durchaus als *WIR* auf.

      Aber es reichte *für mich* eben nicht! Er ließ mich seelisch verhungern und merkte es nicht mal.

      Dass Monogamie anerzogen ist, kann ich nicht sehen... In der Natur gibt es viele Tierarten die Momogamie betreiben.

      Wir Menschen sind so gepolt, dass wir und binden wollen... alles andere hat einen *Fehler im System*...

      Klar, in der heutigen Zeit hat sich einiges verschoben und man erhebt für sich den Anspruch seine eigene Freiheit bis zum Anschlag zu genießen ohne Rücksicht auf Verluste und ohne Verzicht.

      Mein Lieblingszitat von Erich Fromm lautet...:Jedmanden zu lieben ist nicht nur ein starkes Gefühl... Es ist eine Entscheidung, es ist ein Urteil, es ist ein Versprechen.

      Du selber schreibst, dass du nicht bereit bist, dich ein Lebenlang an eine Frau zu binden. Du willst immer nur das Sahnehäubchen, keine Verpflichtungen, keine Einschränkungen, keinen Verzicht.

      Eine Beziehung besteht aus Geben und Nehmen... so platt das auch heute klingen mag.

      Du hast, meine subtile Einschätzung!, ein sehr ausgefülltes ICH... was letztlich nur dazu dient, dich mit deinen wahren Bedürfnissen, aber auch eigenen Unzulänglichkeiten, nicht auseinandersetzen zu müssen.

      Solange du nicht bereit bist ein Stück deines EGOs zu gunsten eines WIR aufzugeben, darfst keine paradiesischen Zustände in deiner Beziehung erwarten.

      Auch wenn du heute glaubst deine Freiheit uneingeschränkt leben zu dürfen, wirst du im Laufe der Zeit erkennen, dass es nichts schöneres gibt, einen Menschen an seiner Seite zu haben, der einem das Gefühl gibt *Zuhause* angekommen zu sein.

      Das was du hier schreibst, wie toll das alles für dich ist, wenn du an dieser und jener Blüte kostet, ist nichts anderes als das Sahnebonbon mit Papier lutschen...

      Die Probleme die du mit deiner Freundin hast, sind nur Symptome, euer wahres Problem liegt ganz woanders. Es steckt in DIR und in deiner Freundin... In jedem Problem steckt auch die Lösung... man muss nur bereitsein richtig hinzuschauen.

      Grüße

      Werdandi
      Hi JAW, das was du über dich und deine Haltung zu offener Beziehung schreibst, klingt in der Tat recht pragmatisch (bis es DICH mal doppelt erwischt :D ). Das lenkt die Aufmerksamkeit nun mehr auf deine Freundin. Du schreibst über sie: "Sie selber hat da n Problem mit, mit Kritik, Streit und Zurückweisung." Und dann über ihre Bemühungen, endlich auch mal (?) bei einem anderen Mann zu landen: "Sie hatte dann 2 mal einen Kerl im Visier, die beide aber letztendlich nicht wollten aus verschiedenen Gründen. Beim dritten Kerl hats dann geklappt, auch mit einigen Anlaufproblemen, aber es ging. Es gab allerdings einiges an Rangelei rundherum." Das klingt irgendwie so, als hätte das aus ihrer Sicht unbedingt sein müssen, als wollte sie sich irgendwas beweisen. "Locker" und "cool" klingt das nicht. Und jetzt ist es ein 18jähriger ohne Erfahrung in solchen Dingen. Da muss sie also eher nicht mit Zurückweisung usw rechnen. Könnte aus deiner Sicht, so pragmatisch wie du das offenbar siehst, ja alles schön und gut sein, nun hat aber auch noch sie sich in ihn verknallt. Das ist blöd, aber schätzungsweise kannst du das aussitzen.

      Ich glaube noch immer nicht, dass das Hauptproblem die Kommunikation ist. Vielleicht hat deine Freundin ein Problem mit sich, und vielleicht kann sie das auf so eine Weise lösen ... Wenn es für dich nicht so schlimm ist, das zu beobachten, kannst du ihr die Zeit ja lassen.