Partnerschaft aus tiefenpsychologischer Sicht

      Partnerschaft aus tiefenpsychologischer Sicht

      Guten Morgen an Alle,

      ich habe euch etwas aus meinem Buch Partnerschaftsastrologie kopiert das von Akron geschrieben wurde... Akron ist ein Astrologe, der sich mit der Tiefenpsychologischer Astrologie beschäftigt.

      Ich für mich habe daraus sehr viel entnehmen können und ich denke, dass der eine oder andere etwas damit anfangen kann. Zumindest kann es den einen oder anderen dazu bewegen, seinen Blickwinkel etwas zu verändern...

      Viele liebe Grüße

      Werdandi

      Jetzt kommt der Text...

      Partnerschaftsastrologie aus tiefenpsychologischer Sicht

      Um die Partnerschaftsastrologie in ihrem tieferen Sinn zu verstehen, müssen wir das Prinzip von Ursache und Wirkung verlassen. Dieses Prinzip ist ein Kunstgriff unseres Verstandes, um uns die Struktur in der Welt einsichtiger zu machen ( denn die Voraussetzungen unseres Verstandes zwingen uns, die Welt nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung zu betrachten ). Wir müssen begreifen, dass die Ursachen, aus denen sich die Wirkungen ergeben, selbst nur Wirkungen zurückliegender Ursachen sind, die sich auf immer weiter zurückliegende Vorraussetzungen zurückführen lassen. Probleme in der Beziehung sind die Wirkungen weiter zurückliegender Ursachen, die wiederum Wirkungen noch tieferer Ursachen sind. Man muss sich Gedanken über die Gesamtzusammenhänge machen, um sich mit seinen Problemen spirituell oder tiefenpsychologisch auseinandersetzen zu können.

      Es ist nicht nur der Partner, der uns gibt oder nicht gibt, was wir von ihm erwarten; genauso sind wir es selbst, die den anderen unbewusst dazu zwingen, uns das Bild zu vermitteln, das wir aufgrund unserer Vorstellung von ihm erwarten. Solche Beobachtungen helfen uns zu erkennen, dass unsere objektive Wirklichkeit einem Denken entspricht, das sich aus seinen Beobachtungen selbst ausschließt, weil es glaubt, außerhalb zu stehen und den anderen getrennt von der eigenen Vorstellung zu sehen. In Wirklichkeit gibt es nur die Wechselwirkung zwischen dem Beobachter und dem Beobachteten, wobei der Beobachter das, was er sehen will, in das zu Beobachtende einfließen lässt, um in der Außenwelt die Bestätigung für das zu bekommen, was er sehen will.

      Erst wenn wir den anderen von unserem inneren Bild abziehen, können wir ihn wirklich sehen, da er sonst mit unserer inneren Vorstellung verschmilzt. Wir sehen eine Sache nicht so, wie sie ist, sondern nur so, wie wir sie sehen wollen. Wenn Disharmonien zum Partner in unserer Psyche angelegt sind, dann kann sich der andere verhalten wie er will – immer wird er von unserem unbewussten Verhalten in eine Lage gezwungen, in der sich Spannungen auch auslösen. Das, was mir im anderen begegnet, sind meine inneren Bilder, die mich zwingen, mich denjenigen Umständen in der Umwelt auszuliefern, die mich dorthin dirigieren, wo mich mein gelebtes, akzeptiertes Schicksal freudig belohnt oder mich meine Verdrängung zwangsweise von außen wieder einholen. Immer sind es die Gefühle uns selber gegenüber, die uns einladen, den anderen aus jener Perspektive zu beurteilen, die den Gefühlen entspricht, mit denen wir uns identifizieren. Es sind die uns anziehenden Gefühl, an die wir uns je nach Anlagen zu binden haben und die dann über diese Bindung die Funktionen oder Wirkungen in unserem Leben festlegen, die wir aufgrund unserer Veranlagungen über den Partner in unser persönliches Schicksal übernehmen.

      Dieses Geflecht, das dem Verhalten der menschlichen Psyche entspricht, sich immer auf irgendetwas zu beziehen, ist die Welt, die sich aus dem Bewusstsein dieser Bilder nährt. Es ist also wichtig zu wissen, dass die Probleme in einer Partnerschaft auch Probleme einer Folge von Wirkungsprinzipien sind, die auf Ursachen folgen, deren Grundlagen in uns selbst zu suchen sind. Dieses Beziehungsgeflecht zieht sich durch die Geschichte der Menschheit und wird gleichsam zur Strasse, auf der sich Generationen vererbter Vorstellungen bewegen.

      Und so, wie die Menschheit keinen Frieden finden wird, solange sie ihr Verhalten nicht ändert, weil der Krieg exakt den Auswirkungen menschlicher Verhaltensmuster entspricht, so werden sich die Partnerschaftsprobleme nicht ändern, wenn man dem anderen die Schuld gibt.
      Der andere ist nicht nur Ursache, sondern auch Wirkung in unserem eigenen Verhalten, das gleichzeitig in die Vergangenheit und in die Zukunft weist.

      Der kybernetische Ansatz

      Ein ins Wasser geworfener Stein verursacht Wellen – doch der Flug setzt das Werfen eines Werfenden voraus und beginnt mit dem Loslassen des Steins. Psychologisch relevant sind beide Aspekte: der „ Hintergrund der Erwartungshaltung des Werfenden“ ebenso wie die „Zukunft der Wellen, die der Stein ( = die Erwartungshaltung des Werfenden) auslöst.“
      Beide Aspekte ein und desselben Vorgangs überlagern sich im Moment des Aufschlagens des Steines auf der Wasseroberfläche. Dies ist der magische Brennpunkt, den es zu untersuchen gilt. Weil sich hier das Bild des anderen fokussiert.

      Nehmen wir einmal an, Eva wünscht sich einen lieben, netten und zärtlichen Mann. Ein solcher Wunsch ist niemals der Anfang – genauso wenig wie ein Keimling nur Anfang ist, sondern immer auch Frucht einer vorangegangenen Blüte -, sondern er impliziert bereits zwei entscheidende Voraussetzungen oder Vorgeschichten: zum einen den Wunsch selbst und zum anderen den Hintergrund dieses Wunsches. Wir gehen davon aus, dass das was wir uns wünschen, uns deshalb fehlt, weil es uns zufälligerweise noch nicht über den Weg gelaufen ist. Das Fehlende auf der horizontalen Ebene ist uns noch nicht begegnet, weil wir uns noch nicht genügend auf der flächendeckenden Ebene der Realität umgesehen haben, um dem Gewünschten zu begegnen. Doch im Grunde verhält es sich gerade umgekehrt: Das Fehlende verbirgt sich vor uns auf der rationalen Ebene gerade aus dem Grund, weil es uns fehlt. Was sich hier aus der dualen Ebene wie ein Widerspruch andeutet, ist gerade ein Grund, warum wir aus der dualen Ebene des Verstandes die psychologischen Probleme der Seele nie erkennen können. Denn das was uns fehlt, kann gerade deshalb von uns nicht gesehen werden, weil es sich vor uns verbirgt. Um das Problem überhaupt zu erkennen, müssten wir unsere Sichtweise verändern, da alles, was wir aus der alten Perspektive betrachten, immer genau das ungesehene Problem ausdrückt.
      Das bedeutet im konkreten Fall: Solange Eva mit ihren abgespaltenen inneren männlichen Anteilen keinen inneren Frieden findet, solange kann sie keinen entsprechenden Mann in der Außenwelt anziehen. Der Mann von dem sie sich anziehen lässt, muss sie zwangsläufig enttäuschen, weil das ganz genau ihrer unbewussten inneren Abmachung entspricht, solange in der Außenwelt enttäuscht zu werden, solange sie ihre inneren Verstrickungen nicht erkennen kann.

      Wenn also Eva die Werfende und ihre Absicht die ist, einen lieben Mann zu finden, dann ist die „ Vergangenheit der zukünftigen Absicht der Werfenden“ wahrscheinlich eine unbewusste Ablehnung des Mannes ( der verdrängte Hintergrund ihrer Partnersituation), die sich unbeabsichtigt und ohne Evas Wissen in ihre Absicht inkarniert.

      Was passiert jetzt? In dem Moment, wenn sich der Wunsch in der Realität verwirklicht ( das ist der Moment des Aufschlagens des Steins auf der Wasseroberfläche, wo sie dem Partner in der Realität begegnet) begegnet Eva ihren beabsichtigten Mann, der ihr aber nicht objektiv, sondern auf der Grundlage ihrer unbewussten inneren Disposition begegnet. Wenn wir annehmen, dass Eva nicht die Zuneigung ihres Vaters bekam, könnte sich dieses Muster in der Partnerschaft so auswirken, dass sie sich nur noch von einem Mann angezogen fühlt, der sie enttäuschen wird, ja geradezu enttäuschen muss, damit sich die auf die unterbliebene Vaterliebe entwickelte psychische Reaktion, das „ Zuneigungsverhinderungsmuster“ , also „ das, was ich sowieso nicht kriege, auch nicht zu wollen“, erfüllen kann.

      Denn was Eva nicht weiß: In jedem äußeren Wunsch fährt ihre unbewusste Verhinderung als blinder Passagier mit und zwingt sie, ihre Optionen einzulösen – Zum Beispiel, die Zuneigung eines Mannes niemals annehmen zu wollen. Die Partnerschaftsanziehung funktioniert also nicht, sondern es ist vielmehr so, dass sich die Anziehung nach ihren eigenen komplexen Gesetzen vollzieht, die die unbewusst in den Wunsch eingelagerten Konditionen mit einschließt, und nicht nach den Gesetzen der bewussten Absicht der Wünschenden.
      Dies kann mit Hilfe der astrologischen Komponenten besser nachvollzogen werden.

      der 2. Teil...

      Natürlich genügt die astrologische Sichtweise nicht, um die Zusammenhänge in der Psyche, die die Seele zu dem einen oder anderen Menschen hinzieht, vollständig erkennen zu können. Deshalb sei an dieser Stelle auch die ketzerische Frage erlaubt, was unsere Eva in diesem Fall unternehmen müsste, wenn sie sich wirklich tiefer mit ihrer Partnerwahl auseinandersetzen möchte? Sie müsste sich zuerst einmal damit auseinandersetzen, welches die Voraussetzungen ihrer Wünsche sind, also welche unbewussten Verhinderungen an ihren äußeren Wunsch gebunden sind. Sie müsste ihre eigene Geschichte „ rekapitulieren“, um die Zusammenhänge zu erkennen, warum sie ist, was sie ist. Vielleicht erklärt sich ihre persönliche Geschichte dann so: Die kleine Eva, die sich von ihrem Vater beleidigt und zurückgestoßen fühlte, weil er ihr die jüngere Schwester vorzog, reagierte darauf, indem sie sich als nicht liebenswert empfand. Da sie auf ihre Gefühle aber nicht verzichten konnte, versuchte sie, die negative Situation zu kontrollieren, um wenigstens (aktiv) nicht zu wollen, was sie in Wirklichkeit sowieso nicht erhielt. Deshalb wollte sie als Kind niemals Zärtlichkeiten von „Vätern“ annehmen. Bei der erwachsenen Eva ist diese negative Fixierung noch immer vorhanden, denn jetzt interessiert sie sich nur für Männer, die sie aus negativer Prägung als Strafe gegen den Vater ablehnen kann – was auf eine unbefriedigende Weise in sich stimmt.

      Zur Vertiefung noch ein anderes Beispiel : Ein gehemmter Mann mit unterdrücktem Geschlechtstrieb wünscht sich eine Frau mit großem Busen und Rubensfigur. Auch hier sind die Voraussetzungen schon vorher relevant: „ Die Vergangenheit der zukünftigen Absicht des Wünschenden “ beabsichtigt wahrscheinlich das dominante Mutterbild. Dieses Bild schwingt als unsichtbare Frequenz durch Zeit und Raum und findet in der mütterlichen Frau Resonanz, die einen „ kleinen Jungen“ sucht. Vergessen wir nicht : Die Zukunft der Wellen muss in einem inneren Zusammenhang mit der Vergangenheit „ der zukünftigen Absicht des Werfenden“ haben, wenn das Ganze funktionieren soll. Dies bedeutet : Eine mütterliche Frau, die sich einen Macho wünscht, empfängt nicht auf dieser Frequenz.

      Dieser Mann kann nur eine Frau anziehen, die in ihrer eigenen Prägung mit seiner inneren Anlage übereinstimmt. Deshalb ist auch der oft gehörte Ausspruch nicht relevant, dass man in der Partnerschaft jemanden negativ beeinflussen könnte. Man kann jemanden nur zu sich selbst (hin) beeinflussen, also zu dem, was in ihm latent schon angelegt ist, und selbst auch nur zu dem Zeitpunkt, wenn der andere diese Auslösung selbst anstrebt. Ja, der Beeinflussende ist hier selbst Opfer, denn er wird vom Opfer angezogen, wenn es Zeit ist, dass sich diese Latenz manifestieren will. Es ist also gar nicht falsch, wenn man umgekehrt behauptet, der der ZU-Beeinflussende den Beeinflussenden genauso sucht, um seine unbewussten Schicksalsmuster aus der Latenz heben zu können. Damit sind wir wieder bei der Partnerschaftsastrologie.