Bitte nicht helfen...

      Bitte nicht helfen...

      Hallo meine Lieben,

      ich möchte die Gelegenheit nutzen ein Thema anzusprechen, dass mich seit einiger Zeit sehr beschäftigt.

      Vergangenes Jahr habe ich das Wirtschaftsmagazin *Brandeins* in die Finger bekommen, deren Thema des Monats das helfen war. Gerade lese ich das Buch von Sheldon B. Kopp *Triffst Du Buddha unterwegs...* Auch hier geht es um das Thema helfen.

      Helfen ist an sich eine tolle Sache... aber meistens verfehlt sie ihre Wirkung und schadet mehr als sie nutzt. Da sie meistens aus einer falschen Motivation heraus geschieht.

      Es geht mir jetzt in erster Linie um das Helfen im Zwischenmenschlichen Bereich.

      Wenn Ihr anderen Menschen helft... warum tut Ihr das ?

      Erfüllt es euch mit Freude im Herzen oder erwartet Ihr etwas bestimmtes vom anderen...quasi eine Hand wäscht die andere !?

      Bin gespannt was Ihr dazu meint ... :schmunzl:


      Liebe Grüße

      Werdandi
      Helfen ist ein sehr dehnbarer Begriff, an welche Art von Helfen denkst du dabei?

      Kannst du ein Beispiel nennen, wo Hilfe schaden kann?

      Ich helfe z.B., um eine Freude zu machen, weil dann auch ich mich freue. Oder ich helfe, weil ich schon mal in der Situation der zu helfenden Person war und weiß, dass mir Hilfe geholfen :D hat oder hätte.

      Jella schrieb:

      Helfen ist ein sehr dehnbarer Begriff, an welche Art von Helfen denkst du dabei?

      Kannst du ein Beispiel nennen, wo Hilfe schaden kann?

      Ich helfe z.B., um eine Freude zu machen, weil dann auch ich mich freue. Oder ich helfe, weil ich schon mal in der Situation der zu helfenden Person war und weiß, dass mir Hilfe geholfen :D hat oder hätte.


      Hallo Jella,

      ja, Helfen ist ein sehr dehnbarer Begriff !

      ich denke dabei auch an einen Punkt, nämlich an Macht...

      Ich kann mir vorstellen, dass Du das jetzt mit Stirnrunzeln liest... aber Menschen die glauben, jedem seine Hilfe z.T. ungefragt angedeihen zu lassen, wollen eine gewisse Art von Macht auf den anderen ausüben.

      Dabei geht es doch auch darum, dass man dem anderen nicht zutraut, dass er es sehr wohl aus eigener Kraft schaffen kann. Und man es vielleicht auch nicht will, dass der andere es aus eigener Kraft schafft.

      Durch dieses Instrument *Hilfe* hält man den anderen klein und macht ihn von sich abhängig.

      Kannst Du diesem Gedankengang etwas abgewinnen ?

      Liebe Grüße

      Werdandi
      Kannst du bitte schreiben, an welche Formen von Hilfe du z.B. denkst?

      Natürlich kann man Helfen auch missbrauchen, aber ich bin davon überzeugt, dass es auch Hilfe gibt, die "gut" und sinnvoll ist.

      Sonst dürfte z.B. eine Mutter ihr Baby nicht füttern, ihrem Kind im Winter nicht beim Anziehen von angemessenen Winterklamotten helfen.
      Hallo Werdandi

      Das von dir beschriebene Beispiel hat nach meiner Erfahrung nichts mit Hilfe zu tun sondern geht in Richtung Machtmissbrauch und dient nur dem Eigennutz.

      Wahre Hilfe ist selbstlos und gibt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Jemandem selbstlos helfen hat mit moralischer und ethischer Grundeinstellung zu tun.

      "Hilfe im Sinne der Hilfsbereitschaft ist ein Teil der Kooperation in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie dient dazu, einen erkannten Mangel oder eine änderungswürdige Situation zu verbessern. Der Hilfe geht entweder eine Bitte des Hilfebedürftigen oder eine von ihm unabhängige Entscheidung durch Hilfsbereite voraus."

      Und das kann natürlich vieles beinhalten. Materielle Hilfe wo sie gebraucht wird oder geistig/seelische Unterstützung. Hilfe wie ich sie verstehe soll auch immer Hilfe zur Selbsthilfe sein. Wenn möglich sollte durch die Hilfe die Situation des Gegenübers so verändert werden, dass er befähigt wird, den "hilflosen" Zustand zu überwinden, wieder auf die Füsse zu kommen und den weiteren Weg selbständig und unabhängig gehen zu können.
      Hi Ihr Lieben,

      um an dieser Stelle weiterschreiben zu können, muss ich erst noch meine Gedanken dazu sortieren.

      Hab da gerade ein ganz dickes Wollknäul im Kopf, weil mir auch gerade einige Erfahrungen durch den Kopf gehen und mir grad bisserl die Wut hochsteigt.

      Grundsätzlich sehe ich das so wie Du, Rumpel aber die Wut und das Unverständnis über die anderen überlappen sich gerade...

      Meld mich aber bald wieder dazu .... :agree:

      Liebe Grüße

      Werdandi

      werdandi schrieb:

      Hab da gerade ein ganz dickes Wollknäul im Kopf, weil mir auch gerade einige Erfahrungen durch den Kopf gehen und mir grad bisserl die Wut hochsteigt.

      Grundsätzlich sehe ich das so wie Du, Rumpel aber die Wut und das Unverständnis über die anderen überlappen sich gerade...


      So wie das tönt, bist du persönlich in irgendwas involviert, wo "Hilfe" als Missbrauch getätigt wurde. Vielleicht magst du uns das Ganze etwas näher beschreiben, dann kann man nämlich auch gezielter darauf antworten. So bleibt das Ganze eher diffus...

      rumpelstilz schrieb:

      So wie das tönt, bist du persönlich in irgendwas involviert, wo "Hilfe" als Missbrauch getätigt wurde. Vielleicht magst du uns das Ganze etwas näher beschreiben, dann kann man nämlich auch gezielter darauf antworten. So bleibt das Ganze eher diffus...


      Hi Rumpel,

      ja da hast Du Recht....:schäm:

      Ich sortiere mir das noch mal richtig und schreibe dazu ausführlich, damit es nicht im Diffusen bleibt ! ;)

      Muss halt ganz weit ausholen... :(

      Liebe Grüße

      Werdandi
      Erstens brauchst du dich nicht zu schämen und zweitens brauchst du das nur aufzuschreiben, wenn du auch wirklich willst. Ich weiss ja nicht, ob du da wirklich ins Detail gehen möchtest und ob das nicht zu persönlich ist.

      Überleg's dir und wenn du nicht schreiben magst, ist das auch kein Beinbruch. Und wenn du schreiben magst auch nicht. :agree: Egal wie du's machst, du machst es nicht falsch. Compris? :wave:
      Hallo werdandi,

      wenn es dich sehr ärgert, dann wurde anscheinend Hilfe wirklich missbraucht. Dann war das aber keine echte Hilfe. Rumpel hat dazu etwas geschrieben, dem ich absiolut zustimme (ich geb gleich eine positive Bewertung ab für Rumpel :-D).

      Lass deinen Kopf abkühlen, vielleicht magst du dann schreiben. Wenn nicht, ist es auch gut so, wie Rumpel schon schrieb. Mir geht es auch so, wenn ich emotional bewegt bin, kann ich keine klaren Gedanken fassen.

      Jella schrieb:

      Hallo werdandi,

      wenn es dich sehr ärgert, dann wurde anscheinend Hilfe wirklich missbraucht. Dann war das aber keine echte Hilfe. Rumpel hat dazu etwas geschrieben, dem ich absiolut zustimme (ich geb gleich eine positive Bewertung ab für Rumpel :-D).

      Lass deinen Kopf abkühlen, vielleicht magst du dann schreiben. Wenn nicht, ist es auch gut so, wie Rumpel schon schrieb. Mir geht es auch so, wenn ich emotional bewegt bin, kann ich keine klaren Gedanken fassen.


      Hallo Jella,

      ich muss es schon rauslassen, sonst bekomme ich einen Kropf... aber vielleicht muss ich in der Tat erst noch eine gewisse Distanz aufbauen... :boots:

      Liebe Grüße

      Werdandi
      Hallo Werdandi,

      also ich finde:
      Wenn ein Mensch Hilfe erbittet, dann finde ich das absolut ok. Zum Beispiel komme ich mit meinen grad mal 162cm Körperlänge nicht überall ran. Und wenn jemand auf der Straße zusammen bricht, braucht der auch Hilfe - ganz eindeutig.

      Etwas völlig anderes ist es, wenn mensch mit seinen eigenen Konzepten und Wertvorstellungen nicht akzeptiert, dass andere andere Konzepte und Wertvorstellungen haben und das Recht haben, die auch zu leben.
      Wenn mensch also einem anderen Hilfe aus der Motivation aufgedrängelt, weil mensch nicht akzeptiert, dass der andere mit seinem Sein so leben will (auch wenn der nicht mit nem Dauergrinsen glücklich aussehen muss), dann ist Hilfe Bevormundung.
      Naja, dem Geholfenen steht natürlich frei, sich dagegen zu verwahren. Und wenn der das nicht kann, ist es eine gute Übung, für sich einzustehen.

      In diesem Sinn sehe ich es nicht wie Rumpel als Machtmissbrauch an, wenn jemand einem anderen wegen anderer Wertvorstellungen was aufdrückt, denn der kann für sich einstehen - es sei denn der Geholfene ist Kind, aber das ist ja nun wieder eine ganz andere Problematik ...

      Liebe Grüße, Ute

      PS: schön, dass Du hier gleich so intensiv einsteigst :bussi:

      Ich red jetzt noch eine Weile um den heißen Brei...*ggg*

      bis ich endlich diesen Knoten aus dem Kopf bekomme...

      Ich bitte um Verständnis... :bussi:

      Es geht mir nicht darum, dass ich mich darüber ärger, dass ich jemanden geholfen habe und er sich nicht gebührlich dafür bedankt hat...

      Nein ganz im Gegenteil... !

      Ich bin ein sehr hilfsbereiter Mensch und glaube auch, dass ich spüre, wann meine Hilfe gewünscht ist und wann nicht.

      Vielmehr Ärgere ich mich über die andere Seite... nämlich über Menschen die immer glauben, sie müssen einem bei allem mit Rat und Tat *über die Straße helfen...*

      Die dann, wenn man die Hilfe dankend ablehnt, ziemlich ungehalten reagieren...

      Die Menschen die einem ja NUR helfen wollen und es mit einem ja NUR gut meinen...

      Menschen, die geradezu gierig hinter einer Ecke lauern und darauf warten bis man mit seinen Problemen um die Kurve kommt um sich dann darauf zu stürzen um mit Patentrezepten das Problem zu bekämpfen.

      Ohne jeglicher Berücksichtigung der Situation, der Geschichte und der jeweiligen Persönlichkeit.

      Ich habe eine sehr komplexe Lebensgeschichte und weiß, dass jeder Menschen seine Baustellen hat an denen er im Laufe seines Lebens zu arbeiten hat.

      Mir ist vor kurzen in einem anderem Forum einiges zu Teil geworden, was mich vermutlich jetzt so ärgert und ja - regelrecht fassungslos macht.

      Aus vielen Krisen bin ich wieder auferstanden und habe mit den einen oder anderen Gegebenheiten meinen Frieden geschlossen und sie als Teil meiner ganz persönlichen Geschichte akzeptiert.

      In diesem besagten Forum ( esoterisches Forum ! ) ging es auch über Lebenskrisen...

      Ich schrieb meine Erfahrungen zu diesem Thema - wie ich erlebt und wie ich heute damit umgehe... Offensichtlich fand diese Art und Weise keinen Anklang weil die anderen mir unterstellten ich würde ziemlich arrogant damit - mit der Problematik der anderen, umgehen...

      Vielleicht wurde es mir zum Verhängnis, dass ich eben nicht *mitleidheischend* um die Ecke kam, sondern es vorzog anderen einen anderen Blickwinkel aufzuzeigen. ... doch ja ... auch ich wollte *nur* helfen... *ggg*

      Aber ob jemand meine Hilfe annimmt oder nicht ist für mich nicht unbedingt maßgeblich... ich sehe es als Alternative - nicht mehr und nicht weniger !

      Ich kann nicht wissen, was gut für andere ist ! Alles was mir hilft kann einem anderen schaden.

      Noch sprachloser wurde ich, als einer Forumsteilnehmerin, die sich offensichtlich am Scheideweg befand, erklärt wurde, sie solle gefälligst erst einmal die Hilfen annehmen und Ratschläge umsetzen die man ihr schon aufgezeigt hat, bevor sie um andere Alternativen bittet !

      Diese Aussage machte und macht mich auch heute noch ziemlich wütend und ich ärgere mich, dass ich mich darüber ärger...*grummel*

      Ich habe in Bezug auf Hilfe schon viele Begriffe gelesen, die da lauten... Machtmissbrauch, passive Aggression, Bevormundung und so weiter...

      Unter anderem aus dieser Erfahrung heraus habe ich angefangen meine Einstellung zur Hilfe im Allgemeinen und meine eigene Motivation im Besonderen hinterfragt...

      Ich bin bekannt dafür, dass ich, bevor ich mein letztes Hemd verschenke, vorher noch bügele... Ich helfe gerne, weil es für mich selbstverständlich ist ! ABER ist es wirklich so ? Warum verschenke ich jemanden mein letztes Hemd ? Und warum bügele ich es dann auch noch ?

      Warum helfe oder half ich Menschen aus irgendwelchen Patschen und wurde dabei ausgenommen wie eine Weihnachtsgans ?

      Egal... ich würde es dennoch immer wieder tun !

      Dennoch was verbirgt sich dahinter ?

      Ist es einfach so, dass ich ein *Gutmensch* bin und immer zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle bin und das richtige tue ?

      Nö, nicht wirklich - oder ?!

      Ich glaube nicht, dass wir irgendwas einfach so machen... wenn wir etwas völlig selbstlos tun, so gibt es uns zumindest ein gutes Gefühl !?

      So bis dahin mal... warte erst was Ihr dazu meint, bevor ich noch vollens im Gedankensumpf ertrinke... :wave:


      Liebe Grüße

      Werdandi

      werdandi schrieb:

      Vielmehr Ärgere ich mich über die andere Seite... nämlich über Menschen die immer glauben, sie müssen einem bei allem mit Rat und Tat *über die Straße helfen...*


      Diese Spezie Mensch kenne ich auch und finde ich :wuerg:.

      Das ist für mich dann keine echte Hilfe, sondern egozentrisches Helfen, das dazu dient, das eigene Ego aufzupolieren, weil man sich damit rühmen kann, dass man ja so hilfsbereit war. In welchem Forum das war, möchtest du nicht verraten?

      Jella schrieb:

      Diese Spezie Mensch kenne ich auch und finde ich :wuerg:.

      Das ist für mich dann keine echte Hilfe, sondern egozentrisches Helfen, das dazu dient, das eigene Ego aufzupolieren, weil man sich damit rühmen kann, dass man ja so hilfsbereit war. In welchem Forum das war, möchtest du nicht verraten?


      Vielleicht gibt es eine Möglichkeit es dir *offline* zu sagen... öffentlich möchte ich das nicht... :nene:

      Liebe Grüße

      Werdandi