Bitte nicht helfen...

      Twi-n-light schrieb:

      Ich hab nicht allzuviel zum Thema "Helfen" beizutragen, aber ich kenne keinen, der ohne jegliche "Gegenleistung" anderen hilft. Die Gegenleistung kann dabei sein: Ein herzliches Dankeschön; das Gefühl, einen "Erfolg" errungen zu haben; die Ausgeglichenheit eines Menschen, mit dem man zusammenlebt; usw. Also irgendeinen nicht ganz uneigennützigen "Zweck" hat Helfen - genauso wie all das andere was ich den Tag lang so tue - doch immer, oder?


      Nö. Ich sehe das gar nicht so. Wenn ich z.B. eine Frau mit Kinderwagen an der Bushaltestelle sehe, dann helfe ich ihr, den Wagen in den Bus zu packen, ohne irgendeine Erwartung. Das ist wie ein Reflex. Fertig. Wenn ich sehe, dass jemand ein Problem nicht alleine lösen kann und ich in der Lage und Stimmung bin, beizustehen, dann tue ich das. Ich bin mir nicht bewusst, dass das mit irgendeiner Erwartung zusammenhängen soll... Leistung gegen Gegenleistung sehe ich bei mir im Zusammenhang mit Helfen nicht. Oder bei meinem Job - ich gebe was, weil ich was zu geben habe! Wenn die Leute was damit anfangen können ist das toll! Wenn nicht dann ist das einfach so. Erwarten tue ich da schon lange nichts mehr und trotzdem bin ich immer noch dort und setze mich ein für sie. Und die Gegenleistung die ich da kriege, ist bestimmt nicht der Lohne am Ende des Monats. Den könnte ich an anderen Orten wesentlich leichter verdienen. Ich will mich nicht zum Heiligen machen und manchmal erwarte ich bestimmt auch eine Gegenleistung. Aber das ist nicht zwangsläufig mit meiner Art von Helfen verknüpft.

      Greetz
      Rumpel

      werdandi schrieb:

      Ich schreibe *grundsätzlich* lange Texte... :makefun: folglich kann ich es sehr gut nachempfinden, dass du das alles nicht lesen magst... :boots:


      Und wenn du dann mit der Zitiererei noch ein Durcheinander machst, dann wird es noch viiiiiel kräfteraubender, deinen Gedanken zu folgen! Aber ich HELFE dir trotzdem gerne! :D :D :D

      rumpelstilz schrieb:

      Wenn ich z.B. eine Frau mit Kinderwagen an der Bushaltestelle sehe, dann helfe ich ihr, den Wagen in den Bus zu packen, ohne irgendeine Erwartung. Das ist wie ein Reflex.

      OK, Reflex. Ich dachte, um sowas geht es werdandi eher nicht. Leuten über die Straße helfen und sowas ist eine gesellschaftlich hilfreiche Gewohnheit, die einem als Kind anerzogen wird.

      Wenn ich sehe, dass jemand ein Problem nicht alleine lösen kann und ich in der Lage und Stimmung bin, beizustehen, dann tue ich das. Ich bin mir nicht bewusst, dass das mit irgendeiner Erwartung zusammenhängen soll...

      Das war das, was ich in einem früheren Beitrag dieser Diskussion mal meinte: Wenn ich zB hier im Forum jemandem helfe, dann tu ich das zB, weil ich denjenigen kenne und mag. Die "Gegenleistung" oder wie auch immer ist ein gutes Gefühl, das ich dann habe. Oder ich helfe jemandem hier, einfach weil mich sein Problem sozusagen wissenschaftlich interessiert. Dann dient das meiner "Unterhaltung". Ist dann ein ziemlich eigennütziger Zweck, aber trotzdem nicht schädlich.

      "Pathologisch" wird das mit der Helferei mE erst, wenn man NUR dann, wenn einem ständig jemand dankbar ist, ein gutes Lebensgefühl hat.

      Oder bei meinem Job - ich gebe was, weil ich was zu geben habe! Wenn die Leute was damit anfangen können ist das toll! Wenn nicht dann ist das einfach so.

      Ich sag ja nicht, dass du damit rechnest, aber ein "Erfolg" bei deiner Arbeit ist dir doch auch lieber als ein Misserfolg, oder?

      Twi-n-light schrieb:

      OK, Reflex. Ich dachte, um sowas geht es werdandi eher nicht. Leuten über die Straße helfen und sowas ist eine gesellschaftlich hilfreiche Gewohnheit, die einem als Kind anerzogen wird.


      Ich sehe dutzende von Leuten rumstehen und die bewegen ihren Arsch keinen Zentimeter (und die wurden bestimmt auch dazu erzogen...). Es ist ein Reflex weil ich erkenne, dass jemand Hilfe benötigt. Den Reflex überhaupt zu haben, hat mit einer persönlichen Einstellung zu tun und nichts mit Anerziehung.

      Twi-n-light schrieb:

      Das war das, was ich in einem früheren Beitrag dieser Diskussion mal meinte: Wenn ich zB hier im Forum jemandem helfe, dann tu ich das zB, weil ich denjenigen kenne und mag. Die "Gegenleistung" oder wie auch immer ist ein gutes Gefühl, das ich dann habe.


      Ich wage aber trotzdem zu behaupten, dass nicht das "gute Gefühl" die Intention ist, der Person zu helfen sondern der Fakt, dass du sie magst. Du würdest ihr auch helfen, wenn sich kein gutes Gefühl einstellt. Das hat meiner Meinung nach nichts mit "gut fühlen" zu tun sondern ist eine Sache der Persönlichkeit und der moralisch/ethischen Einstellung.

      Twi-n-light schrieb:

      Ich sag ja nicht, dass du damit rechnest, aber ein "Erfolg" bei deiner Arbeit ist dir doch auch lieber als ein Misserfolg, oder?


      Natürlich ist mir ein Erfolg auch lieber. Aber das hat nichts mit meiner Motivation zur Hilfe zu tun.

      Twi-n-light schrieb:

      Na und, was soll denn da dabei sein? Alles, was du freiwillig tust, tust du doch, um dich besser zu fühlen, oder??

      Gerade fällt mir ein, dass es neuere Untersuchungen gibt, wonach die Höherentwicklung des Menschen gegenüber anderen Lebewesen (jetzt kann man sich natürlich über das Wort "Höherentwicklung" streiten, aber das wär ein anderes Thema) daran liegt, dass allein der Mensch altruistisches Denken und Handeln entwickelt hat. Im sozialen Team ist man also stärker, das scheint evolutionäre Vorteile zu bieten. Du kannst also nichts dafür :D



      Ich hab festgestellt, dass wenn ich kürzer schreibe, ich auch meine eigenen Sachen besser verstehe ;)


      Also wenn dir die Frage zu indiskret ist, ignorier sie ruhig, aber mich würde interessieren: Mit dem Traummann bist du nicht "zusammen" - ? Insoweit also wirklich ein "Traum"?


      Hi Twi-n-light,

      klar tut man Dinge damit es einem besser geht... eben auch um irgendwelche Erfolge zu haben...;)

      Nur sind mir, um wieder auf das besagte Forum zu kommen, Menschen untergekommen, die nie müde wurden anderen vor zu halten, dass alles ja NUR freiwillig sei und man bitteschön DANKBAR zu sein hat... Es geht mir wahrlich nicht darum, darüber zu diskutieren, ob man einer alten Oma die Türe aufhält oder der gleichen. Auch das ist für mich selbstverständlich und tue es ohne darum gebeten zu werden. Wenn man aufmerksam durch die Gegend läuft findet man immer wieder Gelegenheiten etwas zu tun, damit sich der andere freut und man sich somit auch freut.

      ich denke, ich renn da noch bisschen planlos durch die Gegend bis ich meinen Wollknäuel vollens entwirrt habe.

      Nein deine Frage ist nicht indiskret... Ich bin mit meinem Traummann nicht in einer klassischen Beziehung. Also die klassische Beziehung IST der Traum. Alles andere ist durch aus real ;)

      Gerade die klassische Beziehung ist das was mir Angst macht... :red:

      Liebe Grüße

      Werdandi

      rumpelstilz schrieb:

      Und wenn du dann mit der Zitiererei noch ein Durcheinander machst, dann wird es noch viiiiiel kräfteraubender, deinen Gedanken zu folgen! Aber ich HELFE dir trotzdem gerne! :D :D :D


      Du kannst mir im nächsten Jahr bei Gelegenheit mal Nachhilfe im Zitieren geben...

      Morgen bin ich bis zum Jahreswechsel weg... :D

      Liebe Grüße

      Werdandi

      So zitiert man

      :besserw:

      Ü Anstelle der runden Klammern nehme man eckige [ ] Klammern (8+Alt Gr und 9+Alt Gr).
      Ü Man beachte, dass keine Leerzeichen gesetzt werden dürfen.
      M Beim zweiten "quote" steht am Anfang ein Schrägstrich (Ziffertaste 7).


      Beispiel 1

      (quote)Zitieren ist eine Kunst.(/quote)

      ergibt

      Zitieren ist eine Kunst.


      Ü Wird ein Name eingetragen, wird das Zitat wie in Beispiel 2 in kursiver Schrift dargestellt.

      Beispiel 2


      (quote=Jella)Zitieren ist eine Kunst.(/quote)

      ergibt

      Jella schrieb:

      Zitieren ist eine Kunst.

      Jella schrieb:

      :besserw:

      Ü Anstelle der runden Klammern nehme man eckige [ ] Klammern (8+Alt Gr und 9+Alt Gr).
      Ü Man beachte, dass keine Leerzeichen gesetzt werden dürfen.
      M Beim zweiten "quote" steht am Anfang ein Schrägstrich (Ziffertaste 7).


      Beispiel 1

      (quote)Zitieren ist eine Kunst.(/quote)

      ergibt



      Ü Wird ein Name eingetragen, wird das Zitat wie in Beispiel 2 in kursiver Schrift dargestellt.

      Beispiel 2


      (quote=Jella)Zitieren ist eine Kunst.(/quote)

      ergibt


      Danke :bussi:

      werde ich mir ausdrucken und an den Bildschirm kleben... :)

      Liebe Grüße

      Werdandi

      Jella schrieb:

      Wow! Du hast schnell gelernt! :top:

      Verzeih mir, dass ich auf deine Postings nicht eingehe. Deine Geschichte habe ich wohl gelesen, aber mir fallen dazu keine Worte ein. Es tut mir sehr leid, was du als Kind erfahren hast und wie du das jetzt verarbeiten musst.


      Hallo Jella, :wave:

      naja der gute Wille zum Lernen ist schon mal da... :rofl: Mal sehen wie es dann in der Praxis aussieht. :brueller:

      Dass du nicht auf mein Posting eingehst, ist kein Problem. Die Geschichte ist auch viel zu komplex und nur ganz wenige kennen die ganze Geschichte. Ja mein Vater hat in der Tat ganze Arbeit geleistet... um ihm das alles zu verzeihen, müsste ich das alles akzeptieren... bis jetzt will ich es noch nicht akzeptieren können und ziehe dadurch meinen Herzensmann in meine inneren Konflikte rein. Ich denke, dass er mittlerweile weiß, dass es hier nicht um ihn persönlich geht, sondern dass er lediglich Projektionsfläche ist. Ich versuche seit einiger Zeit auch zu differenzieren um welchen Konflikt es sich handelt. Ich wünsche mir nichts sehnlicher als dass ich mit ihm eine feste und offiziele Beziehung einzugehen. Aber dann ertrage ich seine Nähe und Zuneigung nicht. Wenn ich das rechtzeitig bemerke, kann ich bewusst dagegensteuern. Wenn nicht, schlag ich wieder um mich.

      Ist schon eigenartig, dass er noch nicht entgültig die Nase voll von mir hat und immer wieder zurückkommt.

      Stimmt irgendwo schon, dass man keinen Einfluss darauf hat, was andere an einem lieben.

      So, jetzt verabschiede ich mich bis ins neue Jahr !

      Passt auf euch auf ;)

      Liebe Grüße

      Werdandi
      @Rumpel :) - die einen kriegen den Arsch nicht hoch, weil für sie Geben zu einem Mangel wird, die anderen helfen, weil sie einen Energieausgleich bekommen (zumindest mit nem Danke) und die Dritten fühlen sich einfach wohl, weil sie eh "überlaufen" und das dann auch gleich sinnvoll einsetzen können.

      Ich finde mich immer mal in jeder der drei Gruppen wieder - wenn ich sehr müde bin laufe ich nicht über und würde dann einen Energiemangel haben, wenn ich noch Kinderwagen schleppe. Und wenn ich meinem Kind etwas speziell Gewünschtes besorge, dann erwarte ich einen Dank. Und wenn ich z.B. mit jemandem telefoniere und Seelsorge mache, dann liebe ich es, wenn ich abgeben kann ;)

      Liebe Grüße Ute :wave:

      werdandi schrieb:

      Ich kann mir vorstellen, dass Du das jetzt mit Stirnrunzeln liest... aber Menschen die glauben, jedem seine Hilfe z.T. ungefragt angedeihen zu lassen, wollen eine gewisse Art von Macht auf den anderen ausüben.

      Dabei geht es doch auch darum, dass man dem anderen nicht zutraut, dass er es sehr wohl aus eigener Kraft schaffen kann. Und man es vielleicht auch nicht will, dass der andere es aus eigener Kraft schafft.

      Durch dieses Instrument *Hilfe* hält man den anderen klein und macht ihn von sich abhängig.

      Kannst Du diesem Gedankengang etwas abgewinnen ?


      Hallo Werdandi,

      ich lese mich gerade erst in Deinen Thread ein und bin bisher nur auf Seite 1. Aber ich finde die zitierten Worte von Dir hervorragend auf den Punkt gebracht. Ich kenne solche Menschen, die permanent fremde Grenzen überschreiten und ungefragt ihre eigenen Vorstellungen vortragen, und auch Schritte gehen und veranlassen, die sie dann als "Hilfe" bezeichnen. Dabei wird auf den anderen keine Rücksicht genommen, seine Bedürfnisse überhört. Es ist aber durchaus möglich, dass der andere sich von dieser Machtstruktur befreit. Das geht an demjenigen, der die Macht behalten will, um sich vielleicht weiterhin wichtig zu fühlen, nicht spurlos vorbei. Es kann da zu kindischen Szenen kommen. Und derjenige, der sich dieser Rollenverteilung entzieht, der kann durchaus Schuldgefühle empfinden. Damit ist die abstruse Interaktion weiterhin vorhanden, aber anders. Mit der Zeit könnte das aber nachlassen.

      Werde nun aber erstmal weiterlesen und schauen, in welche Richtung sich dieser thread inzwischen bewegt hat.

      Lieber Gruss!
      Liebe Werdandi,

      Ich bin etwas sprachlos. Zitieren kannst Du ja nun, aber ganz klar ist mir trotzdem noch nicht alles. Aber Dir selber wohl auch nicht.

      Was Deine Kindheitsgeschichte angeht, so gibt es da einiges zu sagen. Aber das kannst Du mit Deinem Therapeuten tun.

      Mich verwundern 2 Sachen (oder sind es nur eine?). Du scheinst mit Deinem Herzensmann Deine psychologischen Schwierigkeiten zu besprechen. Dabei sagst Du, dass der Therapeut nicht Dein Mann ist. Ergo redest Du mit Deinem Partner über Deine privaten Komplikationen. Ich weiss ja nicht, aber aus meiner Intuition heraus würde ich das dringend abstellen! Der Mann ist nicht Dein Therapeut, auch nicht Dein Ersatztherapeut. Er ist Dein Partner. Einen Therapeuten hat man, um den Partner oder die Freunde nicht zu missbrauchen. Ich jedenfalls würde mich missbraucht fühlen, wenn mein Partner mich mit dem Therapeuten verwechseln würde. Aber sicher ist Deine Situation noch anders. Ich kann nur von meiner Meinung und meinem Weltbild sprechen.
      Was den Therapeuten angeht, so stelle ich mir vor, dass Du für den auch etwas empfindest, oder? Ich habe gelesen, dass viele Frauen sich in ihre Therapeuten verlieben. Das hängt mit der Beziehung zum Vater zusammen, und mit dem Gefühl für die eigene Weiblichkeit. Das sagt jedenfalls mein Therapeut. ;)

      Lieber Gruss!

      Hallo ihr beiden...

      nur ganz kurz, da ich im Cafe sitze...

      also

      @Twi-n-light ... ob seine Partnerin von mir weiß, weiß ich nicht... sie selber ist zwischen mir und ihm kein Thema...

      @ Jule

      also ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich in meinem Therapeuten nicht verliebt bin ! Ich empfinde für meinen Therapeuten Symphatie... nicht mehr und nicht weniger ! Er ist für mich zwar ein sehr wichtiger Mensch, aber ich könnte es für mich nicht mal ansatzweise vorstellen, dass ich mit ihm etwas anfangen könnte.

      Er ist für mich da und hört mir zu. Sortiert ab und an meine Gedanken und reicht mir ein Taschentuch, wenn ich den Tränen nahe bin. Ich habe ihm im Vorfeld gesagt, dass ich ihn lediglich als meinen Wegbegleiter sehe und nicht von ihm erwarte, dass er mir hilft oder gar meine Probleme löst.

      Er hört mir zu und dafür wird er bezahlt. Der Umstand, dass er mir zuhört hat für mich schon eine sehr heilende Wirkung. Weswegen ich meine Therapie verlängere.

      Die andere Sache mit meinem Partner gestaltet sich dahingehend schwieriger... Bisher habe ich 2 Sorten von Männern gekannt... mit den einen ging ich ins Bett und mit den anderen führte ich tiefe Gespräche... beides ging nicht !

      Klar für mich ist, dass mich dieser Mann geradezu gezwungen hat mich mit mir auseinanderzusetzen.

      Ob ich ihn als Therapeut missbraucht habe... wie will man das festmachen ?

      Missbraucht man einen Menschen, wenn man sich tieferen Gesprächen widmet als des Liebesleben der Pfastersteine ?

      Fakt ist, dass es zwischen mir und ihm etwas ganz anderes ist als mit mir und meinem bisherigen Mann ! Komischerweise will ich, dass DIESER Mann mehr über mich erfährt als mein Ex.

      Fakt ist auch, dass ich langsam aber sicher es schaffe, die beiden Umstände - Sex und Gespräche miteinander verbinden kann. Ich fürchte nicht mehr den Gesichtsverlust und ich habe auch nicht mehr das Gefühl von ausgeliefertsein.

      Das habe ich durch und mit diesem Mann gelernt. Gute Gespräche sind wichtig, weil es die Basis jeder erfolgreichen Beziehung sind. Ich denke, dass es einfach so sein sollte diesem Mann zu begegnen.

      Wir sind so verschieden von der Art und Herkunft... dass es zig Gespräche bedarf diese beiden Welten in Einklang zu bringen. Er ist nunmal im Alter meines Vater und er ähnelt meinem Vater in gewisser Weise sehr...

      Er verletzt mich, aber er heilt mich auch. Nicht und ich lerne mit und durch ihn, sondern auch er.

      Hätte er sich in irgendeiner Form missbraucht gefühlt, hätte es zwischen uns sicherlich keinen Bestand. Und vor allem würde er nicht immer wieder zurückkommen.

      Vergangenen Montag hat er mich angerufen und mir etwas wunderschönes gesagt... Ich freu mich auf ein Wiedersehen mit ihm...

      So, das in Kürze... im neuen Jahr mehr !

      Viele liebe Grüße


      Werdandi

      werdandi schrieb:

      Hallo Jella,

      ja, Helfen ist ein sehr dehnbarer Begriff !

      ich denke dabei auch an einen Punkt, nämlich an Macht...


      Dabei geht es doch auch darum, dass man dem anderen nicht zutraut, dass er es sehr wohl aus eigener Kraft schaffen kann. Und man es vielleicht auch nicht will, dass der andere es aus eigener Kraft schafft.

      Durch dieses Instrument *Hilfe* hält man den anderen klein und macht ihn von sich abhängig.

      Kannst Du diesem Gedankengang etwas abgewinnen ?

      Liebe Werdandi, lese mich hier gerade als Neuling durch ... :wave:

      Ich muss sagen, ich habe Helfen noch niemals in den Zusammenhang mit Macht gestellt oder gesehen. Ich finde, dies ist ein interessanter Ansatzpunkt, auch die Frage, ob man es dem anderen nicht zutraut. Auf der anderen Seite haben diese Aussagen etwas sehr berechnendes - wenn man wirklich helfen möchte, denkt man doch aber gar nicht richtig nach - oder? Ich mache es dann einfach, ich mache es, weil ich es gern tue und es mir leicht von der Hand geht....
      Wobei ich dränge ich nicht auf. Ich helfe weder ungefragt, noch dann, wenn ich mich all zu sehr verbiegen muss.

      ElbEngel schrieb:


      Liebe Werdandi, lese mich hier gerade als Neuling durch ... :wave:

      Ich muss sagen, ich habe Helfen noch niemals in den Zusammenhang mit Macht gestellt oder gesehen. Ich finde, dies ist ein interessanter Ansatzpunkt, auch die Frage, ob man es dem anderen nicht zutraut. Auf der anderen Seite haben diese Aussagen etwas sehr berechnendes - wenn man wirklich helfen möchte, denkt man doch aber gar nicht richtig nach - oder? Ich mache es dann einfach, ich mache es, weil ich es gern tue und es mir leicht von der Hand geht....
      Wobei ich dränge ich nicht auf. Ich helfe weder ungefragt, noch dann, wenn ich mich all zu sehr verbiegen muss.


      Hallo Elbengel, :wave:

      kürzlich wurde mir schlagartig klar vor Augen geführt, dass wir sehr von unbewussten Motiven geleitet werden. Das was wir bewusst wahrnehmen ist das eine, das was uns leitet das andere.

      Ich hatte in meiner letzten Therapiestunde im vergangenen Jahr gerade das zum Thema gemacht und ich bekam eine Erklärung dafür, warum ich Hilfe für mich nicht annehmen kann.

      Klar helfe auch ich sehr, sehr gerne und überlege nicht lange warum ich das tue. Aber andererseits ist es interessant zu ergründen warum man es wirklich tut. Welche Motivation liegt diesem helfen zu Grunde !?

      Gut möglich, dass diese Frage bzw. Anliegen für all diejenigen komisch klingt, der sich eben nicht mit dieser Thematik auseinander setzt. Das ist so auch völlig in Ordnung.

      Für mich ist es eben ein Thema dem ich mich eingehender widme, da es ein Teil meines ( Lebens-)Puzzle ist, dass ich gerade zusammenbastele. Es ist ein sehr wichtiger Teil meiner Lebensgeschichte und langsam bekomme ich ein Gesamtbild von dem was in mir unbewusst vorgeht. Mein Therapeut meinte gestern zu mir, dass ich, solange ich noch am WARUM hänge, nicht weiterkommen werde. Erst das Darum ermöglicht mir Dinge abzuschließen und somit meine Verhaltensmuster zu verändern.

      Solange ich Dinge für mich nicht akzeptieren kann, kann ich nicht loslassen. Loslassen ist für mich lebensnotwendig um mit meiner Vergangenheit abzuschließen. Wenn ich diese abgeschlossen habe, bin ich im Hier und Jetzt angekommen und kann endlich Verantwortung für mein Leben übernehmen.

      Verstehst du was ich meine ?

      Liebe Grüße

      Werdandi

      werdandi schrieb:


      Für mich ist es eben ein Thema dem ich mich eingehender widme, da es ein Teil meines ( Lebens-)Puzzle ist, dass ich gerade zusammenbastele. Es ist ein sehr wichtiger Teil meiner Lebensgeschichte und langsam bekomme ich ein Gesamtbild von dem was in mir unbewusst vorgeht. Mein Therapeut meinte gestern zu mir, dass ich, solange ich noch am WARUM hänge, nicht weiterkommen werde. Erst das Darum ermöglicht mir Dinge abzuschließen und somit meine Verhaltensmuster zu verändern.

      Solange ich Dinge für mich nicht akzeptieren kann, kann ich nicht loslassen. Loslassen ist für mich lebensnotwendig um mit meiner Vergangenheit abzuschließen. Wenn ich diese abgeschlossen habe, bin ich im Hier und Jetzt angekommen und kann endlich Verantwortung für mein Leben übernehmen.

      Verstehst du was ich meine ?

      Liebe Grüße

      Werdandi



      na mein mausepiep,

      die ganze zeit lese ich, und denke mir meinen teil. schliesslich bist du auf dem besten weg... jetzt drängel ich mich doch mal rein.

      mit dem absatz da oben trittst du auf der stelle. das ist alles fein erkannt, aber fast ein leitfaden zum stillstand. zumindest für dich. zumindest meiner meinung nach.

      meine süsse, du wirst deine vergangenheit nicht ändern, so plöd sich das auch anhört. "natürlich, wer will denn so was schon ?" aber damit, mit den gedanken da oben, kommst du nicht weiter.

      du musst nichts an deiner vergangenheit, an deiner kindheit akzeptieren. die war mist, und sie bleibt es - in der vergangenheit. sie wird weder besser, noch wird das verhalten speziell deines vaters verständlicher durch dein nachdenken und wälzen. da gibt es nix "darum".
      aber die vergangenheit spielt mehr in dein leben als dir lieb ist. nicht zuletzt, weil du sie für dein verhalten in der gegenwart zu rate ziehst.

      du denkst, deine vergangenheit wird sich wiederholen - in der zukunft. dabei möchstest du ja eine ganz andere zukunft. aber du lässt sie nicht an dich ran, die zukunft. du denkst, du musst dich ändern, eine andere werden, damit die vergangenheit sich nicht wiederholt. dabei macht doch gerade das, was und wie du bist, dich aus.

      du bist hier und jetzt, in der gegenwart, so vielen menschen viel wert. und von hier und jetzt lebst du mit diesen menschen weiter in die zukunft. und diesen menschen bist du etwas wert, weil du genau so bist wie du bist. keinen zentimeter anders !

      du bist du selbst, es ist dein charakter, dein denken, dein handeln. aus geschlagenen kindern werden nicht automatisch schlagende eltern, aus kindern von alkoholikern nicht automatisch säufer... aus kindern, die nicht beachtet wurden, werden nicht automatisch erwachsene, die niemand ernst nimmt.

      man kann für sich und sein handeln nicht ausschliesslich die vergangenheit zu rate ziehen. man ist, was man ist. da kommen viele sachen ins spiel, veranlagung, charakter, vorlieben... es gibt zig umschreibungen, die alle das gleiche bezeichnen - das individuum werdandi. das werdandi, das mal wieder über seinen schatten springen will, obwohl das noch niemand geschafft hat. (auch schön zweideutig: dein schatten bleibt, du musst damit leben lernen.)
      so gut wie jeder versucht sich zu verbessern, weiter zu entwickeln, zu 'ändern'.
      aber bitte nicht auf dem level der perfektion und totalen veränderung ! du versuchst es mal wieder mit 150%.

      es ist egal, wie lange du auch deine kindheit beleuchtest, du wirst immer ängste haben. so gut wie alle haben ängste. manche reden drüber, manche verstecken ihre ängste - aus scham, aus angst, aus eitelkeit, aus unsicherheit. ist auch egal, aber man muss lernen damit zu leben. damit abzuschliessen hat so einen beigeschmack von verdrängen...

      du hast angst, den einen schritt in deine zukunft zu gehen, weil du denkst du gehst den schritt in deine kindheit zurück.

      gestehe dir mal etwas weniger perfektion zu, und warte, was in deinem umfeld passiert. explodiert was ? nö, bestimmt nicht. :)

      und mit der vergangenheit abschliessen ? warum ? das ist ein teil von dir, eine zeit deines lebens, untrennbar verbunden, so wie deine heirat, wie die geburt eurer kinder - nur eben sehr negativ. aber dieser teil war, und wird nicht. es war nicht dein zutun, das die vergangenheit negativ gefärbt hat. es lag nicht in deinem ermessen, wie deine kindheit wurde, was sie war. also kannst du am wenigsten eine lösung (ERlösung) suchen. ich denke, du musst weniger damit abschliessen als versuchen, es wirklich als vergangenheit = schon gelebt zu akzeptieren.

      noch was zu deiner unentschlossenheit, deinem vor und zurück:
      ja, es gehört eine masse mut dazu sich einzulassen. und niemals bekommt man eine garantie. und es ist nicht einfach, wenn man im hinterkopf schon die angst des scheiterns hat.


      hm, schon wieder furchtbar lang geworden, und nicht die hälfte gesagt. ich kram nach deiner telefonnummer...zwar ohne grosse hoffnung, aber ich krame *ggg*

      alles liebe dir - ach ja, die welt des www ist klein ;)
      das andrea