über die liebe - von hesse bis golas

      über die liebe - von hesse bis golas

      "mit der liebe ist es geradeso wie mit der kunst: wer nur das größte zu lieben vermag, der ist ärmer und geringer als wer im kleinsten aufglühen kann"

      "über menschen und einrichtungen ohne feindschaft lächeln, das minus an liebe in der welt durch ein kleines plus an liebe im kleinen und privaten bekämpfen..... das sind allerlei kleine wege die man gehen kann"

      "die welt und das leben zu lieben, auch unter qualen zu lieben, jedem sonnenstrahl dankbar offenstehen und auch im leid das lächeln nicht ganz zu verlernen - diese lehre jeder echten dichtung veraltet nie und ist heute notwendiger und dankenswerter denn je"

      eben wieder gelesen und über die wahrheiten dieser sätze nachgedacht ....
      Das hatten wir schon mal. :wave:

      "über menschen und einrichtungen ohne feindschaft lächeln, das minus an liebe in der welt durch ein kleines plus an liebe im kleinen und privaten bekämpfen..... das sind allerlei kleine wege die man gehen kann"

      Mir ist jemand nahestehendes in den letzten Tagen aufgrund von verletzten Gefühlen, starkem Ego und latenter Unausgeglichenheit mit einem "minus an liebe" begegnet - sprich durch Aggression. D.h. WEIL die Liebe unglücklich ist und die Person mir Dinge vorwirft, die sie so unglücklich machen, deshalb das minus an Liebe. Ich antworte darauf zunächst zugewandt, hoffte, zu beschwichtigen und zu vermitteln. Und erntete erneut ein minus an Liebe. Daraufhin lächele ich nicht mit einem "plus an liebe". Ich gehe einen Schritt zurück, speichere die Mail ab - und übe mich in friedlicher Nicht-Kommunikation. Oder wäre die Lösung vielmehr, dass ich souverän auf denjenigen eingehe, und höflich sage: "herzlichen Dank für Deine Mail, über die ich mich sehr gefreut habe. Deine Wut akzeptiere ich, sie ist Ausdruck Deiner selbst, und ich stehe mit offenen Armen da - um einen weiteren Schwung Deiner reichen (agressiven) Energie in die ... Fresse zu kriegen!" Ist das die Lösung? Die Frage ist ernst, aber mein Innerstes sagt mir bereits, dass ich auf Menschen nicht weiter eingehe, die - trotz meiner deutlichen Ankündigung, auf unsachliche Kommentare (im Zusammenhang mit der Frage der Person, ob wir nicht einen Mediator o.ä. aufsuchen sollten) nicht eingehen zu wollen - dennoch weiterhin sich selbst in den Mittelpunkt stellen und auch noch bewusst ausblenden, dass ich meinen Teil des Problems durchaus kenne. Die Beziehungen mit manchen Menschen sind einfach ein Risiko für den inneren Frieden. Da halte ich mich lieber stark zurück.

      Hat Golas einen Tip?

      Lieber Gruss

      Jule

      Jule schrieb:

      Oder wäre die Lösung vielmehr, dass ich souverän auf denjenigen eingehe, und höflich sage: "herzlichen Dank für Deine Mail, über die ich mich sehr gefreut habe. Deine Wut akzeptiere ich, sie ist Ausdruck Deiner selbst, und ich stehe mit offenen Armen da - um einen weiteren Schwung Deiner reichen (agressiven) Energie in die ... Fresse zu kriegen!"

      Auch wenn es dir ernst ist, darüber musste ich jetzt doch erst :rofl: :klatsch:

      Wir kennen ja nicht das ganze "Gespräch" zwischen euch und die ganze Situation, in die es eingebettet ist. Es kommt auch viel auf die "Gesamtausstrahlung" an, die jemand hat, nicht unbedingt auf einzelne Sätze.

      Aber ich geb dir Recht, und das hab ich ja auch schon in dem Thread "Wo geht die Liebe hin" oder so ähnlich gesagt, es gibt einfach Menschen, da ist es für mich am besten, ich gehe denen aus dem Weg. Ich tue was mir guttut und seh mich auch nicht als Missionar oder allgemeine Freudebringerin. Wenn jemand mit meiner guten Laune absolut nix anfangen kann, diese ihn vielleicht sogar noch provoziert, ist es halt Pech. Man kann nicht mit allen Menschen gleich gut auskommen, und mE ist das auch gar nicht nötig. Im Beruf muss man natürlich versuchen, mit Chef/ Mitarbeitern/ Kollegen/ Kunden etc. klarzukommen, aber privat geh ich da ein bisschen anders ran. Und mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.

      Bin jetzt auch gespannt, was Mäusl dazu sagt.
      twinni...auch hier stimme ich dir gerne wieder zu.
      im geschäftsleben muß man machmal wirklich zähneknirschend mit menschen umgehen, die man lieber auf den mond schießen würde.
      im privatleben umgebe ich mich nur mit menschen, dir mir liegen, die ich mag und die ungefähr auf meiner wellenlänge schwimmen.
      alle anderen lasse ich nicht an mich ran.
      Erni
      hallo jule,

      bisher habe ich ja nur hesse in diesem thread zitiert aber golas kommt auch noch zu wort :D . rumpel, glaubst du, hesse hatte auch einen trip als er

      "über menschen und einrichtungen ohne feindschaft lächeln, das minus an liebe in der welt durch ein kleines plus an liebe im kleinen und privaten bekämpfen..... das sind allerlei kleine wege die man gehen kann"

      schrieb? wenn ja, dann möchte ich diesen trip jeden tag haben :agree: .

      wie twinni schon richtig bemerkt hat, kennen wir nicht den kompletten inhalt des gespräches. wir kennen DEINE sichtweise der geschichte.

      lieben ist immer wichtig. manche menschen kannst du lieben bis du umfällst - sie werden diese liebe nicht erwidern. und jetzt kommt ein satz von golas, den ich sehr treffend finde: "was glaubst du, wer es nötig hat, geliebt zu werden?" eben jene menschen, die liebe nicht kennen und spüren!

      lass diesen menschen doch in liebe ziehen! schick ihm ein lächeln und reagiere nicht mehr auf ihn. im grunde ist er doch bedauernswert wenn er die liebe und den frieden nicht spüren und annehmen kann, den du ihm entgegenbringst. solltest du dennoch weiterhin versuchen, ihn mit gewalt zu lieben, wäre dies eine krankhafte, ungesunde liebe deinerseits! wichtig ist, dass liebe fließt und wenn ich mit meiner liebe einen anderen menschen nicht erreichen kann, dann liebe ich mich eben selbst!

      liebe bedeutet nicht, mit jedem gut freund sein und es jeden recht zu machen! liebe bedeutet auch, etwas loszulassen, aufhören zu kämpfen, zu verändern und zu sticheln.
      Hi Mousl!:wave:
      Woher der Golas-Trip-Witz kommt, muss ich dir wohl nicht verraten, gell?
      Auf die Zitate mag ich jetzt nicht eingehen. Aber wenn wir schon bei Hesse und Golas sind - Hesse ist ein Name, der zeitlos ist und der wohl auch noch in 100 Jahren bekannt sein wird, eben weil er was zu sagen hatte. Golas wird dann wohl schon längst vom Vergessen überwuchert sein. Und ganz im Ernst, das macht mich nicht wahnsinnig traurig...
      hi rumpel,

      hesse ist zeitlos und die liebe ist zeitlos!! liebe ist IMMER ein thema - ganz egal ob sie von hesse oder von golas gepredigt wird.
      schade nur, dass man sich erst einen namen wie hesse erschreiben muss, ehe man von so manchem zeitgenossen ernst genommen wird! inhaltlich sagt nämlich golas (okay, etwas abgehobener) das gleiche wie hesse! vielleicht solltest du golas doch mal selbst lesen ehe du urteilst :wave:
      Servus Meisl!
      Hast du das Oktoberfescht gut überlebt? Da habt ihr ja ordentlich was weggesoffen, ihr Bayern, was? :D

      Zurück zum Thema: Über Liebe lässt sich gar trefflich philosophieren. Und eigentlich brauch ich da gar keine Namen dazu. Ich hab mir auch meine eigene Philosophien zurechtgelegt und im Laufe meines Lebens auch die eine oder andere Erfahrung machen dürfen. Es gibt genügend Schriftsteller und Menschen allgemein, die mir zu diesem Thema einfallen und die ich ernst nehme. Golas gehört leider nicht dazu. Aber ich finde, wir sollten gar nicht mehr auf diesem Namen rumreiten. Schöne Sätzchen absondern zum Thema können alle, wichtig ist, ob man die auch tatsächlich umzusetzen bereit ist.

      Und von wegen schöne Sätzchen oder Erkenntnisse: Auch Hesse ist da nicht über jeden Zweifel erhaben. Hermann Hesse war bewandert in christlicher Mystik, schwärmte für den Buddhismus und pries die indische Spiritualität. Dennoch ging ihm bis zum Ende seines Lebens materielle Sicherheit über alles. Und ich denke, seine Fähigkeit zu "Liebe" war genauso zwiespältig. Eine Erkenntnis zu haben reicht nämlich nicht aus - man sollte sie auch leben. Und so verhält es sich eben auch mit den ganzen Weisheiten, egal ob von Hesse oder Golas. Man kann sie schön finden, von ihnen berührt werden - ob man aber fähig ist, sie auch zu leben steht in einem ganz anderen Buch.

      Über Liebe können wir gerne philosophieren. Aber eben, nicht nur Zitate wiedergeben - das finde ich auf die Dauer langweilig. Eigene Erfahrungen einzubringen finde ich ungleich spannender.

      "Liebe fliessen lassen egal zu wem oder was" tönt ja unglaublich toll - nur kenne ich persönlich niemand, der diesem Ideal auch nur annähernd entspricht. Und du auch nicht, wenn du ehrlich bist. Jesus Christus wie er uns gelehrt wurde, entspricht diesem Ideal, oder Buddha... Aber die sind mir viel zu weit weg vom "normalen" Menschsein. Bleiben wir bei uns und unseren Möglichkeiten, ohne gleich ins Überirdische abzuheben.

      rumpelstilz schrieb:

      Servus Meisl!
      Ich hab mir auch meine eigene Philosophien zurechtgelegt und im Laufe meines Lebens auch die eine oder andere Erfahrung machen dürfen.


      na also rumpel, dann lass mir doch meine philosophien. ich habe mit golas beste erfahrungen gemacht. du kannst über golas nicht urteilen weil du ihn nicht gelesen hast :D . es verwundert mich, dass gerade du etwas ablehnst was du nicht kennst. so hätte ich dich gar nicht eingeschätzt.

      oktoberfest: ich geh doch nicht saufen! :cheers: :ringelrei :partyl:
      Wenn jemand seine Erleuchtung durch LSD erfahren hat, dann reicht mir das. Ich kenne Golas nicht, aber LSD schon. Und was du von ihm im anderen Thread geschrieben hast und was ich bisher über ihn im Internet erfahren habe, reicht mir gleich nochmals. Ich kenne auch Ron L. Hubbard nicht sehr gut, oder Bärbel Mohr oder Herrn Ablass und wie die noch alle heissen mögen. Mir reicht es jeweils, wenn ich eine Buchrezension und ein paar Hintergrundinfos von denen lese um zu wissen, ob ich damit was anfangen kann oder nicht.

      Abgesehen davon, Meisl, lass ich dir deinen Golas. Ich sag nur, was ich davon halte. Wenn du deine oder Golas Philosophien hier reinschreibst, dann doch wohl auch, um dich hier darüber auszutauschen und Meinungen zu hören? Also bei mir ist es auf jeden Fall so. Und ich kann gut damit leben, dass nicht alle meiner Meinung sind. Du doch auch, oder? :tongue:

      mäusl schrieb:

      rumpel, glaubst du, hesse hatte auch einen trip als er

      "über menschen und einrichtungen ohne feindschaft lächeln, das minus an liebe in der welt durch ein kleines plus an liebe im kleinen und privaten bekämpfen..... das sind allerlei kleine wege die man gehen kann"


      Nö - wahrscheinlich hatte er keinen Trip, als er das geschrieben hatte. Aaaaber:

      Die Aussagen über den Charakter der Beziehung zwischen Hesse und der 20-jährigen Ruth Wenger widersprechen sich zum Teil. Ob nun eine heftige, erotische Anziehung bestand oder ob dieser Aspekt eher im Hintergrund blieb und ein Vater-Tochter-Verhältnis wahrscheinlich ist – jedenfalls konnten die beiden selten eine länger dauernde Nähe ertragen. Sie sahen sich häufig, aber kurz, entweder in Carona oder in Zürich, wo Ruth Gesang studierte. 1924 heirateten sie, ohne dass sich im Alltag viel änderte. Ruth lebte vor allem für ihre vielen Haustiere, Hunde, Katzen, Papageien, was Hesse zunehmend auf die Nerven ging. Die häufige Präsenz der Eltern Wenger empfand Hesse zum einen als Erleichterung, weil es ihn von Verantwortung entband, zum anderen fühlte er mit der Zeit doch sich überflüssig. Beide Ehepartner zeigten bald Anzeichen von Unglücklichsein, aber es dauerte noch drei Jahre, bis es 1927 zur Scheidung kam.


      Quelle

      Sieht ganz so aus, als ob der Spruch nicht so einfach in die Tat umgesetzt werden konnte. Auch von Hesse selber nicht.... Womit wir wieder bei meiner These angelangt sind, dass es einfacher ist, Erkenntnisse zu predigen, als sie dann auch umzusetzen.
      Hm, ich habe nichts von Hesse gelesen, woran ich mich gerade erinnere, und dass ich bisher noch nichts von Golas gelesen habe, weiß ich genau. Deswegen kann ich weder über Hesse noch über Golas sagen, dass er Mist bzw was Wertvolles geschrieben hat. Außerdem ist das immer eine total subjektive Einschätzung, und was mir beim Lesen eines Buches zB völlig egal ist, ist ob der Autor "einen Namen hat". Es gibt auch eine Menge Leute, die in Konzerte mit klassischer Musik rennen, weil die angeblich "wertvoll" ist, ohne von Musik das Geringste zu verstehen.

      Was ich - persönlich - nicht mag, ist wenn etwas allzusehr ins Esoterische abdriftet, und da kann ich mich an ein paar Zitate erinnern, bei denen ich mir das hier dachte. Ich weiß aber nicht mehr, ob das von Golas war oder von Mäusl herself :red: :plnot:

      Die Grundgedanken finde ich gut - dass es das oberste Ziel sein sollte, mit sich selbst im Reinen zu sein, weil man das dann auch ausstrahlt; dass man manchmal viel mehr erreicht, wenn man anderen mit einer positiven Grundhaltung begegnet als wenn man sie blöd anmacht usw. Aber ich persönlich versuche, keinem Grundgedanken sklavisch zu folgen, denn es gibt immer Situationen, wo ich das einfach nicht passend finde.
      Oder irgendwo hab ich doch schon mal gelesen: "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!"

      Aber da ist schon ein Problem damit verbunden - weil die meisten Leute die Fähigkeit, sich selbst zu lieben gar nie gelernt oder aber verloren haben. Ergo: Wie kann man andere lieben, wenn man Liebe nicht mal für sich selber empfinden kann? Und ich sag's gerne nochmal wie im anderen Thread: Lieben tut man nicht einfach so auf die Schnelle... Wahre Liebe ist etwas was man lernen muss und hat auch wenig mit diesem heutzutage so inflationär gebrauchten Wort "Liebe" für alles und jedes zu tun. Ich denke mir, lieben im Sinne von bedingungsloser Hingabe, tut auf dieser Welt fast niemand. Wir sind alle viel zu sehr verstrickt in irgendwelche materielle, egoistische und andere Geplänkel. Zuerst sollten wir unseren Geist befreien und dann können wir an der "Liebe" arbeiten, wie sie von Jesus, Hesse, Golas und anderen gepredigt wird (falls wir das überhaupt wollen....).