Sucht!

      Puma schrieb:

      Haben alle Menschen irgend eine Art von Sucht? Es gibt ja auch "harmlosere". Kann z.B. Kaugummi kauen auch eine Sucht sein?

      gute Frage, ob jeder Mensch eine Sucht hat?

      wahrscheinlich kann auch Kaugummi kauen zur Sucht werden. Meiner Meinung nach ist alles eine Sucht, ohne das der innere Frieden nicht mehr erhalten werden kann. Wenn ich mich also nicht mehr entspannen kann, ohne einen Kaugummi im Mund zu haben, ist das auch nix :schmunzl:

      allerdings wäre ich froh, meine Sucht wäre der Kaugummi und nicht die Zigaretten oder anderes !

      rumpelstilz schrieb:

      Sucht kommt nicht von Drogen, sondern von betäubten Träumen, verdrängten Sehnsüchten, verschluckten Tränen, erfrorenen Gefühlen!

      Wer hat Lust, was dazu zu sagen?

      ich :)

      sobald zuviele Gefühle aufkommen - die können auch positiv sein !! - will ich sie deckeln, wegmachen, zustopfen, was auch immer. Ein Übermaß an Emotionen halte ich manchmal nicht aus irgendwie. Dann kommt die Zigarette zum Einsatz oder was zum essen oder sonstwas.

      immerhin mal diese Erkenntnis. Aber sinnvoll umgesetzt sollte sie nun auch noch werden...
      Also ich geb jetzt auch mal meinen Senf dazu, obwohl ich glücklicherweise keine Probleme mit richtig schlimmen Süchten habe und auch nie hatte.

      Ich hatte mit 17 eine Freundin, die schon alle Drogen "durchgemacht" hatte, sie hat mir irgendwann ihre ganze Geschichte aufgeschrieben und die ist mir so richtig unter die Haut gegangen.

      Ich hatte (glücklicher) nie das Bedürfnis Drogen (in welcher Form auch immer) auszuprobieren. Wenn ich denke, wie unerfahren ich damals war, als ich diese Freundin kennenlernte, ich glaube die hätte mir alles erzählen können und ich hätte ihr geglaubt. Ich wusste GAR nichts, na ja vielleicht, dass man Joints raucht. Trotzdem, ich habe sehr viel gelernt von ihr oder durch sie. Ihre Geschichte ist wirklich traurig.

      Bei mir perönlich sind es eher SehnSÜCHTE. Ich glaube so lange ich denken kann, sehne ich mich nach einer Art Aufmerkasamkeit (...Schauspielerei...) und Respekt (...Ehe?...). Ich weiss nicht so genau woher das kommt, vielleicht, weil wir fünf Kinder sind und nicht jeder seinen Bedürfnissen gleich gut nachkommen konnte (auch aus finanziellen Gründen). Manchmal denke ich auch, dass ich vielleicht schon in einem früheren Leben zu kurz gekommen bin und noch nachholbedarf habe... :D ? Vielleicht ging ich aber die Art und Weise meine Sehnsucht zu befriedigen einfach immer falsch an. Gott sei Dank kann ich immer noch dazulernen :schmunzl: ...

      Puma schrieb:


      Bei mir perönlich sind es eher SehnSÜCHTE. Ich glaube so lange ich denken kann, sehne ich mich nach einer Art Aufmerkasamkeit (...Schauspielerei...) und Respekt (...Ehe?...).

      Ich finde das klingt nicht nach der "Sucht" die sonst mit diesem Wort gemeint ist, jedenfalls solange du deswegen nicht unter einem Zwang stehst. Ja, Sucht hat für mich was mit Zwang zu tun, man muss wegen Sucht etwas tun, was man bei vernünftiger Betrachtung eigentlich gar nicht will. Der Wunsch, in einer Ehe respektiert zu werden, ist für mich was ganz (Selbst-)Verständliches.

      Twi-n-light schrieb:

      Ja und? Das ist dann halt die ungesunde Steigerung (also tatsächlich Sucht) von dem ganz normalen Wunsch, nette Menschen in netter Atmosphäre um sich zu haben.

      so isses :agree: nur wenn es dann soweit ist, dass jedwede Disharonie kaum mehr ertragen werden kann, dann ist es wirklich ungesund und Zeit, etwas daran zu ändern.

      Twi-n-light schrieb:

      Ich finde das klingt nicht nach der "Sucht" die sonst mit diesem Wort gemeint ist, jedenfalls solange du deswegen nicht unter einem Zwang stehst. Ja, Sucht hat für mich was mit Zwang zu tun, man muss wegen Sucht etwas tun, was man bei vernünftiger Betrachtung eigentlich gar nicht will. Der Wunsch, in einer Ehe respektiert zu werden, ist für mich was ganz (Selbst-)Verständliches.
      Hallo Twin

      Heute habe ich keine grossen Probleme mehr mit diesen Dingen und ich will mich hier auch nicht als Opfer darstellen, denn ich weiss, dass ich das nicht bin. Ich war und bin in der sehr glücklichen Lage, dass ich ein gutes Leben hatte und auch im Moment habe. Es gab aber schon Zeiten, wo gewisse Wünsche zu einer Art Zwang ausarteten. Ich habe alles Mögliche ausprobiert, um im Rampenlicht zu stehen. Die unmöglichsten Dinge. - Aber du hast schon recht, bei mir war es nicht wirklich eine "Sucht", sondern viel mehr der Spass an der Sache... Ich komme auch ganz gut zurecht mit einer Nebenrolle in einem Theaterstück. Trotzdem habe ich wohl doch einen kleinen Knacks ab, wenn ich immer wieder meine Banalitäten hier zur Schau stelle, oder nicht :D (Zwang nach Aufmerksamkeit, die ich eigentlich gar nicht nötig habe...!!!)

      Ja klar sollte der Respekt in einer Ehe selbstverständlich sein. Wir wissen ja aber wohl alle, dass eigentlich nichts mehr selbstverständlich ist... Ausserdem musste ich an meinere eigenen Ehe feststellen, dass auch alles Anssichtsache ist! Nicht jeder versteht das Selbe unter Respekt, wie ich oder wie du oder wie sonst wer. Und ich habe so viele Dinge ausprobiert, damit ich endlich und unbedingt Respekt bekomme und habe dabei die wirklich wichtigen Dinge vergessen... Aber ich sehe schon, das gehört wohl nicht wirklich hier her, dafür habe ich ja einen eigen Thread... ;)

      N.B. @Chris und Erni, ja, ich bin auch schon süchtig nach diesem Forum... :schmunzl:
      Na ja, grins dann bin ich wohl mal wieder dran. :agree: ;) Ich rauche seit Sept. 79 täglich Gras oder Hasch, vielleicht in der Zeit 2 Monate nicht wegen Urlaub (2 x nix über die Grenze geschmuggelt, Israel,USA) oder Krankenhaus oder evtl. x 3 Wochen in 25 Jahren keine connection. Aber süchtig bin ich natürlich nicht :rotfl: :aetsch2: :rofl: . Ich komme da wunderbar mit klar, gibt es mal nix, tut es auch Rotwein.
      Die letzten Jahre dachte ich ich sollte mal aufhören damit aber jetzt eigentlich nicht mehr. Mir ging es nicht wegen der Kifferei mies sondern weil meine Lebensumstände nicht befriedigend waren. Jetzt fühle ich mich ja wohl in meiner Haut und denke so kann es weitergehen.

      Ich bin 40 und nicht blöd und habe mich dafür entschieden, Autofahren und auf der Arbeit selbstverständlich klar im Kopp!

      Aber ganz entschieden, DROGEN SIND KEINE LÖSUNG, junge Leute Finger weg! Was man nicht weiß, macht einen nicht heiß!
      Der Mist ist nur das Gras und Hasch heutzutage so verbreitet sind in der Jugend, dagegen war früher n Witz.

      Also nochmal im Ernst, natürlich bin ich süchtig. Nur das ist nicht Sucht wie es sich Normalos vorstellen, mit Blut, Schweiß und Tränen. Der beste Vergleich ist meiner Meinung nach die Sucht nach Nikotin.

      Scorpio schrieb:

      Na ja, grins dann bin ich wohl mal wieder dran.


      Und jetzt ich wieder! :agree:

      Scorpio schrieb:

      Aber ganz entschieden, DROGEN SIND KEINE LÖSUNG, junge Leute Finger weg! Was man nicht weiß, macht einen nicht heiß!
      Der Mist ist nur das Gras und Hasch heutzutage so verbreitet sind in der Jugend, dagegen war früher n Witz.


      Recht hast Du! Früher hatte man das Gefühl, zu einem exotischen Grüppchen von Aussenseitern zu gehören, wenn man kiffte. Heute ist das so weit verbreitet, dass man wohl schon fast zu einem exotischen Grüppchen gehört, wenn man NICHT kifft.:grohl:

      Scorpio schrieb:

      Der beste Vergleich ist meiner Meinung nach die Sucht nach Nikotin.


      Die Wirkung ist natürlich eine andere, aber vom Süchtigmach-Vergleich her stimm ich Dir zu.

      Hei, ich hab vor einem Monat zum ersten Mal seit meinem letzten Absturz (fast 10 Jahre) auf harte Drogen ein Päckchen Brown Sugar in den Händen gehalten, ca. 3 Gramm! Das war ein komisches Gefühl, diesen Dreck in den Fingern zu halten! Früher wäre das sofort in meiner Hosentasche verschwunden, heute flog das ohne Zögern in den bereitstehenden Müllbeutel. Ich hatte nämlich die "Freude", am Arbeitsplatz das Zimmer eines Bewohners, der rausgeflogen ist, zu räumen. Ich war auf einiges vorbereitet, Spritzen, Pillen etc. Aber der Beutel Brown Sugar hat mich doch überrascht. Aber eigentlich hat mir das Ganze nur bestätigt, was ich sowieso denke und fühle - ich brauch das Zeug nicht mehr! Und das ist ein gutes Gefühl!

      Dafür wurde ich angefragt zur "Mitarbeit" an einem Buch, das von einem Psychologen, einem Soziologen und einem Psychotherapeuten geschrieben wird und die erfolgreiche Wiederintegration von Süchtigen in die Gesellschaft beinhaltet. Naja, Mitarbeit ist vielleicht ein bisschen viel gesagt. Ich stellte mich zur Verfügung für 4 Interviews die insgesamt 6 Stunden dauern und dann eben auch fürs Buch ausgewertet werden.

      Worauf ich auch noch gespannt bin ist was ähnliches. Der selbe Psychotherapeut macht für Mitarbeiter der Schweizer Invalidenversicherung einen eintägigen Weiterbildungskurs zum Thema "Sucht". Da werden ca. 15 bis 20 Leute erwartet und die haben ihn gefragt, ob er nicht einen Süchtigen, der die Sucht hinter sich hat, mitbringen könne. Natürlich kann er - MICH!! :D
      Ich kenne viele Leute, die von der Hoffnungslosigkeit wieder zu einem sinnvollen und guten Leben zurückgefunden haben. Es ist nämlich bei weitem nicht so, dass ein Junkie zwangsläufig an der Droge krepieren muss! Und es ist mir ein Anliegen, meinen Teil dazu beizutragen, dass das einem grösseren Teil der Gesellschaft auch in den Kopf dringt.