Wie kann ich ihm helfen ?

      Wie kann ich ihm helfen ?

      Hallo ihr lieben,
      ich weis, dass dies hier eher ein "Liebesforum" ist aber ich weis nicht mit wem ich sonst darüber reden soll. Ich würde mir einfach gerne mal Rat von älteren / erfahreneren einholen, die sich vielleicht auch besser in die Situation meines Vaters - um den es in den nächsten Zeilen gehen wird hinein versetzten können.

      Also es war so, dass am Sa. hier in der nähe ein großes Fest war.
      Ich war mit ein paar Freunden da und wir sind gegen 1.00 Uhr nach Hause gegangen bzw. ich habe bei meinem Freund geschlafen.
      Mein Vater war auch auf diesem Fest, da es aber wirklich riesig ist habe ich ihn nicht gesehen. Naja am nächsten Morgen hat mich meine Oma aus dem Bett geklingelt und gesagt mein Vater läge im Krankenhaus. Ich war im ersten Moment total geschockt und völlig aufgelöst, da sie mir nicht mehr sagen konnte als dass er einen Rollerunfall hatte. Ich habe mich natürlich sofort angezogen und bin von meinem "schwiegervater" ins Krankenhaus gefahren worden. Was ich dort sah war erschreckend. Mein Vater war am ganzen Kopf verschrammt, hatte überall Blut, sein rechtes Auge war komplett blau und ging nicht auf, sein rechter Eckzahn war ein stück abgebochen, sein Mund ging nur halb zu öffnen und sein Ohr sah aus wie angenäht.
      Ich war sooo sauer und das habe ich ihm auch gleich zu spüren gegeben. Als ich rein kam hab ich nur "Hi Mama, wie geht's" gesagt, denn GENAU SO sah sie auch jedesmal aus, wenn sie wieder aufgrund ihres übermäßigen Alkoholkonsums nen epileptischen Anfall bekommen hat.
      Als ich so nach und nach erfahren habe was überhaupt passiert is verschlug es mir fast die Sprache, mein Vater - von dem ich eigentlich dachte, dass er nach dem Tod meiner Mutter NICHTS mehr trinken würde ist Nachts um 3.00 Uhr mit 2,2 Promille im Blut gegen einen Baum oder ein Schild oder irgendwas gerast und war sofort bewusstlos.

      Ich verstehs einfach nicht,... dass er in letzter Zeit öfter mal ein Bier getrunken hat habe ich gemerkt. Ich habe ihm oft gesagt, dass er das lassen soll,... irgendwann wurd's dann doch mal etwas mehr als nur 1 Bier (ca.3) und ich habe mir überlegt ob ich ihm den Auto/Rollerschlüssel abnehmen soll aber im Endeffekt dachte ich mir er sei alt genug um selbst zu entscheiden und wenner's nicht lassen kann dann musser halt mal auf die Schnautze fallen um zu lernen. Naja un GENAU DAS ist passiert.

      Ich weis, dass er schon seid Jahren ziemliche Probleme auf der Arbeit hat, da sie ihn aus der Firma ekeln wollen. Er war sogar beim Psychologen, dieser sagte aber nach dem Gespräch "nicht sie müssen Therapiert werden sondern die Firma". Ich denke mal, dass ihn das alles so fertig gemacht hat und er das mit "nem Bierchen" erleichtern wollte. Gegen EIN - ZWEI BIERCHEN ist auch meinetwegen nix zu sagen, aber der Unfall zeigt mir, dass es bei ihm nicht bei einem geblieben ist. Warum ?? Er hat doch jahrelang an meiner Mutter gesehen, was dieser STOFF anrichtet.
      Er sagte er habe sich in letzter Zeit so einsam Gefühlt, da ich kaum daheim wäre und seine Freundin ab und zu mal allein weggeht,... aber den Schuh zieh ich mir nicht an, ich weis, das ich NICHT SCHULD bin dass er zum Alk gegriffen hat.

      Aber was soll ich machen, wie kann ich ihm helfen ?
      Einerseitz WILL ICH NICHT sein Babysitter werden andererseitz will ich auch für ihn da sein,...


      Danke für's zuhören/lesen,...
      Hi Bunny,
      unglückliche Lage! Leider gibt es nur eine vernünftige Antwort. Zeige ihm das Du ihn liebst und immer lieben wirst weil er den Vater ist und dann laße ihn hängen. Nur er kann an seiner lage was ändern und Du solltest Dir dein Leben nicht vermiesen laßen. Du hast auch KEINE Schuld. Kinder haben generell keine Schuld ihren Eltern gegenüber.
      Vielleicht solltest Du ne gewiße Wut anstreben anstatt Mitleid.
      Schönen Gruß
      Scorpio
      Naja, dass ich total wütend auf ihn war, das habe ich ihm gezeigt.
      Mittlerweile habe ich gemerkt, dass es dadurch auch nich besser wird und dass wir jetzt halt nach vorne schauen müssen.
      Im moment ärgert er sich ziemlich über sich selbst und es kotzt ihn glaube ich tierisch an, dass er warscheinlich für 9 Monate auf's Fahrrad umsteigen muss,... (hihi, wie mich das freut !!! :rofl: )

      Aber mit dem Alkohol,.. also ich weis nicht,.. ich glaube wirklich, dass er KEIN ALKOHOLIKER ist,... aber irgendwie will er nicht so ganz einsehen, dass er SuchtGEFÄHRDET ist.
      Mal schaun, wie's weitergeht... ich schätze mal, dass er es VORERST ganz lassen wird, aber wer weis wie's aussieht, wenn mal eine gewisse Zeit vergangen ist. Egal, ich bin nicht seine Erzieherin (ist manchmal leider sehr schwer einzusehen) !

      Übrigens, wusstet ihr, dass bei 60 % aller Straftaten im Staßenverkehr Trunkenheit eine Rolle spielte... ausserdem sterben jährlich direkt oder indirekt in Verbindung mit Alkohol 42.000 Menschen...

      Ich finde das ziemlich erschreckend, was für eine "Macht" so ein "Stoff" hat....

      Naja, wünsch euch noch einen schönen Tag.
      Ciao eure Bunny
      Ja, weiß Gott, was der Stoff für ne Macht hat. N typisches Beispiel für die alkohlisierte Selbstüberschätzung habe ich Samstagnacht erlebt.
      Da wankte ein Mann, mit stierem Blick, total hacke, von seiner Frau gestützt vor uns und lallte,: "Schasss, ich bin stocknüchern! Ich kannnoch fahn"
      Aber keinen Schritt mehr gerade vor den anderen setzen. :never:
      Hallo Bunny,
      ich arbeite im Krankenhaus und kann Dir aus Erfahrung sagen, daß es nichts bringt, jemandem, der einem Suchtmittel, wie z.B. Drogen oder Alkohol verfallen ist, zu helfen. Diese Menschen müssen sich selber helfen. Ihre Umwelt und alles andere auf der Welt ist denen total egal. Sie hängen an der Flasche und wollen davon gar nicht loskommen. Viele von ihnen haben eine Entziehungskur oder mehrer hinter sich, aber die meisten von ihnen werden leider rückfällig. Da kann keiner ihnen helfen. OFT HABE ICH MITGEKRIEGT; WIE DIE ANGEHÖRIGEN DADRUNTER GELITTEN HABEN UND WAS DIE ALLES FÜR DIE sÜCHTIGEN GEMACHT HABEN; UM IHNEN ZU HELFEN; ABER es war nutzlos. Auch wenn es hart klingt, muß man diese Leute einfach fallenlassen. Viele Familienangehörige, die sich immer wieder eingesetzt haben, waren mit den Nerven völlig am Ende. Also keine Unterstützung. Höchstens die Adresse von einer Entziehungsklinik in die Hand drücken.

      eva schrieb:

      Höchstens die Adresse von einer Entziehungsklinik in die Hand drücken.

      Ja, das hab ich auch gemacht, alles was ich fand hab ich ausgedruckt und ihm vorgelegt, schließlich hatte er ja im Krankenhaus genug zeit zum lesen.

      Ich muss sagen er is KEIN ALKOHOLIKER,... oder ? also ? Er ist also VOR DEM UNFALL kurz vor der Grenze gewesen, dass es bei ihm eine Sucht wird aber andererseits hat er WIRKLICH seid er aus dem KRH entlassen ist NIX - GARNIX mehr getrunken, sogar nich mal mehr geraucht !!!
      Er ist auch wirklich schwer ihm zu sagen "... du Vadder, in meinen Augen bist du en Alkoholiker...", weil er eigentlich NIEEE sehr viel ( 1 -2 Bier - MEHR NICHT) bzw. auch oft garnix getrunken hat,... nur halt die letzten 2,3 Monate habe ich auch gemerkt, dass es doch ab und zu auch vielleicht en drittes oder viertes Bier gab. Aber dann auch wieder ne lange Zeit GARNIX,...
      Deshalb ist es so schwer zu sagen , der isn Alki.
      Ich kenne ja den unterschied zwischen einem ALKOHOLIKER und jem. wie mein Vater, der öfters mal was trinkt.
      Ich versteh einfach nicht, wieso er wieder angefangen hat !was zu trinken", denn seid dem Tod meiner Mutter hast er betsimmt 2 Jahre keinen schluck mehr getrunken, vorallem weil er wusste wie ich darauf reagiere,.. Nur wieso bedeutet ihm das mehr als ich, bzw. meine Wünsche ???

      Hab ihm jetzt klar gemacht, dass er sich bei mir nicht mehr ausheulen braucht (über Arbeit, etc.), solange ich merke, dass er sich auch um keine Besserung bemüht. Seine Freundin und ich haben ihm tausend Vereine rasugesucht, vorgeschlagen Yoga oder irgendwas Entspannungsförderndes zu betreiben usw. damit er ABLENKUNG hat. Und jetzt ? Jetzt gehts wieder genauso weiter wie vorher und er tut NICHTS,...ausser über seine Unzufriedenheit klagen !

      Einerseits ist er ja mein Vater und er ist auch EIGENTLICH der Beste den man sich vorstellen kann, wäre er nicht immer so unvernünftig und unselbstständig....