sich selbst erfüllende Prophezeiung

      sich selbst erfüllende Prophezeiung

      Zeit, das Psychologieforum mal wieder etwas zu beleben, wenn wir schon die Möglichkeit dazu geboten kriegen.

      Jeder kennt sicher den Ausspruch, dass der Glaube Berge versetzt. Das funktioniert leider auch in der negativen Richtung, d.h. der Glaube versetzt nicht nur NICHT die Berge, sondern "zementiert" sie gewissermassen noch, auf dass sie bestimmt nicht mehr beiseite geschafft werden können. Wenn wir innerlich daran glauben, dass etwas nicht möglich ist, dann tun wir unbewusst alles, um diesen Glauben zu bestätigen. Das ist das, was man in der Psychologie eine "selbsterfüllende Prophezeiung" nennt. Wir boykottieren uns dann oft unbewusst, nur damit sich unsere Überzeugung später als wahr herausstellt. Und dann sagen wir zu uns selbst: "Ich habe es doch gewusst".

      Und diese sich selbst erfüllende Prophezeiung lässt sich auf so ziemlich alles anwenden, was uns wichtig ist - auf Beziehungen, Selbstbewusstsein etc.etc.

      Mit unserem Denken bestimmen wir den grössten Teil unseres Lebens. Wir selbst setzen den Samen in uns und ernten das, was wir gesetzt haben. Mit einer pessimistischen Lebenseinstellung werden wir durch unser Handeln und Verhalten mit grosser Wahrscheinlichkeit genau das heraufbeschwören, was wir eigentlich nicht wollten (in unserem Denken aber eben - bewusst oder unbewusst - bereits vorwegnahmen).

      Wenn das jedoch in die eine Richtung funktioniert, dann funktioniert es eben auch in die andere. In unserem Kopf beginnt unser Leben und genau da haben wir die Möglichkeit, massgebend Einfluss zu nehmen. In die eine wie auch in die andere Richtung - die Entscheidung liegt bei uns!!

      Womit wir dann schon wieder bei Glück oder Unglück und ähnlichem wären.....
      Und wieso schreib ich das überhaupt??? Wahrscheinlich wird eh' niemand der's brauchen könnte, diesen Thread lesen..... :( Und wenn, dann bestimmt nicht umsetzen... :(
      Ach egal - vielleicht bringt's halt doch bei der einen/dem anderen irgendwas im Kopf zum Klingeln und dann hat's schon einen Sinn gehabt.

      Es ist nämlich unglaublich, wie sehr wir selbst Einfluss auf unser Leben haben!!! Viel mehr, als die meisten hier ahnen. Es ist nämlich so - wie man seines Glückes Schmied sein kann ist man das eben beim Unglück auch!! Und gewisse Abläufe, Automatismen zu durchschauen, kann eigentlich nur hilfreich sein!
      Ich find von beiden Seiten etwas. Einmal so ne Spur Murphys Gesetz. Man nimmt halt irgendwas negatives an, es passiert dann auch so, und man fühlt sich bestätigt. Das ist oft genug einfach nur Zufall und hebt sich durch selektive Wahrnehmung hervor.

      Würd ich mal mit Lotto spielen vergleichen. Man tippt x mal daneben, das bemerkt man aber nicht besonders, aber wenn man mal 5 Richtige hat, das fällt einem dann doch übermässig auf :).

      Auf der anderen Seite ist es aber durchaus so, dass man selber auch Dinge manifestiert. Ich komm ja von dem Terminator 2 Spruch nicht weg "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied" (No Fate). Man nimmt eine gewisse Grundhaltung ein, geht bestimmte Gedanken oder Alternativen nicht durch und sowas. Man verhält sich gemäss seinen Erwartungen.


      Da gabs neulich mal n schönes Beispiel zur Erziehung um Fernsehen.
      Oft sagt man Kindern sowas wie "verschütte deinen Tee nicht". Nun, wenn man dir sagt "denk mal an einen blauen Affen" dann hast du ein bestimmtes Bild. Dann sag ich "denk mal an einen Elefanten" und du stellst dir das vor. Aber wenn man dann sagt "denk mal NICHT an den blauen Affen" und woran denkst du? Den Affen.
      Drum soll man Kindern nicht das sagen, was nicht passieren soll, sondern eben irgendwie invers, sowas wie "Lass den Tee in der Tasse".

      Tja und so funktioniert das auch in anderen Dingen. Wenn man sich vorher sagt "Bloss nix falsch machen" dann ist man mental schon irgendwie im falsch machen drin.

      Ich würd aus meinem eigenen Leben auf jeden Fall die Lehre ziehen, dass man seines Glückes Schmied ist.
      Es gibt direkte und indirekte Zusammenhänge. Manchmal sind es wirklich direkte Beziehungen wie Arbeit und Lohn, Risiko und Glück. Manchmal scheint es mehr indirekt zu sein. Ich habe irgendwo Vertrauen (in Gott oder so) und es wird bestätigt, ich habe Geduld und die wird belohnt. Ich hab das (abergläubische) Gefühl, dass man sich schon seinem Glück stellen kann und ist selber etwas dafür verantwortlich, ob einem guter oder schlechter Zufall lacht.

      -JAW

      Jaw schrieb:

      Ich find von beiden Seiten etwas. Einmal so ne Spur Murphys Gesetz. Man nimmt halt irgendwas negatives an, es passiert dann auch so, und man fühlt sich bestätigt. Das ist oft genug einfach nur Zufall und hebt sich durch selektive Wahrnehmung hervor.


      Geb ich Dir vollkommen recht, Jaw. Es ist ja nicht so, dass die meisten andauernd mit negativen Fixierungen durchs Leben läuft. Viele Dinge geschehen "einfach" so (ich nenne das Schicksal) und es entzieht sich unserer Kenntnis und Verständnis, wieso das so und nicht anders kam. (Wobei es auch Menschen gibt, die mit einer negativen Fixierung aufs Leben rumlaufen und da trifft dann die s.e.P. eben auch wieder ein).

      Andere Dinge aber, mit denen wir uns auseinandersetzen (sei es weil wir sie erreichen wollen, weil sie uns Angst machen oder sich sonstwie in unser Bewusstsein drängen) geraten eben sehr wohl unter den Einfluss der sich selbst erfüllenden oder sich nicht erfüllenden Prophezeiung - je nachdem eben, wie wir damit umgehen.

      Und da finde ich es eben enorm wichtig, sich dessen bewusst zu sein. Wir sind dem Leben nicht ausgeliefert sondern haben viel mehr Einfluss darauf als wir annehmen!

      Jaw schrieb:

      Ich hab das (abergläubische) Gefühl, dass man sich schon seinem Glück stellen kann und ist selber etwas dafür verantwortlich, ob einem guter oder schlechter Zufall lacht.


      Genau!!
      Hallo Rumpel

      Aus eigener Erfahrung kann ich Dir nur beipflichten !
      Der Spruch "wie man sich bettet, so liegt man" wäre da ja auch nicht falsch.
      Wir können zwar Schicksalsschläge nicht verhindern, aber es liegt an uns, wie wir mit ihnen umgehen. In allem ist auch etwas positives, und wenn es nur ist, dass wir daran wachsen können !

      Vor 8 Jahren war der Traum eines Kongresses in der Schweiz für mich noch ein "Berg", aber weil ich fest daran geglaubt habe, und es auch in meinen Gedanken visualisiert, ist der Berg nun zu mir gekommen. *lach* ;)

      Ich finden Deinen Thread sehr schön und glaube fest daran, dass er dem einen oder anderen helfen kann ! :agree:

      Es liebs Grüessli
      kleine Wolke :wolke7:
      _____________________________

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      danke rumpel, dass du mich durch diesen thread wieder erinnerst, dass wir wirklich den samen für das streuen, das uns wiederfahren wird. ich gebe dir 100 %ig recht in dem was du schreibst und ich selbst weiß es auch aus eigener erfahrung. aber leider vergess ich dann wieder, den samen zu streuen, damit ich die ernte genießen kann.
      rumpel,

      dein thread reagt mich seit tagen zum nachdenken und auch zum widerspruch an.

      ich denke, dass ich nur sehr wenig beeinflussen kann und glaube daher auch an mein schicksal - es kommt, wie es kommen soll.

      z.b. die gefühle anderer menschen, die kann man nicht beeinflussen (du merkst, ich spiele auf die liebe an ;) .....) - und das ist ein sehr wichtiger bereich in unserem leben.

      man kann durch sein denken beispielsweise nur anders mit enttäuschungen umgehen - da gebe ich dir recht.

      :wave: blauauge

      blauauge schrieb:

      rumpel,

      dein thread reagt mich seit tagen zum nachdenken und auch zum widerspruch an.


      Hi Blauauge
      Ist doch gut... Nachdenken!!! Hab' ich schon mal was erreicht!!:-D Und mit Widerspruch kann ich durchaus umgehen!!!

      blauauge schrieb:

      ich denke, dass ich nur sehr wenig beeinflussen kann und glaube daher auch an mein schicksal - es kommt, wie es kommen soll.
      z.b. die gefühle anderer menschen, die kann man nicht beeinflussen (du merkst, ich spiele auf die liebe an ;) .....) - und das ist ein sehr wichtiger bereich in unserem leben.

      Ich hab' doch nicht behauptet, dass man ALLES so beeinflussen kann... Aber - einen gewissen Einfluss auf die Gefühle von anderen Menschen uns gegenüber haben wir durchaus. So wie wir uns ihnen gegenüber verhalten und handeln wird auch die Antwort sein (in den meisten Fällen wenigstens). Aber das "Ich will Liebe von Dir, also gib mir auch Liebe" funktioniert natürlich nicht!!! Und ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir einen grösseren Einfluss auf unser Leben haben, als Du glaubst. Ich selbst bin das beste Beispiel dafür. Hätte ich nicht aktiv in mein Leben eingegriffen, wäre ich jetzt nicht Sozi sondern tot.... Es war meine Entscheidung!! Es lässt sich nicht ALLES mit Schicksal entschuldigen.

      Liebe Grüsse
      Rumpel
      ... und um das (vorläufig) letzte Wort zu haben ;) : Mit der Einstellung, wie wir an eine Sache rangehen, beeinflussen wir das Resultat halt doch!! Das heisst aber nicht, dass das in sämtlichen Belangen und immer genauso klappen wird, wie wir das wollen! Aber im Ernst: Wenn ich etwas angehe, dann mit dem Ziel, das zu erreichen. Wenn ich denke, das erreiche ich sowieso nicht, dann kann ich es genausogut bleiben lassen... Und wie man umgeht mit Dingen, die man nicht erreicht - da hat dann halt die Einstellung zu sich selbst und zum Leben an sich eine grosse Bedeutung!
      Und über "Schicksal" lässt sich natürlich auch vorzüglich streiten::-D

      Die Einstellung gegenüber dem Schicksal schwankt von völliger Ergebung (Fatalismus) über dem Glauben an seine Überwindbarkeit bis zur völligen Willensfreiheit des Individuums (Voluntarismus). Fatalismus hatte ich früher - jetzt nicht mehr. Ich greife AKTIV in mein Leben ein und bin überzeugt, dass ich mit meinem Willen zum grossen Teil mein Schicksal mitgestalte. Wenn Schicksal gleich Unüberwindbarkeit wäre, dann müsste ich gar nix mehr versuchen wollen, weil es ja eh so kommt, wie es vorbestimmt ist!!!

      blauauge schrieb:


      ich denke, dass ich nur sehr wenig beeinflussen kann und glaube daher auch an mein schicksal - es kommt, wie es kommen soll.
      z.b. die gefühle anderer menschen, die kann man nicht beeinflussen (du merkst, ich spiele auf die liebe an ;) .....) - und das ist ein sehr wichtiger bereich in unserem leben.
      man kann durch sein denken beispielsweise nur anders mit enttäuschungen umgehen - da gebe ich dir recht.


      Tja, wie erwartet geb ich bei diesem :D Thema eher Rumpel recht:
      Ich finde schon, dass man sehr viel im Leben selbst beeinflussen kann, nur läuft das eben nicht so konkret ab wie "ich beschwöre diesen Menschen, und dann verknallt er sich auch in mich, wenn ichs richtig mache", sondern eher global.
      Ich lerne immer mal wieder Menschen kennen, die einfach mit einer negativen Grundhaltung an ihr Leben herangehen. Bevor sie was versuchen, sagen sie: Ich weiß jetzt schon dass es schiefgeht, bei mir klappt ja nie was. Wenn ihnen was misslingt, sagen sie: Scheiße, das musste ja so kommen, mir passiert immer sowas Blödes. Wenn ihnen etwas gelingt, sagen sie: Jaja, sieht gut aus momentan, aber das zerstört mir sicher wieder x bzw y - oder sie merken gar nicht erst dass da etwas "Gelungenes" ist. Umgekehrt gibt es Menschen, die strahlen einfach eine tiefe (ja, auch: ) Selbst-Zufriedenheit, eine Harmonie aus, denen fliegt "logischerweise" eher mal was zu, was für andere unerreichbar scheint.
      Und von diesen esoterischen Dingen mal ganz abgesehen gibt es doch jede Menge hard facts, die man absolut selber beeinflussen kann wie zB einen für eine spätere Berufstätigkeit entscheidenden guten Ausbildungsabschluss.
      achja, mal berge versetzen, das kann man nicht, und das will man ja nicht.. ich zumindest nicht mehr..

      jeder mensch hat doch solch eigene individuen, wobei man sich nicht selber messen kann, oder soll!

      Ich lege grossen wert darauf, dass ich meine eigene person in diesem leben haben kann und lege auch sehr viel wert darauf, dass dies der von mir geliebte mensch gleichermassen empfindet.
      Nur eine positive ausstrahlung von beider seiten in dieser hinsicht, ermöglicht, den gedanken immer zusammenzusein können...sei es , dass der partner immer hier ist, oder woanders..

      das ist nur eine meinung von mir

      alles liebe caroline
      Schreib ich noch ein bisschen weiter... enorm spannendes Thema!! Wer hat das nur aufgetan?? :D

      Geht jetzt zwar ein bisschen weg von der selbsterfüllenden Proph, aber kann trotzdem in diese Diskussion gehören.

      Schicksal - vielfach kann das auch als ein Verlust von Kontrolle und ein Gefühl der Machtlosigkeit verstanden werden. Und das ist es bis zu einem gewissen Grad wohl auch. Wenn ich heute radfahren gehe und werde von einem Auto überfahren, dann ist das Schicksal, so wie ich es verstehe... Da habe ich keine Macht darüber, dem bin ich ausgeliefert. Wenn wir dieses mal ausser Acht lassen (passieren kann uns ja IMMER etwas), dann habe ich sehr wohl trotzdem die Fähigkeit, mein Leben in eine gewünschte Richtung zu dirigieren, durch die Freiheit des Willens und damit eben über mein Leben zu bestimmen. Wie gesagt, diese Bestimmung wird nie 100% sein - ich werde keinen 6er im Lotto haben, nur weil ich es will! Aber ich kann durchaus mit der richtigen Einstellung weiterkommen, wo ich mit der falschen Einstellung im Stillstand verharre oder mich sogar zurückentwickle. Ich habe meinen Willen um in einzusetzen!

      Es geschehen immer wieder Dinge, die wir uns nicht freiwillig ausgesucht haben... und die wehtun und uns blockieren können. Wenn wir Schicksalsschläge annehmen und zu verstehen suchen, wenn wir den Mut haben, hindurchzugehen durch die Erfahrung, können wir im Nachhinein erkennen, dass es auch eine Bereicherung, eine wichtige Lektion für unser Leben war - aber eben meist erst im Nachhinein. Aber auch wenn wir das meist erst im Nachhinein verstehen - es kann dann bereits wieder die Chance sein, uns Kraft zu geben und uns weiter auf dem Weg zu führen.

      C.G. Jung sagte: "Freiheit des Willens ist die Fähigkeit, frohen Herzens das zu tun, was ich tun muss".

      blauauge schrieb:

      ich denke, dass ich nur sehr wenig beeinflussen kann und glaube daher auch an mein schicksal - es kommt, wie es kommen soll.

      man kann durch sein denken beispielsweise nur anders mit enttäuschungen umgehen - da gebe ich dir recht.

      blauauge,

      Deine beiden Sätze sprechen mich an: ich selbst glaube an das Schicksal, aber ich bin auch davon überzeugt, dass wir selbst Dinge bis zu einem gewissen Grad beeinflussen können bzw. versuche wieder auf diese Spur zu kommen, wenn ich es mal wieder vergessen habe.
      Wie hiess es nicht so trefflich:
      Das Schicksal legt die Karten - DU spielst.

      sonne