Was löst Depressionen aus?

      Was löst Depressionen aus?

      Liebes Forum!

      Zu meinem Freundeskreis gehört A, ein Mann Anfang 30, intakte und glückliche Beziehung, gutes Verhältnis zur Familie, enge Freunde, befriedigende Hobbies, beruflich erfolgreich in einer Führungsposition. Eigentlich alles bestens – soweit. Nun leidet A seit einiger Zeit an einer leichten Depression, wird therapeutisch und mit entsprechenden Medikamenten behandelt. Seinen Alltag und Beruf lebt er – etwas ruhiger – aber weiter. Über seine Depression wissen nur sehr wenige Bescheid. Soviel zum Hintergrund.

      Nun kommt meine Frage zu dem Thema. Im engsten Freundeskreis entstanden bei Gesprächen über A’s Depressionen (die nicht in seiner Gegenwart stattfanden) unterschiedliche „Meinungen“ darüber. Weder einer der Gesprächspartner noch ich sind Experten auf diesem Gebiet und ich fasse die entstandenen Thesen einfach mal zusammen:

      1) Depressionen entstehen nur, wenn man eine Art Veranlagung dafür hat und nicht aufgrund bestimmter äusserer Umstände. Diese können eine Depression zwar auslösen, aber sind nicht die Ursache für die Depression an sich. Bei einer Depression produziert der Körper nicht die richtige Menge an bestimmten Hormonen und deshalb ist eine medikamentöse Behandlung notwendig als Ergänzung zur therapeutischen Behandlung. Nach entsprechender Behandlung werden die Medikamente abgesetzt und der Körper produziert die ausreichende Menge an Hormonen wieder selber. Bei einer Veranlagung zu Depressionen können (müssen aber nicht zwangsläufig) diese wiederholt im Leben auftreten, müssen aber nicht von Dauer sein.

      2) Eine Depression entsteht rein durch äussere Einflüsse (im Fall von A durch beruflichen Stress). Eine medikamentöse Behandlung verdeckt nur das eigentliche Problem und gaukelt dem Patienten vor, dass er mit Tabletten die Depression samt Ursache verdrängen kann. Sobald die Medikamente abgesetzt werden, kommt das Problem wieder an die Oberfläche und somit die Depression zurück. Somit kann man dann nur noch mit den Medikamenten ein „normales“ Leben führen und ist abhängig von den Glückspillen. Zur Lösung der Depression muss man sich den auslösenden Elementen – auch mit Therapie - stellen und diese beseitigen. Dann verschwindet auch die Depression. Medikamente sollten zu keinem Zeitpunkt eingenommen werden.

      Ich würde mich über Meldungen von euch zu den 2 Thesen sehr freuen. Es geht mir nicht darum, daraus eine medizinische Abhandlung zu machen, sondern vielmehr um einen Austausch bei dem auch ruhig der Hausverstand zu Wort kommen kann. Vielleicht hat ja der eine oder andere von euch zB persönliche Erfahrungen in der Familie/Freundeskreis gesammelt und kann so etwas zu diesem Thema beitragen. Ich habe nicht vor, A mit den Erkenntnissen aus der – hoffentlich entstehenden – Diskussion zu konfrontieren, sondern möchte in dem Thema einfach etwas sattelfester werden, um auch seiner Familie mit mehr als einem reinen „ich helfe gerne“ zur Seite zu stehen.

      Danke für eure Beteiligung!
      Venus :wave:
      Hallo Venus,

      irgendwie ist Dein Beitrag untergegangen, ich habe ihn erst heute zufällig entdeckt.

      Das mit A. tut mir leid, und wünsche euch ihm alles Gute und Beste! Ich kann Deine Situation kann gut nachvollziehen. Sowas ähnliches habe ich mit meinem Vater schon erlebt.

      Ich habe mich mal mit einer Pysiotherapeutin (nein keine Psychotherapeutin) darüber unterhalten.

      Un dem nach was sie mir erzählt hatte, müsste es eine Mischung aus beiden sein. Zum einen die Veranlgung, zum anderen ein äußerer Einfluss der die Veranlagung zum Leben bringt. Über Hormone hat sie mir nichts gesagt.

      Was ich in jedem Fall denke, und das weis ich aus Erfahung von meinem Vater, die Glückspillen geben einen nur des Gefühl als wenn alles gut wäre. Die Ursache für die Depression wird jedoch nicht damit beseitig, sondern nur unterdrückt. Da denke ich muss man sich schon mit sich selbst, mit dem Problem beschäftigen, notfalls anhand eines Therapeuten. Und der Verlauf der Therapie ist dann wohl wieder abhängig davon wie man veranlagt ist.

      Ich bin zwar selbst kein Deprissiver Mensch, aber Variante 1 kann ich nicht ganz glauben. V.a. das mit den Hormonen. Dass man das medikamentös behandeln kann und dann ist wieder gut. Es gibt viele deprissive Menschen, und die ich kenne sind das dauerhaft. Wenn es so einfach wäre, warum macht man es dann nicht?

      Bei meinem vater hlaf eigentlich nur dass er sich mit der Situation befasste, sich zT damit abfand, und das was man aus der Welt schaffen konnte, aus der Welt geschafft wurde. Mit Pillen, den Versuch gab es von Ärzten auch, kam er nicht weit. Das hat er selbst relative schnell bemerkt. ich war ihm als Zuhöhrer eine große Hilfe. Es ist schwer sich in so einen Menschen reinzudenken, und mitzufühlen. ABer ich denke wenn man sich eunfach etwas zuwendet, und ein offenes Ohr hat, hat man schon viel gemacht.

      Liebe Grüße

      Christian
      Hallo Christian!

      Danke für deinen ehrlichen und einfühlsamen Beitrag, der für mich besonders wertvoll ist, da du quasi über Informationen aus erster Hand verfügst! Ich werde über deine Worte nachdenken und mich sonst auch noch alternativ informieren. Ich würde mich freuen, wenn noch mehr hier ihre Gedanken zu dem Thema niederschreiben.

      Venus :wave:
      Hallo Venus!

      Erfahrungen habe ich auch keine, habe mich aber mal vor einiger Zeit mit dem Thema auseinander gesetzet.
      These a....hört sich, ganz ehrlich, für mich ziemlich schwachsinnig an.
      Die These 2 sehr glaubwürdig.
      Äussere Einflüsse wie Stress,Familie etc machen sicherlich sehr viel aus.
      Auch die These mit den Medikamenten. Ich habe viel darüber gelesen und auch dort wurden viel Gespräche empholen. Medis hin oder her..ich denke vielleicht begleitend zur Therapie sind sie wohl bei einigen Fällen notwendig.
      vielleicht machen sie erstmal ruhiger.Aber ich denke man sollte da gewaltig aufpassen das es nicht zur SUCHt wird.
      Aber ich muss sagen ich finde es ganz toll das du helfend zur Seite stehen willst und dich auch schlau zu diesem Thema machst,.
      Sehr interessantes Thema wie ich finde
      LG Ela
      Will mich hier mal kurz einklinken.
      Variante 1 ist NICHT schwachsinnig. Endogene Depressionen sind körperliche Krankheiten mit psychischen Auswirkungen. Sie entstehen ohne erkennbaren Auslöser. Hierbei werden nicht zuviele Hormone produziert, sondern zuviele Neurotransmitter. Die Medikamente, die dann helfen, sind heutzutage v.a. sogenannte Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, die eben verhindern, dass diese überschüssigen Neurotransmitter an den Synapsen andocken können.
      Andererseits können Depressionen natürlich auch durch schlimme Ereignisse ausgelöst werden.
      Helena
      Hallo Venus, wollte dir schon vorgestern antworten, aber dann stürzte mein Beitrag zweimal ab und ich hatte keine Lust mehr. :(

      Ich kann Helena nur zustimmen. Beide Thesen sind richtig, sie können sich auch gegenseitig verstärken. Trillian, These 1 ist trotzdem auch für sich allein gültig. Bei manchen Menschen überwiegt Variante 1 mehr, bei andere 2 mehr. Ebenso gibt es auch rein hormonell bedingte Depressionen.

      Ich bin davon (zum Glück) nicht direkt betroffen, habe mich aber im Rahmen des Studiums mit dem Thema auseinandersetzen müssen und ich kenne drei Leute, die davon betroffen sind:

      [list]eine Frau, die nichts gegen ihre Depris tut (vielleicht weil es nicht behandelbar ist)[/list]
      [list]eine Bekannte, die die Depris mit Medikamenten endlich losbekomen hat, diese aber absetzen müsste, wenn sie schwanger werden will[/list]
      [list]eine Freundin, die eindeutig depressiv ist, vielleicht weil sie aus einem zerrütteten Elternhaus kommt, ihre Depressionen aber nicht zugibt (ich erzähle in meinen Threads ab und zu von ihr, das ist die "Depri-Freundin")[/list]

      Man muss mit solchen Menschen Geduld haben und Verständnis für sie zeigen, vor allem wenn sicher ist, dass Depression vorliegt. Doe Gefahr ist nur, dass man sich von ihnen leicht runterziehen kann und dann ungeduldig wird. Ich z.B. habe mich von meiner "Depri-Freundin" distanziert, weil ich manchmal sooo einen Hals kriege, wenn sie fast ständig über die banalsten Dinge jammert und lamentiert. Jetzt sehen wir uns nur noch selten und ich kann auf sie viel besser eingehen. Früher bin ich öfter innerlich geradezu explodiert.

      Liebe Grüße,
      Jella

      Helena schrieb:

      Endogene Depressionen sind körperliche Krankheiten mit psychischen Auswirkungen. Sie entstehen ohne erkennbaren Auslöser. Hierbei werden nicht zuviele Hormone produziert, sondern zuviele Neurotransmitter. Die Medikamente, die dann helfen, sind heutzutage v.a. sogenannte Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, die eben verhindern, dass diese überschüssigen Neurotransmitter an den Synapsen andocken können.


      Das klingt zunächst gut erklärt. Aber kannst Du das vielleicht noch mal so erklären, dass Nicht-Psycholgen verstehen, was Du meinst?

      Ich kenne jemanden, die ist in frühester Kindheit bereits gehänselt worden. Es fing mit ihrem Bruder an, ging in der Grundschule weiter. Die Lehrerin hat scheinbar nichts gesehen, bzw. nicht die Notwendigkeit gesehen, sich einzumischen. Der Mutter war das peinlich, sie schloss sich mit den anderen Müttern kurz und bat drum, dass die anderen Kinder nicht so böse sein sollen... Es wurde unter dem Teppich ausgehandelt, ohne Erfolg. Es war kein öffentliches Thema. Kein Lehrer hat den Kindern klar und deutlich gesagt, was geht und was nicht geht.
      Ausserdem hatten ihre Mutter und sie Machtkämpfe, ihre Mutter hatte sie nicht unterstützt, als sie es brauchte. Ihre Mutter bot ihr keinen Halt und missbrauchte sie schon früh für ihre eigenen Sorgen. Es war hammerhart für die Tochter.
      Die Leidtragende ist heute weit über 30 und hat eine Immunschwäche entwickelt. Auch ist sie anemisch. Sie spricht von Depressionen und von Selbstschutz, vermutet überall bösen Willen und springt mit ihrer nächsten Umwelt sehr herrisch um. Zunächst ist die Umwelt geschockt. Aber ich kratze manchmal unter der Oberfläche und bin mir ganz sicher, dass ihre Immunschwäche, ihre ständigen Besuche bei Apotheken, ihre Ruhepausen am hellichten Tag, 2h nach dem Aufstehen, psychischen Ursprung haben. Es ist immer wieder erstaunlich, dass sie als so junger Mensch wie eine Grossmutter lebt: feiern, ausgehen, spontane Unternemungen - das ist alles nicht drin. Immer ist sie müde und alle müssen sich ihr fügen, Verständnis aufbringen.

      Ich versuche ihr klar zu machen, dass ihr Leiden nicht körperlich ist, aber weiss auch nicht was ich anbieten soll. Aus ihr ist ein unheimlicher Mensch geworden. Denn ihre Müdigkeit machen sie aggressiv...

      Ich weiss, das ist alles sehr kurzgefasst was ich hier schreibe. Aber vielleicht kann einer damit was anfangen - auch wenn ich nur am Rande das Wort "Depression" erwähnt habe.

      ******************

      Ansonsten denke ich, ohne medizinisch argumentieren zu können, dass Depressionen auch da anfangen können, wenn jemand sich überflüssig fühlt. Wenn er keine Aufgabe hat, rumhängt - aufgrund von Arbeitslosigkeit z.B.
      Hallo :wave:

      das was Helena sagt kling sehr interessant. Danke Helena! Da kenne ich mich viel zu wenig aus. Aber das was Du schriebst klingt jetzt nachvollziehbar.
      Demnach gibt es dann tatsächlich 2 Varianten von Deprissionen. Bzw. eigentlich ja dann eine 3. wo Variante eins und zwei vermischt sind.

      Variante 1, ist also mit Medikamenten "heilbar". Wenn ich Jella richtig verstanden habe, dann muss man diese Medikamenet aber dauerhaft einnehmen.

      Bei Variante zwei, wo es sich wohl auch bei meinem Vater gehandelt hat, denke ich ist die Konfrontation und das abarbeiten des Grundes die entscheidenede Richtung. Sicherlich könne hier bestimmte Medikamente am Anfang lindern helfen, damit sich der mensch zumindest erstmal wieder fangen kann. Aber der Grad wo es zur Sucht werden könnte ist klein. Mein Vater bekam damals soweit ich weis Vallium. Ich bin mir nicht sicher ob er die jemals wirklich genommen hat. Von Anfang an sträubte er sich schon dagegen, und ziemlich schnell sagte er auch dass er es nicht mehr nimmt.

      Ich reagiere da auch etwas Allergisch darauf. Ich hatte letztes Jahr eine einseitige gesichtlähmung die durch einen Herpes im Ohr verursacht wurde. In so einem Fall ist es so, dass man zu 25% eine Ursache findet, und der Rest mehr oder weniger ungeklärt bleibt, und man es auf psychosomatische Gründe zurückführt. Nun bei mir war die Ursache geklärt, und wurde zu einem Neurologen geschickt, der feststellen sollte inwieweit mein Gesichtsnerv geschädigt ist, und eine Prognose abgeben. Nun dieser Neurologe war gleichzeitig Psychologe, und wollte mir auch gleich Psychopharma verschreiben. Er meinte sicher ist sicher. Das Rezept konnte er sich aber behalten, genauso gut seine Prognose, weil die war, dass die Lähmung zu so bleiben wird. Das Gegenteil war glücklicherweise der Fall. Nun sicher ist nicht jeder Psychologe gleich, da gibt es sicher auch solche und solche. Aber ich werde da immer Hellhörig...

      So jetzt bin ich etwas vom Thema abgekommen... Sorry!

      Liebe Grüße

      Trillian
      Ich bin auch kein Freund von Medikamenten, aber ich bin der Meinung, dass es Fälle gibt, wo sie helfen. Im Übrigen gibt es einen Unterschied zwischen Psychiatern und Psychologen. Der, bei dem du warst, trillian, war sicher kein Psychologe, sondern ein Psychiater. Psychiater haben Medizin studiert, Psychologen Psychologie. Psychiater dürfen Medikamente verschreiben, Psychologen nicht. Psychologen werden also praktisch schon im Studium dazu "erzogen" ;) , dass Medikamente nicht unbedingt das Mittel der ersten Wahl sein sollten.
      ABER: Es gibt nun einfach mal psychische Erkrankungen, die eine körperliche Ursache haben, z.B. Schizophrenien oder eben bestimmte Formen von Depressionen. Würde man hier nicht mit Medikamenten behandeln, würde man sich glatt strafbar machen. Nur Gespräche und sonstige Therapien würden hier nicht helfen. Die günstigste Behandlungsform ist deshalb oft eine Kombination aus beidem: Medikamente und Psychotherapie. Deshalb gibt es in Psychiatrien immer Psychiater und Psychologen. Die einen kümmern sich um die körperlichen Ursachen, die anderen um die seelischen Begleiterscheinungen oder - falls keine körperliche Ursache zugrundeliegt - um die psychischen Hintergründe.
      Hm, ich soll das einfacher erklären. Eigentlich ist das nicht furchtbar schwierig. Unsere Stimmungen/seelischen Befindlichkeiten hängen zu einem großen Teil mit körperlichen Vorgängen zusammen, z.B. das Stimmungstief kurz vor der Menstruation (ausgelöst durch Hormonveränderungen) oder Schokolade, die die Ausschüttung von Endorphin (= ein Neurotransmitter) begünstigt - was uns glücklich fühlen lässt. Bei Depressionen sind bestimmte Neurotransmitter (Serotonin, Noradrenalin) eben zu aktiv. Gibt man nun Medikamente, die verhindern bzw. verzögern, dass diese auslösenden Neurotransmitter vom Körper aufgenommen werden, können sie auch nicht mehr aktiv werden, was zu einer Stimmungsaufhellung führt. Auf diesem Konzept basieren fast alle Psychopharmaka, bloß, dass eben immer andere Neurotransmitter/sonstige Stoffe betroffen sind. Im Übrigen können (müssen aber nicht) Medikamente auch bei Depressionen OHNE körperliche Ursache helfen, weil eine Hemmung dieser Neurotransmitter meist grundsätzlich zu einer Stimmungsaufhellung führt, auch wenn sie nicht zu aktiv waren. Deshalb empfiehlt es sich meist bei schweren Depressionen, egal wodurch bedingt, Antidepressiva zu geben, um den Patienten aus dem tiefsten Loch zu holen und ihn therapiefähig (hier kommt der Psychologe ins Spiel) zu machen.
      Hoffe, ich hab`s verständlich erklärt.
      Helena
      Hallo zusammen :wave:

      Zu Beginn mal ein großes DANKE für eure tollen Beiträge! Schön langsam bekomme ich mehr Übersicht über das Thema und eure Meinungen und Beispiele tun ihr übriges dazu. Als Aussenstehender ist es immer schwer, die richtigen Worte zur richtigen Zeit zu finden und dem Depressiven das Gefühl zu geben, dass er verstanden und ernst genommen wird. Jella, du hast sicher Recht, dass einen dies selber auch runterziehen kann. A ist (bisher) kein Typ auf den das zutrifft. Er hat nicht das Befürnis, mit vielen darüber zu sprechen; nur mit seiner Familie und wenigen Freunden. Und den Großteil seiner Sorgen lädt er bei seiner (sehr verständnisvollen und aufbauenden) Partnerin ab. Ihr versuche ich vor allem unterstützend zur Zeite zu stehen und deshalb sammle ich Informationen und Eindrücke, um konkret helfen zu können. Ich weiss nicht, ob ich das jetzt verständlich ausgedrückt habe ;)

      Helena, danke für deine Fachinfos! Ich hatte schon das Gefühl, dass in der These 1 die "Hormone" irgendwie nicht stimmen, aber ich wusste es nicht besser. Deine Neurotransmitter haben mich aufgeklärt :schmunzl:
      Ich denke, dass im Fall meines Freundes A eine Mischform der beiden Thesen auftritt; es könnte aber auch nur die These 2 sein ... da bin ich mir nicht sicher. Als Auslöser könnte ich als Aussenstehende nämlich auch rein seinen beruflichen Stress als Ursache sehen. Familiäre "Veranlagung" zu Depressionen ist meines Wissens keine vorhanden. Sein Arzt hat ihm leichte Medikamente verschrieben und begleitend dazu macht A eine Therapie. Ich frage mich nun, ob man die Medikamente nach der Behandlung absetzen kann und die Depression dann nicht wieder aufflammt? Sozusagen kein Suchtverhalten entsteht? Das beschäftigt mich besonders, weil unter den im Freundeskreis Diskutierenden die Stimmung in die Richtung schlägt, A die Medikamente auszureden (ein derartiges Gespräch ist aber noch nicht erfolgt). Eben mit der Begründung, dass er die Ursache damit überdeckt und nicht richtig behandeln kann. Andererseits hat ihm der Arzt (anscheinend ein Topexperte auf dem Gebiet) jedoch das leichte Mittel verschrieben und ich hoffe, er versteht seinen Job. Ich weiss auch nicht wie sinnvoll es ist, A auf diese Weise beeinflussen zu wollen ... :nachdenk:

      Jule, ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich bei deiner Bekannten eine "Störung" (in welcher Art auch immer, viell. tatsächlich eine Depression) durch äussere Einflüsse entwickelt hat. Depressionen in Folge von Arbeitslosigkeit wären dann wohl der These 2 zuordenbar.

      Das passt auch nicht direkt zum Thema; aber Trillian, ich kenne jemanden, der aufgrund einer Erkältung eine einseitige Gesichtslähmung hatte. Ca. 20 % Beeinträchtigung blieben trotz langer Therapie zurück. Ich freue mich für dich, dass du keine Nachwirkungen mehr hast!

      Hexe, danke für deinen Zuspruch!

      Jetzt frag ich mich, ob ich den Thraed in das neue Psychologie-Forum verschieben soll? Wie funktioniert das überhaupt? Oder lass ich ihn wo er ist?

      Ich wünsche euch allen einen schönen Tag,
      Venus
      Hi Venus :wave:

      Venus schrieb:

      Das passt auch nicht direkt zum Thema; aber Trillian, ich kenne jemanden, der aufgrund einer Erkältung eine einseitige Gesichtslähmung hatte. Ca. 20 % Beeinträchtigung blieben trotz langer Therapie zurück. Ich freue mich für dich, dass du keine Nachwirkungen mehr hast!


      Ein wenig blieb bei mir auch übrig, aber für Außenstehende und Nichtwissende kaum zu bemerken. Und ich habe einen Vorteil darin, wenn ich recht gestresst bin oder wenig geschlafen habe, dann merk ich es. Und das ist dann das Zeichen für mich langsamer zu tun... :) :klatsch:
      Lang gedauert hat es auch bei mir, fast ein 3/4 Jahr. Und ich habe alles genutzt was ich irgendwo finden konnte. Und hatte eine super Pysiotherapeutin, die über den Tellerrand rausschaut.
      Aber schon merkwürdig was man alles bekommen kann...

      Nur so am Rande erwähnt... ;)

      Zu dem anderen werde ich auch noch was schreiben, aber grad hab ich nicht soviel Zeit. Heute Abend oder Morgen... :wave:

      Schönen Tag und liebe Grüße,

      Trillian
      @venus
      Nochmal zu den Medikamenten. Im Grunde hast du das in deinem ersten Beitrag schon selbst richtig geschrieben: In Der Regel kann man nach einer Weile die Medikamente wieder absetzen und der Körper macht von allein seinen Job wieder richtig. Ich kenne viele Fälle, in denen das so war. Bei Menschen, die chronisch depressiv sind, wird es meist so gemacht, dass sie entweder nur in den Phasen, in denen sie depressiv sind, Antidepressiva bekommen oder dauerhaft ein ganz anderes Mittel. Ich glaube, da wird oft Lithium genommen, bin ich mir aber nicht so sicher.
      Vertrau mal darauf, dass der Arzt schon das Richtige tut. Und bring die Bekannten bloß davon ab, ihm die Medikamente ausreden zu wollen. Dein Freund muss selbst wissen, was er tut. Außerdem machen die meisten Psychopharmaka heutzutage nicht mehr abhängig. Das war früher bei so Hammern wie Valium der Fall, aber inzwischen werden die meisten Medikamente so entwickelt, dass sie nach einer gewissen Zeit bedenkenlos wieder abgesetzt werden können - langsam natürlich.
      Oh ja, fänd ich gut, wenn du das Ganze hier in das neue Forum verschieben würdest. Allerdings weiß ich auch nicht, wie das geht. Frag doch mal Stefan.
      Liebe Grüße -
      Helena

      Venus schrieb:

      Jule, ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich bei deiner Bekannten eine "Störung" (in welcher Art auch immer, viell. tatsächlich eine Depression) durch äussere Einflüsse entwickelt hat. Depressionen in Folge von Arbeitslosigkeit wären dann wohl der These 2 zuordenbar.


      Eigentlich waren das zwei verschiedene Gedanken und die Person von der ich sprach ist gar nicht von Arbeitslosigkeit betroffen.

      Mir geht es ein bischen wie Dir, denn wir machen uns beide Sorgen um einen Menschen und wissen nicht was man tun soll. Bloss Du kannst es bereits benennen. Ich habe in meiner Ratlosigkeit Deinen Thread "missbraucht", da ich auf der Suche nach Erklärungen bin.

      KENNT SICH JEMAND MIT IMMUNSCHWÄCHEN INFOLGE VON SCHWEREN PSYCHISCHEN BELASTUNGEN AUS?

      Vielleicht ist das ja off-topic. Aber vielleicht auch nicht. Ich bin ratlos.

      Gruss

      Jule

      Jule schrieb:

      Eigentlich waren das zwei verschiedene Gedanken und die Person von der ich sprach ist gar nicht von Arbeitslosigkeit betroffen.


      Jule, ich hab schon verstanden, dass du von 2 verschiedenen Personen gesprochen hast. Der erste Satz von mir bezieht sich auf deine Bekannte mit der Immunstörung. Der zweite dann auf den Nachsatz deines Beitrages. Sorry, meine Antwort war wohl etwas verwirrend ... zwei Gedanken in einem Kuddelmuddel :D

      Ich habe überhaupt nichts dagegen, dass du deine Fragen in diesem Thread stellst. Geht es ja auch bei dir darum, jemandem zu helfen und nicht so recht zu wissen, wie man es anpacken soll. Vielleicht können wir gegenseitig aus den verschiedenen Antworten ein paar Ideen für uns finden.

      Trillian, somit hat deine Gesichtslähmung im Nachhinein auch etwas Positives: dein Körper setzt dir bei Stress eindeutige Signale. Andere reagieren erst nachdem sie zusammenklappen.

      Danke für den Hinweis Helena! Ich (als Laie) dachte ursprünglich auch, dass der Körper sein Gleichgewicht nach Absetzen der Tabletten selber halten kann. Ich werde A die Medikamente nicht auszureden versuchen, da ich froh über seinen Aktivismus bei der Bekämpfung bin und dies garantiert nicht in Frage stellen werde. Allerdings würde ich mir schwerer dabei tun, wenn da nicht die begleitende Therapie wäre.

      Venus :wave:
      Hallo zusammen!

      Bei meiner Infosuche über Depressionen habe ich gelesen, dass als Symptom u.a. ein Gewichtsverlust genauso wie eine Gewichtszunahme auftreten kann. Bei meinem Freund A fällt mir in letzter Zeit eine verstärkte Lust auf Süßes auf, was sich bereits leicht auf den Rippen bemerkbar macht. Jetzt überlege ich, ob diese Lust auf Süßes eine unbewusste Reaktion seines Körpers sein könnte, um vermehrt "Glückshormone" zu produzieren. Mir erscheint dies nachvollziehbar, aber was weiss ein Laie?

      Vielleicht habt ihr ja eine Idee dazu. Es wäre auch schön, hier noch ein paar neue Meinungen zum Thema grundsätzlich zu hören!

      Venus :wave:

      PS: über den Konsum bzw. Nichtkonsum von Medikamenten wird im Freundeskreis noch heftig debattiert.

      Ich als alter Medikamentenschlucker...

      Hallo,

      ich habe den Thread mal eben überflogen und gebe jetzt einfach meine persönlichen Kenntnisse und Erfahrungen weiter.
      Also, Depressionen können unterschiedlichste Ursachen haben. Zum einen gibt es die vererbte Veranlagung dazu (endogen), zum anderen können äußere Faktoren die Ursache sein (exogen). In beiden Fällen stimmt jedenfalls die "Chemie" im Kopf nicht mehr. Entweder ist zuwenig Serotonin und Glutamin vorhanden oder es werden die Andockstellen für diese Stoffe abgebaut oder von anderen Stoffen blockiert oder die Stoffe werden zu schnell abgebaut. Deswegen gibt man im allgemeinen sog. selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (wer medizinische Fachbegriffe haben will, muß bitte nachhaken). Typische, neuere Medikamente wären da z.B. Seroxat, Trevilor, Saroten etc. die den Abbau von Serotonin hemmen und somit für einen Anstieg des Serotoninspiegels im Gehirn sorgen. Leider haben auch die neueren Medis immer noch viele unerwünschte Wirkungen. Ich für meinen Teil habe eine generalisierte Angst/Panikerkrankung und habe die ganze Palette dieser und anderer Psychopharmaka hinter mir. Zum Teil wird (den Ärzten sollten dafür die Hände abgehackt werden) eine Depression auch heute noch mit Benzzodiazepinen (am bekanntesten Diazepam) behandelt, die eigentlich nur für Angst-, Spannungs- und Erregungszustände gut sein sollen, aber unheimlich schnell massiv abhängig machen, weil sie eben so gut wirken. Antidepressiv - wenn sie langsam ein- und ausgeschliechen werden - machen nicht abhängig. Eine Psychotherapie ist in jedem Falle empfehlenswert. Alleine schon, um herauszufinden, um welche Art von Depression es sich handelt.
      Als wirkliche Alternative hat sich bei mir folgendes herausgestellt: hochdosiertes Johanniskraut (Kava-Kava ist mittlerweile wegen mehrerer Todesfälle vom Markt), Tageslicht, Licht allgemein (Solarium sehr gut), autogenes Trainig (Entspannung allgemein), Bewegung an der frischen Luft, und letztendlich bei mir persönlich klassische Homöopathie nach Hahnemann.

      Für weitere Fragen bin ich gerne zu haben.

      Viele Grüße,

      Fool