Ich trinke, na und?

      Wer redet denn von Notwendigkeit des Konsums? Du unterstellst immer den physischen bzw. psychischen Zwang das Glas trinken zu MÜSSEN. Das ist jedoch bei diesen Mengen kaum (ich sage bewusst: kaum) gegeben. Von einer Abhängigkeit kann also keine Rede sein. Noch einmal: Aus deiner persönlichen Erfahrung kann ich deine Haltung sehr gut verstehen, jedoch sieht es in diesem speziellen Fall objektiv doch noch etwas anders aus.

      Stefan
      Webmaster von 'More than a feeling'
      Doch - die physische Abhängigkeit ist mengenabhängig.

      Nur die psychische Abhängigkeit ist mengenunabhängig. Eine psychische Abhängigkeit kann man aber von vielen Sachen bekommen ohne dass diese zwingend gefährlich sein müssen (z.B. Achterbahnfahren o.ä.)

      Liebe Grüsse

      Stefan
      Webmaster von 'More than a feeling'

      LaMossa schrieb:

      Kann es sein, dass ihr das alles ein wenig zu sehr aufbauscht? Ich finde es ja toll, dass ihr euch Gedanken macht, aber wie gesagt: Ich kann auch ohne Alkohol - auch mehrere Wochen wären kein Problem. Auch ohne, dass ich dann morgens zitternde Hände habe oder sonstige Entzugserscheinungen. Es ist auch nicht jeden Abend eine Flasche, manchmal nur ein Glas. Ich dachte, das machen andere auch??? Oder trinkt ihr abends überhaupt nichts alkoholisches? Männer trinken doch auch jeden Abend ihr Bier - sind die auch Alkoholiker?

      Verunsicherter Gruß


      Hallo Lamossa,
      ich versuche es kurz zu machen. Weil ich vermute das ich hier im Forum wohl mit am meisten PRAKTISCHE Erfahrung habe.

      Es ist zuviel, in dem Sinne das Du dich einfach daran gewöhnst. Vor 10-12 Jahren war nach einer Flasche Rotwein und n paar Tüten echt finito mit mir, heute könnte ich locker das doppelte trinken, rauchen bleibt gleich. Du wirst wahrscheinlich wunderbar damit Leben können, echt, ohne große Probleme!
      NUR, sagen wir mal Du bist anfang 40, dann hat sich das gesteigert. Du zitterst nicht, kommst hoch zur Arbeit hast wohl ne Familie, alles wie bei den meisten Leuten. Allerdings merkst Du dann, das die letzen Jahre doch schon einige Male einer mehr als Gut war, dabei war und das dein ganzes Leben wie mit Alk geölt war, eigentlich.
      Falls Wirklich mal eine harte Lebenskrise kommt bist Du einfach anfälliger an den Suff zu geraten. Du bist zwangsläufig gefärdet, auf jeden Fall. Wenn ich richtig las, jeden Abend eine Buddel Wein ist eindeutig zu viel. Du mußt versuchen Dir einfach mal vorzustellen das Alk tatsächlich nicht etwas für jeden Tag ist. Es geht darum die Menge immer möglichst gering zu halten, das Leben lang nicht die Toleranzgrenze auszuweiten, was zwangsläufig passiert.

      Also laß es Dir schmecken aber denk dran, das geht nicht ewig! Du mußt nicht zum Penner werden deshalb, aber es gibt auch Millionen Normalos die jeden Abend vor der Glotze sitzen und sich n Lütten genemigen und mit der Zeit was besseres anfangen könnten. Wie Du schreibst wirst Du schön beruhigt und kannst auch gut einschlafen, schiet, das muß auf lange Sicht einen besseren Weg geben.

      Allein das Du die Frage gestellt hast sagt schon was aus. Man hat solange kein Trinkproblem solange man nicht drüber nachdenken muß.
      Im Endeffekt.
      Denk einfach mal in Ruhe drüber nach.
      Weniger ist mehr.

      Damit es Dir nicht so geht wie mir jetzt grade.
      Für heute Abend, waren heut morgen 2xo,33 Bier geplant, nach der Arbeit habe ich mir n 0.02 Jägermeister und noch n Halben dazugekauft und jetzt befürchte ich das das doch ein Halber zuwenig für heute sein könnte und wenn ich gleichauf der Tankstelle bin werde ich mir dazu noch einen weiteren Jägermeister holen.
      Das ist sogar noch als (brüll) "Erfolg" zu werten weil/wenn ich mir, wer weiß, nicht noch 2 Jägermeister hole.

      Das ist doch Mist und könnte schlimmer sein aber trotzem beschämend.

      LaMossa schrieb:

      ...trinke jeden Abend Rotwein (fast eine Flasche), ab zu auch mal Bier.

      Die Regelmässikeit sieht auch für mich nach einem Suchtproblem aus, egal wie viel die Regel machts aus!!!

      LaMossa schrieb:

      ... sondern einfach nur "gemütlich", es beruhigt mich eben ein bisschen und ich kann wunderbar schlafen .... ich mache, das seit ungefähr 2 Jahren jeden Abend.

      Es kommt schleichend aber bestimmt und man hat immer Gründe und Entschuldigungen ;)

      LaMossa schrieb:

      ...Das muss man sich mal vorstellen, der spinnt doch.

      NEIN bestimmt nicht, er meinds nur gut mit dir :agree:

      LaMossa schrieb:

      ...daraufhin mal ein ganzes Wochenende!!! überhaupt nichts getrunken, um ihm zu beweisen, dass es auch ohne Alk geht,

      Du hast das nicht für dich gemacht, sondern für ihn ... für mich würde das nicht zählen, den um jemandem was zu beweisen kan man viel einfacher Motivation mobil machen. Mache es zwei Wochen für dich und nur für dich weil es dich wunder nimmt, dan glaube ich dir schon ein wenig mehr ;)

      LaMossa schrieb:

      ...aber ich will nicht darauf verzichten.

      Das ist die Sucht :besserw:

      Trotz allem prost :cheers: & Grüsse
      Felx
      Wer Rechtschreibe Fehler findet darf sie behalten
      @ LaMossa
      Ob Du's wahrhaben willst/kannst oder nicht - Du hast ein Suchtproblem!! Und Du kannst etwas dagegen tun... aber nur wenn Du willst!! Ich häng meine Geschichte jetzt nicht auch noch rein - nur eins: Ich war drogen- und alkoholabhängig.. darfst mir also glauben dass ich weiss, wovon ich rede!!
      Gruss Rumpel

      Stefan Webmaster schrieb:


      Noch einmal: Alkohol ist nicht zu unterschätzen und kann hochgefährlich sein, jedoch sollte man auch fair bei der Beurteilung desselben bleiben und hierin keine Bedrohung à la Kokain und Konsorten sehen.


      Da muss ich Dir leider widersprechen! Wir reden hier ja von Sucht und nicht von Leglität oder Illegalität. Eine schwere Alkoholsucht ist MINDESTENS so heftig wie eine Kokain- oder Heroinabhängigkeit. Alkohol ist eine harte Droge, für denjenigen, der abhängig ist.. eine verdammt harte sogar!! Die Folgeschäden von jahrelanger Alkoholsucht sind in der Regel schlimmer als bei illegalen Drogen!! Und die Verfügbarkeit dieser legalen Droge macht es auch so verdammt schwer, davon loszukommen!!!

      Kleine Anmerkung: Natürlich hängt die Form des Konsums von harten Drogen zwangsläufig mit den Folgeschäden zusammen. Jemand der die Droge (Koks/Heroin) "nur" schnupft oder raucht, riskiert weniger, als der, der sie intravenös konsumiert.

      LaMossa schrieb:

      Mein neuer Freund, mit dem ich jetzt knapp ein halbes Jahr zusammen bin, stört das und er meint ich wäre eine Alkoholikerin!!! Das muss man sich mal vorstellen, der spinnt doch. Ich habe daraufhin mal ein ganzes Wochenende!!! überhaupt nichts getrunken, um ihm zu beweisen, dass es auch ohne Alk geht, aber ich will nicht darauf verzichten. Was würdet ihr tun? Und denkt ihr, ich sei süchtig???


      Nein, Dein Freund spinnt nicht!! Er macht sich nur Gedanken und wohl auch Sorgen um Dich!! Und wenn das schon so eine Leistung für Dich darstellt, mal EIN Wochenende nix zu trinken, dann scheinst Du schon ein Problem zu haben. Trink mal einen Monat nichts und zwar nicht, um irgendjemand was zu beweisen, sondern Dir selbst zu zeigen, dass Du damit auch aufhören kannst.
      Ganz abgesehen davon kann ich Deinen Freund gut verstehen. Ich hätte keinen Bock auf eine Freundin, die sich jeden Abend "die Lampe füllt".

      Stefan Webmaster schrieb:

      Hi rumpel!

      Du hast vollkommen Recht, jedoch gibt es einen wichtigen Unterschied: Von Kokain wirst du sofort abhängig, von Alkohol nicht zwingend.

      Wenn Abhängigkeit besteht gibt es keinen Unterschied. Vollkommen richtig!

      Stefan
      Webmaster von 'More than a feeling'


      Dieser Argumentation kann ich natürlich nicht widersprechen. Das Suchtpotential von Kokain und Heroin ist viel höher! Man wird viel schneller abhängig von dem Stoff, klar!! Nur wenn man mal "drauf" ist, dann ist die Sucht eben Sucht, egal welchen Stoff man benötigt.

      Gruss
      Rumpel
      Noch ein Fakt, der Alkohol als Droge so gefährlich macht, ist die gesellschaftliche Akzeptanz!! Es wird getrunken bei jeder Gelegenheit, Weihnachten, Hochzeiten, Geburtstagen etc.etc. Alkohol ist immer und überall verfügbar. Und wenn ich die Zahlen so vergleiche - "illegale" Süchte versus "legale" Süchte, dann stehen mir die Haare zu Berge!! Und der Staat verdient natürlich auf der einen Seite prächtig mit, auf der anderen Seite müssen Millionen aufgewendet werden, um den Süchtigen ein einigermassen menschenwürdiges Leben ermöglichen zu können. Schon ein Widerspruch für sich! Aber da Alkohol in unserer Gesellschaft ein jahrtausendealtes Kulturgut ist wird sich daran wohl auch nichts ändern... In der Schweiz haben wir ca. 300'000 Alkoholabhängige bei einer Bevölkerung von ca. 6.5 Millionen!!!! Dem stehen ca. 30'000 Abhängige von harten Drogen gegenüber... Ich finde, die Zahlen sprechen für sich!! Von den Nikotinsüchtigen will ich gar nicht sprechen.....
      @ kleiner Stern

      Stimmt, es gibt verschiedene Typen von Alkoholismus... und zwar folgende:

      Alpha - Alkoholismus
      Oder auch Konflikttrinker genannt, trinkt aus Angst, Gehemmtheit, Kontaktproblemen, um seine inneren Spannungszustände zu lösen und um den gestellten Ansprüchen gewachsen zu sein. Es besteht eine psychische Abhängigkeit.

      Beta - Alkoholismus
      Ist der klassische "Gesellschaftstrinker" der sein Trinkverhalten vom sozialen Umfeld bestimmen lässt. Es besteht keine Abhängigkeit.

      Gamma - Alkoholismus
      Der Gamma-Alkoholiker ist der süchtige Trinker. Neben der seelischen Abhängigkeit ist bereits eine körperliche Abhängigkeit eingetreten. Es besteht ein Kontrollverlust d.h.. nach den ersten Gläser entwickelt sich ein unwiderstehliches Verlangen weiter zu Trinken. Kurze Abstinenzphasen sind möglich. Eine "Heilung" im Sinne eines kontrolliertem Trinkverhalten ist nicht mehr gegeben.

      Delta - Alkoholismus
      Der sogenannte "Spiegeltrinker" benötigt die ständige Aufnahme von Alkohol. Er kann nicht ohne Alkohol leben , da sonst Entzugserscheinungen auftreten.

      Epsilon - Alkoholismus
      Oder der sog. "Quartalstrinker" trinkt von Zeit zu Zeit in regelmäßigen Abständen. Um Verstimmungen oder Unzufriedenheiten zu lösen , er trinkt oft
      "bis zum Umfallen" . Nach dieser Trinkphase folgt eine Zeit der Abstinenz oder des "Normaltrinkens". Bis zum nächsten Rückfall !


      Ooops.... hab' grad gesehen, dass Stefan das auch schon gepostet hat.... Hab ich mal wieder nicht aufgepasst :red: Ich lass es aber trotzdem stehen. Doppelt genäht hält besser!!!! :agree:
      Und ich finde es wichtig, zu unterscheiden zwischen psychischer und physischer Abhängigkeit.

      @ LaMossa, wenn Du es schaffst, mal zwei Tage nichts zu trinken, dann heisst das zwar, dass Du den Stoff (noch) nicht körperlich brauchst... Psychische Abhängigkeit steht aber auf einem anderen Blatt und das solltest Du Dir schon mal anschauen!!!
      Ach kleiner Stern!
      Klar kann sich Dein Vater selbst belügen... das ist ein Automatismus, den Süchtige fast bis zur Perfektion beherrschen. Von daher sind solche Fragebögen natürlich immer etwas "frag"würdig. Ich hab' in meiner aktiven Suchtphase ja ebenso "elegant" sämtliche Abhängigkeiten abstreiten könnena, als ich an der Flasche hing und sogar als ich schon an der Nadel hing. Ich sagte mir, ich kann jederzeit aufhören, aber ich will jetzt noch gar nicht. Oder der berühmte Spruch: Morgen höre ich auf!! Und ich glaubte das sogar!! Und klar konnte ich niemals von selbst aufhören.... :nene:

      Danke, danke...

      ...für die vielen Hilfen, Antworten und Meinungen. Habe gestern abend nix getrunken, außer Wasser. Es geht. Werde meinen Alkoholkonsum ein wenig einschränken, plane, von jetzt an nur noch am WE mir ein Gläschen (oder auch zwei) zu genehmigen. Mein Freund findet das toll. Und wenn ich ihm damit einen Gefallen tun kann, umso besser. Die Bzeiehung ist mir dann doch wichtiger. Trotzdem möchte ich mich nicht Alkoholikerin bezeichnen, auch wenn ich mich täusche.

      LaMossa schrieb:

      Werde meinen Alkoholkonsum ein wenig einschränken, plane, von jetzt an nur noch am WE mir ein Gläschen (oder auch zwei) zu genehmigen.


      Warum hörst du nicht einfach ganz auf, das ist die beste Lösung...?!
      Klar, auf Feiern ist das was anderes, aber warum kannst du mittlerweile die Woche über Wasser trinken und am Wochenende nicht auch ?

      LaMossa schrieb:


      Die Bzeiehung ist mir dann doch wichtiger.


      Es sollte nicht nur die Beziehung sein, die dir Wichtig ist, sondern deine Gesundheit und DEIN LEBEN.

      Meine Mutter hat früher auch öfters mal ein Gläschen Wein oder Sekt getrunken, ... immer in geringen Mengen, so dass sie auch jederzeit hätte aufhören können. Aber das es ja nur "ab und zu" war und meistens für "unbedenklich" gehalten wird hat sie nicht aufgehört. Das hat sie dann über Jahre so weitergeschleppt, und natürlich hat auch nie jemand was gesagt, weil es ja so geringe mengen waren. Und über die Jahre ist es dann ganz langsam immer mehr geworden und wenn dann ma Probleme auftauchten dann kam noch mehr dazu bis es schlussendlich nach fast 10 - 15 Jahren zur Sucht wurde und sie letzendlich auch daran starb. Deshalb überleg dir gut ob du dir nicht wichtiger bist als dieses Scheiß Zeug,...

      Ein Arzt hat damals zu uns gesagt, dass es bis zu 20 Jahren dauern kann das man zum alkoholiker wird und rund 27 % der Fälle im Krankenhaus sind auf den Alkohol zurückzuführen,...ich finde das schon ziemlich bedenklich, zumal es immer mehr steigt !